Irgendwann wurde die Idee geboren eine gemeinsame

Ausfahrt mit dem SR zu machen.

Grund dafür war unsere Entdeckung ,dass fast alle unserer Truppe einen SR1

oder SR2 im Stall hatten.

Der 1.Mai schien uns ein idealer Tag dafür zu sein.

Am 1.Mai 2002 starteten wir zu unserer

1.SR-Tour

 

Die folgenden Zeilen schildern unsere Erlebnisse auf unseren SR-Touren !

Bilder davon HIER

 

 

2002

Wir schreiben den 1.Mai 2002.Ein denkwürdiger Tag ,denn heute soll`s endlich war werden.Lange geplant,beredet,zerredet und nie verwirklicht………….aber heute ist es soweit, die SR-Tour des Bernauer Oldtimer-Stammtisch`s startet.Ca. 9.30 Uhr war Treffen angesagt und wirklich alle sind da ! ………..komisch, ist da was faul ? Ne`doch nicht !
Alle sind guter Laune und wollen endlich los.Nur noch ein Foto der ganzen Truppe gemacht (das muss schließlich sein ,sonst kann man ja nicht beweisen wer alles dabei war) und schon rollt der Konvoi unter „brachialem Getöse der starken Motoren“ von Mannes Hof.
Eigentlich ist immer Start bei Manne. Vor dem Start sieht es da aus wie im Fahrerlager.Alle schrauben an fast verlorenen Teilen, pumpen Luft und reparieren was das Zeug hält.Soll ja alles glatt gehen bei der Tour.
DANKE Manne !
Tja und nun treiben wir unsere Moped`s ( 2 SR1 ,gebändigt von Manne Haase (Häschen) und Manne Schwenzer sowie 5 SR2 besetzt mit Klaus,Siegbert,Frank,Titte und mir) auf eine Strecke die noch einige Überraschungen für uns bereithält.Der Tourenplan kam übrigens von Titte (der nur so genannt wird weil sein Nachnahme Tittman ist, also nicht wegen…..).
Der Plan wurde etwas verbogen,so dass er uns allen ins Konzept passt und wir bei Häschens Tochter winken ,bei Häschens Mutter hupen und unsere wackeren Rösser nicht über Gebühr belasten müssen.Das heist , die Route wurde etwas eingekürzt. Kurz ist gut ,über 90 km sind es doch geworden.Aber jetzt geht es erst mal los . Die ersten 500 Meter sind geschafft und……….schon die erste Panne.Titte, mit seinem gestern nur vollgetankten SR2, steht da mit toter Kerze. 1.KERZENWECHSEL
Aber jetzt geht´s los ! Bei Tochter Haase vorbei (kräftig winken !) in den Kreisverkehr (Häschen fährt natürlich gleich zwei Runden) über die EUROPAKREUZUNG  ab in Richtung Gaskessel. Läuft alles Super ! Jetzt die Weinberge hoch ,bei Häschens Mutter hupen (die Gute lag bestimmt noch im Bett) und dann …… Panne. Wie peinlich, meinem sorgsam vorbereiteten , nach 3 Jahren Standzeit wieder zum Leben erweckten SR2 geht die Puste aus.
Kurze Pause , 2. KERZENWECHSEL
Dann geht´s weiter ! Wo ist denn wieder Titte ?? Stehengeblieben ! Also warten wir 500Meter weiter.  „Manne guck doch mal nach Titte“ , Manne fährt los , nicht weit ,denn Titte ist aufgetaucht. Alles setzt sich in Bewegung und nach unglaublichen 3 min haben wir den Waltkater erreicht.Ich fahre wieder rechts ran ,weil „Schwenzman“ mit seinem SR1 meilenweit zurückliegt.Der arme SR1 hat da ja auch was zu schleppen.Soll er vorausfahren ! Nun geht`s also RICHTIG LOS ,……….wer bleibt stehen Titte !
KERZENWECHSEL Nr.3
Alle sind weg, ich gebe Titte meine Reservekerze und ab geht´s. Kurz darauf haben wir alle eingeholt, die auf uns gewartet haben. Außer Manne Schwenzer ,der vorfahren wohl wörtlich genommen hat und nicht mehr zu sehen ist.Wieder setzt sich unser Tross in Bewegung …..außer Frank ! KERZENWECHSEL Nr,4
Der nächste vorbeugende Halt ist dann ganze 3km weiter, weil der inzwischen wieder zu uns gestoßene SR von Manne Schwenzer Hustenanfälle bekommen hat.
Ein paar Radrennanfänger sehen uns stehen und einer ruft“ Guckt mal die OPA-Gang“.
Wir haben es nicht anders gewollt, schließlich fahren wir doch recht betagte Fahrzeuge und stilecht gekleidet sind wir auch.Also was soll`s, sind wir halt die Opa-Gang.
Mannes SR1 spuckt noch mal, läuft dann aber weiter und wir fahren an der Waldsiedlung vorbei bis zum Abzweig Basdorf und es folgt KERZENWECHSEL Nr. 5 & 6. Dann dürfen wir ungetrübt ein Stück durch herrlich grünen Wald fahren, der heute bei schönem Wetter schon etwas vom nahenden Sommer erahnen lässt.Hinter Basdorf folgt unser Pulk einer ehemaligen LPG Straße, auf der wir die PS unserer Maschinen spielen lassen können.Vorbei an blühenden Feldern geht es mit unserem rollenden Museeum.Am Ende der Piste schlägt dann wieder die Defekthexe zu.Ich habe wohl zuviel Gas gegeben und mein Gefährt bleibt mit Vergaserpatschen stehen.Verdacht auf „Popel“ in der Kerze ! KERZENWECHSEL Nr.7
Die Gelegenheit wird von unseren Rauchern gleich für ein kurzes Schmauchen genutzt.
Ich habe das Übel schnell beseitigt und ab jetzt fahren wir ohne Panne bis wir glücklich in Schmachtenhagen Einzug halten.
20 Meter vor dem Schmachtenhagener Bauernmarkt ,unserem Ausflugsziel, geht dann doch noch mein Moped aus und ich überhole mit Pedalkraft „Nobelschröder“ (wie Siegbert insgeheim auch genannt wird ,weil er a. seines Berufes wegen meist feines Zeug trägt und ansonsten alles super genau macht) , der auch mit Motor AUS steht und stelle mich in die von Häschen organisierte SR-Standfläche.
Tja nun ist Mittag angesagt.Mehr oder weniger getrennt stärken wir uns.Das Angebot ist reichhaltig, wie es sich für einen Bauernmarkt gehört. Ein Teil von uns muß wohl am Verhungern gewesen sein.Die Meisten essen Schwein vom Spieß, hat man ja auch nicht alle Tage.Auf jeden Fall hat es allen geschmeckt und wir machen uns nach ca. einer Stunde und einer Marktbesichtigung an die Heimreise.Machen ist gut gesagt, ein Pulk von SR-Enthusiasten steht da und beäugt unsere Fahrzeuge.Sätze wie“hab ich auch mal gehabt“,“man damit hab ich meine Fahrschule gemacht“ oder “schade,wo hab ich den gelassen ….ach weggeschmissen, hätt ich doch aufheben sollen“ , „ich hab noch einen mit Hängerkupplung und hole damit Kartoffeln und Holz aus dem Wald“ (aber nicht mit unseren ,Hände weg) aber die meisten zeigen Ihren Kindern „guckt mal ,das iss´n SR ,hab ich früher mal gefahren, das waren noch Zeiten……..“. Fragen wie „Was iss´n der wert ?“ oder „was hat´n der jekostet ?“ bis hin zu „verkoofen se den ?“ sind die ersten die immer gestellt werden. Aber auch technische Detailfragen wollen beantwortet sein. Oft hilft auch ein kundiger Ex-SR Fahrer und gibt seine , komischer Weise, nur guten Erfahrungen zum Besten.
Irgendwann ist dann doch Luft und wir wollen los.Mein SR springt entgegen Erwarten auf den ersten Tritt an.Wer steht ? Siegbert mit seinem superrestaurierten SR2. Kein Zündfunken!
Wir Werkzeug raus und fleißig geschraubt. Häschen blockt alle Reparaturtips, der wieder herbeiströmenden Menschentraube mit der Bemerkung ab „Tips brauchen wir nicht ,wir haben unseren Schlosser dabei !“ Damit meint er doch nicht mich , oder ? Nach kurzer Zeit hat „Schmiermaxe“ das Mopedchen wieder am laufen und ab geht die Reise unter Staunen der Bauermarktbesucher.Wir haben selten so ein allgemeines Interesse erlebt wie bei unserer SR-Tour. Überall freundliches Winken, ausgestreckte Hände mit auf uns weisenden Zeigefingern und verdrehte Hälse. Einfach Klasse ! Schon deswegen hat sich die Tour gelohnt. Letztendlich auch wegen der schönen Landschaften die wir durchfuhren . Hinter  Wensickendorf fehlen plötzlich Frank und Klaus . Klaus bildet freiwillig den technischen Schluß, weil sein SR scheinbar tropentauglich ist und einfach läuft. Ah da kommen Sie ja und wenn jetzt nicht meiner streiken würde, könnte es zügig weiter gehen. Mittlerweile hat sich doch rausgestellt ,dass mein SR-Peng doch an Altersschwäche ,sprich harten Simmeringen leidet und ab höheren Motortemperaturen und niedriger Drehzahl einfach ausgeht. Nach 5 min und 3 Kerzen läuft er wieder. Wir wischen uns den Angstschweiß von der Stirn, da wir am Straßenrand geschraubt haben und uns die Berliner Autofahrer als unerwünschte Hindernisse auf Ihrer Rennstrecke betrachtet haben. Dies wollten sie uns natürlich eindringlich klarmachen, indem sie im cm Abstand an uns vorbeirauschten. Wir trollen uns und fahren weiter. In Mühlenbeck an der Tankstelle legen wir eine Pause ein. Manne kann was trinken und mein SR abkühlen. „ Mensch wo ist den Siegbert ?“ Unser „technischer Schluß“ kommt ,aber allein. Siegbert steht  ca.1km zurück. Schmiermaxe pumpt sich Häschens SR1 und schaut mal nach. Raus stellt sich ,das der Unterbrecher seinen Kontakt verloren hat. Mittels Häschens Werkzeug und zwei mörderischen, von Anwohnern geliehenen, Hämmern verniete ich das gute Stück provisorisch und wir können weiterfahren. Es macht wahnsinnig Spass mit einem Pulk dieser Fahrzeuge unterwegs zu sein. Wenn man kurz hintereinander fährt und die Motoren Ihr sonores Lied singen, hört es sich ähnlich an wie eine sich nähernde Bomberstaffel ! Nur das wir keinen Schrecken verbreiten, sondern nur Lachen und heitere Gesichter hervorrufen. Wir gelangen ohne Störung bis hinter Schönwalde, wo Siegbert fast seinen Krümmer verliert. Häschen fällt vor Lachen fast von seinem Moped. „ Was kann den nun noch bei Dir kaputtgehen“ fragt er Nobelschröder. Mit spitzen Fingern zaubert Siegbert die Krümmermutter wieder an Ihren Platz und versichert mehrmals diese vor der Fahrt festgezogen zu haben. Ich glaube Ihm das. Vibrationen sind beim SR ein eigenes Thema. Er gelangt dann glücklich und ohne weitere Panne nach Hause. Nach Schönow schlägt bei mir die Defekthexe wieder zu. Es rumpelt und blockiert ……… der Motor fest ….. MIST ! Alle anderen sind weg ! Die hatten wohl Jagdwurst zum Mittag !? Wozu hat der SR denn Pedalen ? Bis zu Häschen sind es ja nur noch ein paar hundert Meter.
Fazit „Schmiermaxe“ kommt als einzigster mit kaputtem Moped an. ABER ER KOMMT AN !
Erst mal ein Bier und dann das Teil ab auf den Hänger.Zuhause stellt sich heraus , nur die Schwungmasse lose  …………. Also leicht reparabel.

Tja ein Tag mit Hindernissen, aber ein schöner Tag !

Ralf

 

2005

1.Mai 2005 , vereinbart war 8°° Uhr Treffen bei Manne Haase. Pünktlich sind alle da .Na ja nicht alle ,Rainer fehlt ,der wohl am Vortag noch technische Probleme mit seinem Neuerwerb hatte und kurzfristig mit seinem Sachsmoped starten wollte. Na gut ,wir warten, schließlich sind wie immer einige Schrauben nachzuziehen oder Luft zu pumpen. Mein Erbstück habe ich schon vor 2 Tagen aufwändig vorbereitet , indem ich den Reifen Luft gegönnt , den Tank gefüllt und den Vergasertipper repariert habe. Viertel nach ziehen wir um vor Mannes Grundstück in Warteposition. Schnell noch einige Bilder von unserer , diesmal kleinen Truppe gemacht und eigentlich könnte es losgehen. Rainer kommt wohl doch nicht und so rollt unser Tross , Häschen auf seinem SR1 , Thomas auf dem SR2 Leihfahrzeug von Häschen , Siegbert auf seinem bewährten grünen SR1 , Manne Schwenzer auf seinem frisch restaurierten SR1 und letztendlich ich auf dem einzig unrestaurierten SR gegen 8³° Uhr in Richtung Innenstadt. Häschen hat noch wichtige Post zur Bank zu bringen , also beglücken wir Bernau mit dem infernalischen Getöse von 5 SR Triebwerken. Bernau-Markt ist nun inoffizieller Start nach Eberswalde. Da die B2 in Rüdnitz voll gespert ist , führt unser Weg über Albertshof , Rüdnitz , Danewitz  wieder auf die B2 und dann nach Eberswalde.Von dort aus soll es über Trampe , Grüntal nach Wilmersdorf gehen um dort einen Zwischenstopp bei der Simson-IFA IG zu machen ,welche dort Ihr 1. Treffen abhalten. Schließlich haben wir fest versprochen vorbeizuschauen. Die Stadtgrenze von Bernau haben wir diesmal gänzlich ohne Pannen hinter uns gelassen und fahren gemütlich in Richtung Albertshof. 1 km vor dem Ortseingang schlägt bei Manne Schwenzer die Defekthexe zu . Motor fest ! Das streckenweise zügige Tempo hat dem neu gemachten Triebwerk nicht gut getan. Zugegeben , Mannes SR hat schon immer etwas mehr  leisten müssen. Also 1. Rast. Siegbert stößt radelnder Weise zu uns. Sein Motor hat sich wohl ein Bespiel genommen und hat gleichfalls den Dienst versagt. Hier aber nur Vergaser und Kerzenprobleme. Mannes Knalltriebling hat sich inzwischen dazu entschlossen wieder Artgerecht zu funktionieren. Um weiteren Klemmern vorzubeugen wollen wir das Gemisch mit etwas Öl aufbessern. Doch niemand hat Öl dabei , nicht einmal Häschen , der unter seinem Mega-Ersatzteil- und Werkzeugrucksack kaum zu sehen ist. Ich fahre also in Begleitung von Thomas nach Hause und befülle eine Filmdose mit einem Gemisch aus Zweitaktöl und Molybdändisulfid . Gleich vor Ort überprüfen wir den Getriebeölstand bei unseren Motoren. Besser ist Besser. Wieder zurück auf unserem Zwangsrastplatz verteile ich das „ Wundermittel“ auf alle Fahrzeuge , letztendlich mit Erfolg , denn Mannes SR1 wird immer schneller . Vor allem Bergab , wo er zugegeben alle Vorteile auf seiner Seite hat. Siegberts Moped ist auch wieder fit , also nix wie „ on the Road again“. Ohne Störungen dringt unsere Armada bis in den tiefen Wald von Spechthausen vor. Das Wetter ist traumhaft und die Temperaturen sommerlich. Unsere Fahrzeuge schlagen sich wacker und wir genießen die Fahrt in vollen Zügen. Vorbei an blühenden Rapsfeldern , mit ihrem würzigen Duft , immer im Gewölbe der grünen Barnimer Alleen oder dichten Waldes. Doch scheinbar sind unsere Hinterteile nicht ganz so gut auf die Tour vorbereitet wie unsere Fahrzeuge. Durch deutliches Schmerzen signalisieren sie „ Mach mal Pause“ . Mitten im Wald naht ein Rastplatz . Beherzt rollt Häschen das Fahrerfeld von hinten auf , fegt am bisher führenden Siegbert vorbei und zwingt uns mit striktem Winken rechts raus zu fahren. Kurze Pause! Blut strömt wieder in Regionen wo es mehr als dringend benötigt wird. Thomas nutzt die Pause um endlich eine zu Rauchen. Er fährt den SR2 von Häschens Sohn , da er sein eigenes Fahrzeug leider nicht zum 1.Mai fertig bekommen hat. Im nächsten Jahr wird er auf seiner 2 Tour hoffendlich mit eigenem Fahrzeug unterwegs sein. Sogar Kalle Köppen hat zugesagt zur nächsten SR-Tour sein Moped fit zu haben , wiedermal. Schön ,denn um so mehr Fahrzeuge dabei sind um so mehr Spaß macht die Sache. Nach 5 min Rast entscheiden wir uns wieder loszufahren , da uns die Zeit drückt und wir wie versprochen noch in Wilmersdorf vorbeischauen wollen. Das wäre an sich kein Problem , wenn wir nicht bis 12 wieder in Bernau sein müssten, um als Oldtimerstammtisch am 1. Oldtimertreffen im Schloss Börnicke dabei zu sein. Also nix wie los. Der Vorsatz war da , doch ein SR hält nicht viel davon. Siegbert pedaliert wieder seinen SR1,welcher sich standhaft weigert anzuspringen. Nach 100 Metern gibt Siegbert mit heraushängender Zunge auf. Also , Fahrzeug abstellen , Kerze raus und immer Hintern einziehen. Die PKW`s fahren so dicht vorbei ,dass man um sein Leben fürchten muss. Das Problem ist schnell behoben , eine Bleibrücke hat die Zündung lahmgelegt. Nun geht es Non-Stop nach Eberswalde. Zwischendurch verliert mein Zweirad mehrmals an Leistung , hätte wohl doch den Vergaser richtig sauber machen sollen. Durch Eberswalde lotse ich unsere Gruppe um nicht in den Hauptverkehr zu geraten. Dabei dürfen wir mit unseren historischen Fahrzeugen auch historische Straßenbeläge kennenlernen. Fazit unsere Maschinen sind besser in Schuss als die alten Straßen. Am Ortsausgang Eberswalde gibt wiederum der grüne SR von Siegbert mit einem Röcheln seinen Geist auf. Nach mehrmaligem Wechsel der Kerzen und Austausch des Kerzensteckers springt der Gute wieder an. Der Zeitplan ist nun doch etwas im Argen und wir nehmen Kurs auf Wilmersdorf. Ohne Halt geht die Fahrt über Trampe ,Tuchen ,Grüntal, Tempelfelde, Schönfeld nach Wilmersdorf. Wäre das Wetter nicht so angenehm käme es doch schon einer Hetzerei nahe. Im nächsten Jahr werden wir uns wieder mehr Zeit lassen. So sah es wohl auch Manne ,der auf den letzten Metern nach Wilmersdorf  seinen Massenvorteil voll ins Spiel brachte und alle hinter sich zurück ließ. Warscheinlich animierten auch wieder blutleere Gefäße in hinteren Körperregionen zu schnellerer Fahrt. Glücklich auf dem Treffen der Simson IFA IG eingetroffen reparierte Siegbert wieder sein Fahrzeug welches am Eingang zu Objekt wiederum die Arbeit eingestellt hatte. Der Rest unserer Truppe gönnte sich ein sehr preiswertes Steak oder eine Bratwurst. Nebenher machten  wir Benzingespräche mit vielen Bekannten und ich reinigte die Hauptdüse meines SR-Vergasers. Ein Eis war auch noch drin. Gern wären wir noch geblieben aber die Zeit drückte. Vereinzelt verließen wir den Platz um pünktlich in Bernau zu sein und am Börnicker Oldtimertreffen teilzunehmen. So endete unsere SR-Tour , mal nicht wo sie begonnen hatte , etwas stressiger durch dichte Termine, dennoch war es wieder eine schöne Ausfahrt .

                                                     Ralf

 

2006

Morgens 7 Uhr lärmt der Wecker ,Zeit zum aufstehen. Schlaftrunken schlurfe ich ins Bad und versuche mich frisch zu machen. Sonnenstrahlen brechen durch dass Badfenster um mich wach zu kitzeln. Das Wetter scheint schön zu werden. Das brauchen wir auch, denn heute, am 1.Mai 2006 soll`s wieder mit dem Stammtisch auf große Fahrt gehen. Unsere berüchtigte SR-Ausfahrt steht an. Die Tour ist vorbereitet und das Moped fit gemacht. Gestern habe ich noch mal die Strecke abgefahren und einen Rastplatz gesucht, der gemütlich ist. Diesmal mit Erfolg, denn zwei Vorversuche haben mich u.a. in tiefstes Barnimer Dickicht verschlagen, bei dem verstörte Waldtiere panisch Reis-Aus vor mir nahmen. Dabei war ich selbst froh irgend wann wieder bewohntes Terrain zu erreichen. Auf der Rückfahrt schaute ich noch einmal bei Häschen vorbei und ertappte Thomas bei letzten Vorbereitungen für die SR-Tour.
2005 hatte Tommi noch mit Häschens SR2 unsere Ausfahrt mitgemacht. Jetzt, ein Jahr später mit eigenem Fahrzeug. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Blankgeputzt und frisch restauriert macht es eine gute Figur. Ob er aber durchhält ? Wir haben da schon Überraschungen erlebt ! Ein Blick auf die Uhr , noch Zeit für einen Kaffee , dann den Rucksack gepackt und los. Pünktlich um 8 bin ich bei Häschen. Heiko mit seinem Spatz ist schon da und Manne Haase hat seine Werkstatttore weit geöffnet um das alljährliche Wartungsritual stattfinden zu lassen. Schon fällt mir ein dass ich ja noch mal nach Öl schauen könnte. Alles O.K. Heiko wird indes bewusst, dass er auch mal nach Öl schauen könne. Es knattert auf der Straße, unverkennbar ein  SR. Ich zücke die Kamera und beim Anflug auf den
SR-Sammelplatz wird Thomas auf´s Foto gebannt. Nach und nach trudeln auch die Anderen ein. Erst Siegbert mit seinem grünen SR1, dann Manne Schwenzer , der seinen maronfarbenen SR1 pilotiert. Nur Rainer fehlt ! Er wollte doch mit seinem „neuen“ SR1 die Tour mitmachen ! Er hatte sich extra für die diesjährige Ausfahrt einen eigenen SR zugelegt. Manne Schwenzer klärt uns kurz auf „Rainer kommt nicht mit, Ihm geht`s nicht so gut“. Schade ! Müssen wir halt zu sechst aufbrechen. Auf geht´s, unsere Meute macht sich auf den Weg. Mit dem infernalischen Getöse von 6 Simson-Triebwerken brechen wir über Bernau herein. Die Fahrt geht stadtauswärts in Richtung Süden, der Sonne entgegen. Obschon diese sich redlich müht uns Wärme zu spenden ist die Nachtkühle noch deutlich zu spüren. Unsere Kräder fressen Kilometer um Kilometer. Links und rechts der Straße hat der Frühling fleißig sein Werk getan. Alles grünt und blüht mit voller Kraft. Zeit die Fahrt in vollen Zügen zu genießen. Als wir Birkenhöhe fast durchquert haben, bleibt Manne Schwenzer plötzlich stehen. Wir sammeln uns um Ihn und sein kränkelndes Fahrzeug. Dr.Molks macht sich sofort am Patienten zu schaffen. Die Diagnose , kein Zündfunken ! Manne sagt , der Motor hat mit knallen und Patschen seine Arbeit eingestellt. Das kenn ich! Meinen Tip, Schwungmasse lose und Keil abgeschert, bestätigt Dr.Molks nach kurzer Amputation des Motordeckels. Häschen hat natürlich sofort das passende Ersatzteil parat. Wie immer hat er sich blendend vorbereitet.
Der Schaden ist schnell behoben, der Patient erwacht wieder zum Leben und wir können weiterfahren. Vorbei an grünenden Feldern und einer Koppel mit grasenden Pferden geht es über Birkholz in Richtung Blumberg. Plötzlich schießt Häschen vorbei und bedeutet uns stehen zu bleiben. Die halbe Truppe fehlt. Wir finden Sie 1km zurück. Sie rannten aufgelöst am Straßenrand herum und suchten etwas. Siegbert hatte seine schöne Klingel-Glocke verloren. Tommi hatte die besten Augen und konnte dem strahlenden Siegbert sein Glöckchen zurückgeben. Weiter geht`s ! Ortseingang Blumberg, vorbei am Bahnhof und ab ins Ortszentrum. Als wir den schön gepflegten Dorfteich erreichten machen wir halt um unsere Frühstückspause zu machen. Die Auflage für unseren Rastplatz „in der Sonne muß es sein“ ist erfüllt. Siegbert beglückt uns mit Musik aus seinen nostalgischen DDR-Transistorradio, wobei er Mühe hat einen Sender zu finden. Auf Mittelwelle wird heutzutage nur noch wenig ausgestrahlt. Die Sonne steht höher und die Temperaturen sind recht angenehm. Frühstücksbrote werden ausgepackt und Getränke verteilt. So lässt es sich aushalten. Einige Anwohner sind aufgetaucht und bestaunen amüsiert unsere Fahrzeuge. Scheinbar auch ehemalige SR-Piloten. Sie bleiben bis wir unsere Motoren starten und wieder aufbrechen. Die Fahrt geht derweil nicht weit. Wieder bleibt Manne Schwenzer mit seinem SR1 stehen. Das Bremsgestänge hat sich verabschiedet und schleift haltlos hinterher. Gemeinsam befestigen wir es wieder am Bremshebel. Die Fahrt kann weitergehen. Kurz hinter Seefeld macht Häschen wieder Zeichen ,dass etwas nicht stimmt. Thomas und Manne fehlen. Also zurück. Ganz plötzlich und für uns alle unfassbar ist...........ratet..........wieder Mannes SR von der Defekthexe geschlagen, liegen geblieben. Mit lautem Gebrüll hat sich der Auspuff gelöst ,war auf die Straße gefallen und hatte Funken sprühend Furchen gezogen. Tommi versuchte den heißen, lädierten Krümmer wieder anzusetzen. Häschen öffnet wieder sein Wunderköfferchen und hilft mit einem Krümmerschlüssel aus. Wir empfehlen, vorbeugend alle Schrauben an Mannes SR nachzuziehen ,bevor sich noch etwas verabschiedet. Tja ,wer den Schaden hat , braucht für den Spott nicht zu sorgen ! Die Sr-Motoren nehmen ihre Arbeit wieder auf und befördern uns weiter durch Krummensee in Richtung Altlandsberg. Im Schattenspiel der Alleebäume gelangen wir störungsfrei bis zu Ortseingang. Dort halten wir kurz um uns einige alte Feuerwehrfahrzeuge anzusehen , die dort schon einige Jahre stehen und vor sich hin rosten. Beim Losfahren streikt , wie Wunder , wieder Mannes SR1 ,so dass wir ihn anschieben müssen. Heute ist wirklich nicht sein Tag !. Der größte Teil der Strecke ist jedoch geschafft und wir machen uns auf die Rückfahrt. Von Altlandsberg geht es über Buchholz und Wegendorf ohne Zwischenstop nach Werneuchen.
Dort angekommen besuchen wir die dortige Heimatstube. Interessantes aus dem Alltag, dem Flugplatz Werneuchen und der Bernauer Schleife sind dort ausgestellt. Leider ist die Zeit zu knapp, denn wir wollen noch nach Wilmersdorf zum Treffen der SIMSON-IFA-IG. Wir satteln wieder auf und verlassen Werneuchen. Ohne Probleme, nur etwas durchgerüttelt, gelangen wir nach Wilmersdorf und erregen dort einiges Aufsehen. Sofort werden wir in Gespräche verwickelt, bei denen Siegbert mit seinem Detailwissen glänzen und auch spezielle Fragen beantworten kann. Nach ca. 1 Stunde beenden wir unsere diesjährige SR-Tour mit der Rückfahrt nach Bernau. Abends werden wir das Ganze beim Grillabend auswerten !

Ralf

 

SR-Tour 2007


Um es vorweg zu nehmen, diese Ausfahrt war wieder schön und ereignisreich aber weniger spektakulär, der Pannen wegen, als die Vorhergehenden. Wie immer war Treffen bei Manne Haase, diesmal schon recht früh, weil

  1. mit 11 Piloten unsere Gruppe recht beträchtliche Ausmaße angenommen hatte und
  2. deshalb auch mit mehr Pannen zu rechnen war
  3. die Strecke mit über 100 km länger war als die Bisherigen.

Unsere Ausfahrt sollte wieder einmal nach Eberswalde gehen um im dortigen Familiengarten an einem Oldtimertreffen unter dem Motto "50 Jahre SR 2" teilzunehmen. Da wir schon des Öfteren diesen Kurs eingeschlagen hatten, war die Streckenplanung nicht ganz so einfach. Es sollte ja nicht langweilig werden. Obgleich die meisten unserer begeisterten Mitstreiter die Region um Bernau und Umgebung gut zu kennen glaubten, sollte die Strecke auf für sie einige Überraschungen bieten. Deshalb führte uns der Weg diesmal etwas weiter von zu Hause weg.

 Der Tourenplan im Abriss : Start in Bernau über Ladeburg, Lobethal, Rüdnitz, Dewinsiedlung, Grüntal,Klobbicke,Tuchen, Trampe, Gersdorf, Falkenberg ,Niederfinow ,Liepe nach Eberswalde. Die Rücktour von Eberswalde über Spechthausen, Melchow, Grüntal, Tempelfelde, Albertshof zum Treffen der Simson und Ifa Freunde im Gewerbegebiet Albertshof.

Wie üblich gab es vor der Abfahrt etwas zu reparieren. Ein Zündkondensator musste ersetzt werden. Diesmal ausnahmsweise nicht an Manne Schwenzers SR 1 , der war dieses mal leider nicht dabei ,sondern an dem SR eines Mitstreiters welcher extra aus Berlin Buch gekommen war, um an unserer Ausfahrt teilzunehmen. Um halb Neun ging es dann los. Das Wetter war gut, noch etwas kühl aber mit wachsender Entfernung stiegen auch die Temperaturen. Gut gelaunt und wirklich ohne die kleinste Panne absolvierten wir die ersten 40 km. Erst nachdem wir eine, der Streckenführung wegen, unumgänglichen Stuckerstraßen bewältigt hatten, schlug erstmals die Defekthexe zu. Thomas Seifert, einer von 3 mitfahrenden Thomas, blieb mit Motorstörung liegen. Das Problem „Popel“ in der Kerze war schnell behoben und die Fahrt konnte weiter gehen. Die nächste Steigung erwies sich allerdings als zu steil für sein Moped und es blieb mit röchelndem Motor stehen. Leider erfuhren wir dies erst 5km weiter am geplanten Picknickplatz. Wir machten uns also zu zweit auf den Rückweg. Nachdem wir 4,8 der 5 km zurückgefahren waren, kam uns Thomas mit wieder fahrendem SR entgegen und wir konnten zufrieden am Gersdorfer Teich Pause machen. Zeit um aufzuzählen wer in diesem Jahr mit von der Partie war. Da wären von der Stammcrew: Manne Haase, Siegbert Straßburg, Thomas Molks, Rainer Selch, Ralf Ebel und erstmals mit dabei Bernd Krispin, Thomas Seifert, Thomas Nagel und noch 3 andere, mir namentlich unbekannte Mitstreiter.
Nachdem wir genug Sonne getankt hatten, machten wir uns auf zum letzten Drittel unserer 1.Etappe.Den langen Falkenberg im diffusen Licht des Waldes herunter und dann parallel zum nahen Landgraben nach Niederfinow. Unter den gaffenden Blicken vieler Besucher am Schiffshebewerk Niederfinow vorbei, ging es die kurvenreiche, von Bikern so geliebte Strecke nach Eberswalde mit unseren PS-Monstern entlang. Geschlossen trafen wir dann im Familiengarten ein.
Die dortige Veranstaltung war eher ernüchternd.So stellten wir, mit unseren 11 SR´n die größte Gruppe von SR-Fahrer und Fahrzeugen.Ein Moderator versuchte sich halbherzig und mehr schlecht als recht um etwas Unterhaltung. Eine einzige, hoffnungslos überforderte Imbissbude versuchte mit 5 Bratwürsten all die hungrigen Mäuler zu stopfen und Bier gab es auch erst nach längerem Anstehen. Wir schauten uns halt etwas um, besuchten die 5 anwesenden Gebrauchtteilehändler um schließlich nach etwa einer Stunde die Veranstaltung in Richtung Simson – IFA Treffen zu verlassen. Die Fahrt dorthin verlief ohne Zwischenfälle. Den stark strapazierten Hinterteilen Tribut zollend, wurden die letzten km bis zum Gewerbegebiet Albertshof mit Vollgas gefahren. Endlich absteigen und dem gebeutelten Hintern Ruhe gönnen! Dort angekommen …………. Himmel und Menschen. Was haben die dort auf die Beine gestellt. Hut ab ! Kaum waren wir durchs Tor rannten schon die ersten Bekannten herbei und erst „strenge“ Ermahnungen seitens meiner Mitfahrer bewegten zum Einschwenken auf Parkposition. Dort endete unsere diesjährige Ausfahrt mit etwas Softeis vom Stand und einer lang vermissten Bratwurst.
Die Auswertung des Tages wurde wie immer zünftig bei Manne Schwenzer geführt und mit Bier und Gegrilltem abgerundet.

Bis zum nächsten Mal !

Ralf

 

2009

1.Mai 2009 , nach 2 Jahren Pause , im vergangenem Jahr fiel ja Herrentag und 1. Mai leider zusammen ,zelebrieren wir bei schönstem Maiwetter unsere SR-Tour anno 2009. Treffpunkt wie immer bei Häschen. Als ich vorfahre ist Thomas Molks schon da und fiebert der Ausfahrt entgegen. Nach und nach trudeln weitere SR-Piloten ein. Der Letzte ist wieder ein Thomas ,diesmal aber Thomas Nagel. Einige unserer sonstigen Mitstreiter haben abgesagt ! Manne Schwenzer streikte, ob des Martyriums und seiner angeschlagenen Gesundheit wegen ,Rainer Selch will lieber seinen Mercedes-Oldi in Schuss bringen und Bernd Krispin putzt Garagenwände für einen Freund. Trotzdem sind wir zu zehnt als wir starten. Die Tour geht über Schönow, Schönwalde, Mühlenbeck , Zühlsdorf , Stolzenhagen , Wandlitz , Ützdorf, Lanke nach Bernau wo sie wie immer beim Treffen der Simson & Ifa Freunde endet. Das Wetter ist Superkalifarilistisch-expialigorisch ! Mit der noch etwas tief stehenden Sonne fahren wir aus Schönow heraus und genießen das herrliche Grün um uns herum. In den letzten 14 Tagen ist aus dem braunen blattlosen Geäst wieder ein saftig grüner Wald geworden. Im Gras versteckt sich verwirrt eine Katze. Tief geduckt , kauert sie im dichten Grün um sofort reiß aus zu nehmen, wenn Ihr die tosenden Ungetümer zu nahe kämen. Wir wollen aber keine Miezekatzen ärgern sondern unsere Ausfahrt genießen. Der Vorsatz ist jedenfalls da  ,aber einige hundert Meter weiter fehlen 2 Mann. Nothalt ! Etwas lahm schleppen sie sich kurz darauf an den wartenden Tross heran. Ein SR2 zieht nicht richtig und nimmt nur widerwillig Gas an. Der SR ist vor kurzem erst als restauriert erworben und nie länger gefahren worden. Kann ja nicht so arg sein ,da hatten wir schon andere Sachen. Wird eine verstopfte Düse oder das Schwimmernadelventil im Vergaser sein. Also unverzagt nachgeguckt. Plötzlich knattert es auf der gegenüberliegenden Straßenseite . Ein seltsam bekanntes Geräusch. Ein SR2 mit Hänger naht. Er hält und wir laden Ihn ein an unserer Ausfahrt teilzunehmen.Er ist dem nicht abgeneigt , schaut aber  erst einmal unseren Reparaturversuchen zu. Nach einer satten halben Stunde haben wir den Vergaser ca.4 Mal auseinander gehabt ,den Schwimmerstand korrigiert ,den Auspuff auf Verschluss kontrolliert und die Zündung überprüft. Richtig läuft er aber immer noch nicht. Molki und ich sind am Ende mit unserem Latein und der Meinung ,dass der doch recht ausgeklapperte Motor irgendwo Nebenluft zieht. Da hilft nur ein Provisorium. Der Luftfilter wird halb geschlossen und mit etwas fetterem Gemisch sowie gedrosselter Geschwindigkeit geht es weiter. Die Tour wird es schon halten und danach ist eine Grundrevision des Triebwerks angeraten. Einige unserer Truppe sind sehr früh losgefahren ,so dass unserer Tross in einige kleine Grüppchen zerfällt. Erst in Schönwalde sind wir wieder komplett. Nur unser neuer 11.Mann fehlt. Er hat unterwegs einen Bekannten getroffen und plauschender Weise den Anschluss verpasst. Unverzagt fahren wir gemeinsam weiter nach Mühlenbeck. Unter dem dichten Dach des Waldes ist es noch recht kühl und so ist es immer angenehm wenn die Sonne durch die Kronen der Bäume bricht und mit ihren kräftigen Strahlen uns etwas fröstelnde Fahrer wärmt. Den schattigen Wald haben wir bald verlassen und wir brechen mit unserer wilden Horde über Mühlenbeck herein. Wir schaffen es fast bis zum Ortsausgang. Vor einem großen Parkplatz , genau gegenüber einer Kneipe fängt unser Sorgenkind an patschen. Wahrscheinlich  ist die Kerze „verpopelt“ . Also rechts raus , gut das der Parkplatz da ist. Kaum das wir stehen wird überall Werkzeug ausgepackt und geschraubt was das Zeug hält. Als hätten alle urplötzlich Probleme. Schädliche Erdstrahlen oder so was ??? Siegbert wechselt seine Kerze , da hatte doch der schön restaurierte SR1 einen Hustenanfall . Thomas Nagel fingert auch an seinem blauen SR1 , irgendwas ist auch da faul. Heiko ,der den geliehenen SR2 von Bernd fährt , schwingt auch den Kerzenschlüssel . Ich kümmere mich erst einmal um unseren Schmerzpatienten. Das Gemisch ist ja mit dem halb geschlossenen Luftfilter weit vom Optimum entfernt und die Kerze hat es mit einer sauberen Bleibrücke gedankt. Das ist ja schnell behoben, was weit mehr Probleme macht ist der lose Kettenschutz. Die 6er Schraube hat wohl den Ausflug ins Grüne genutzt um sich selbständig zu machen. Kumpel Unterlegscheibe ist gleich mit abgedampft. Ich krame in meinem Ersatzteilfundus und fördere eine passende Ersatzschraube nebst Scheibe zum Vorschein. Blöder Weise sitzt das Ganze dermaßen unter Spannung , dass ein Ansetzen der Schraube scheinbar nur mit Gewalt möglich ist.
Aber was ist denn das ? Da fehlt doch die Schwingachsenmutter ! Entweder war die schon vorher weg oder sie ist ihren desertierten  Artgenossen hinterher. Keiner von uns hat eine Mutter M10 dabei. Ohne fahren ? ……….Risiko ! Wenn die Achse rauswandert macht sich die Schwinge selbständig. Da steht doch so ein , aus groben Stämmen gezimmertes Rasthäuschen. Außer Holz besteht das Teil zufällig aus 10er Gewindestangen nebst Muttern.Wir borgen uns dort mal eine. Achse befestigt , Kettenschutz mit vereinten Kräften angeschraubt und nun könnte es losgehen. Nöö …….. Thomas bastelt immer noch an seinem 1er. Alles Schei… der Zündfunke ist derbe schwach und das Mistding will einfach nicht mehr anspringen. Molki spendiert einen anderen Kerzenstecker…..nix.
Was soll’s , mit meinem Abzieher bewaffnet nähere ich mich dem Ungetüm. Siegbert unterstützt die OP mit seinem 14er Steckschlüssel und so ist die Schwungmasse bald amputiert. Herr Nagel tippt auf toten Kondensator , also raus damit und einen von seinen Ersatzkondensatoren eingebaut. Das Wechseln sieht recht brachial aus, aber funktioniert, nur dass der Zündfunke immer noch ausbleibt. Da gibt es ja noch Ersatzkondensator Nr.2. Resultat………gleich bleibend. Die mit Isolierband umwickelte Zündspule rückt in den Kreis der Verdächtigen. Nachdem bei leichtem Ziehen am Anschlusskabel selbiger ohne Widerstand rausflutscht, ist eigentlich klar , Zündspule tot. Natürlich hat Häschen in seinem Zauberbeutel eine Spule versteckt. Schweren Herzens überlässt er sie Thomas.Der Aufforderung den Unterbrecher auch gleich zu wechseln hatte ich mich vehement widersetzt aber nach dem auch die „neue“ Spule nur  sporadisch Funken liefert  wechsele ich auch den Unterbrecherkontakt . Hurra ein SUPER Funke und das schon nach 30 Minuten !!!??? Alles zusammengesteckt und los geht die wilde Jagt. Ohne Probleme fahren wir nun über Zühlsdorf nach Stolzenhagen. Dort habe ich unsere Rast geplant.
In den letzten Jahren war immer ein lauschiges Plätzchen, möglichst am Wasser, Ziel für unser gemeinsames Picknick. So auch dieses Jahr, am Stolzenhagener See. Nur das wir dieses Jahr nicht ganz so allein unseren Hunger und Durst stillen. Der von mir auserkorene Rastplatz ist mit Imbiss, Grill und Bierwagen ausgestattet. Musik spielt und das sonnige Maiwetter hat etliche Ausflügler dorthin getrieben. Wohlwissend um die dortige Versorgung habe ich mir nichts als Wegzehrung eingepackt und stelle mich gleich am Grill an. Dort liegen verloren auf einem etwa 1 Quadratmeter großen Grillrost drei arme Würstchen. Wie schon so oft auf Veteranenrallyes erlebt, sind die Betreiber auf einen solchen „Run“ nicht vorbereitet. Wie kann es denn sein ,dass zur Mittagszeit Leute was vom Grill haben wollen ? Das kann doch keiner ahnen ! Schnell werden ganze 3 Würste nachgelegt und wir harren deren Vollendung. Die Warteschlange verspricht da noch einigen Verdruss. Nach 5 Minuten mit einer Bratwurst nebst Senf und Brötchen bewaffnet gönne ich mir noch ein frisches Diesel . Wo ist denn nun der Rest der Truppe ? Etwas Abseits haben sie es sich in einer Holzhütte zum Brunch bequem gemacht . Zeit zum Plauschen. Nach und nach trudeln auch die Letzten , glücklich mit einer Bratwurst bewaffnet, ein. Meist müssen sie herbei gewunken werden ,da die Holzhütte etwas abseits liegt und nicht gleich ins Auge fällt. Irgendwo hatte ich gesehen ,dass es Softeis gibt. Alle sind noch genüsslich am Schmatzen , da kann ich mir noch ein Softeis gönnen. Ich nehme die extra große Portion ! Die habe ich gerade auf ,da wird allgemein zum Aufbruch geblasen. Nun fällt auch auf ,dass Thomas Nagel gar nicht mit am Holzhaus war. Der hat es sich bei seinem SR gemütlich gemacht und erneut Kerzen gewechselt. AUF ZUR ZWEITEN RUNDE ! Vom Stolzenhagener See aus , geht es über Wandlitz , Ützdorf nach Lanke. Unterwegs schieße ich während der Fahrt noch ein paar Bilder mit der Kamera ,nicht ganz so einfach , gleichzeitig lenken und fotografieren. Mittlerweile ist es angenehm warm geworden und selbst im Schatten der dichten Baumkronen kommt kein Frösteln mehr auf. Vor Ützdorf werden wir von einer Gruppe Harley`s überholt ,die neidvoll auf unsere PS-Monster starren. Huldvoll grüßen wir , mit der bei Bikern üblichen Geste zurück ! Harley fahren kann schließlich jeder , aber einen SR bändigen , dass müssen schon ganz andere Kerle sein !!! Im Jagdhotel Ützdorf gaffen verwundert und amüsiert die im Biergarten sitzenden Gäste ob der vorbeiziehenden Horde. Die hoch erhobenen Daumen sind uns lobende Anerkennung und „ gehen runter wie ÖL“.
Der Obersee mit seinen, von leichten Wellen liebkosten, Ufern gleitet an uns vorbei und blendet mit glitzernden Lichtreflexen durch das lichte Ufergrün unsere, vom diffusen Dunkel des Mischwaldes, empfindlich gewordenen Augen. Der herrliche Geruch von frischem Grün , Waldboden und Seewasser liegt in der Luft. Tief durchatmen ! Ortseingangschild Lanke , an der nächsten Kreuzung nehmen wir Kurs Richtung Bernau. 10 Meter hinter der Kreuzung bleibt Siegbert mit patschendem Motor stehen. Wieder mal Kerzenwechsel.
Blöder Weise stellen auch die anderen ihre Motoren ab und natürlich springen unsere 2 Sorgenkinder nicht mehr an. Jetzt werden die Reservekerzen knapp. Ich hab noch eine alte 260er Isolator bei ,die ich Thomas kredenze. Nach einigen Minuten läuft auch Sorgenkind Nummer 2 wieder und unsere Gruppe macht sich auf den Weg nach Bernau. Bis Ladeburg geht alles ohne Probleme und die SR-Motoren singen ihr sonores Lied. In der Auffahrt eines Baubetriebes ist wieder ungewollt Pause. Meine gute, alte 260er hat aufgegeben und Thomas muss wieder bauen. Mittlerweile haben sich einige entschieden nicht mit zum Treffen der Simson-Ifa-Freunde zu fahren sondern direkt nach Hause. Auch Sorgenkind Nr. 2 macht keinen Mux mehr , weil der Pilot natürlich den Motor abstellen musste und dieser , höchst überraschend , nicht mehr anspringen will. Nun will er nach Bernau-Süd schieben !!! DAS GIBT ES BEI UNS NICHT ! EIN SR FÄHRT ! Mit viel Überredung fängt das Triebwerk doch wieder an zu arbeiten und gemeinsam machen wir uns auf den Weg. In Bernau trennen sich unsere Wege. Mit der Hälfte unserer Truppe geht es noch zum Treffen der Simson-Ifa-Freunde wo im herrlichsten Sonnenschein unsere diesjährige SR-Tour endet.

Zum Abschluss des Tages wird, im ziemlich kleinen Kreise, bei Manne Schwenzer der obligatorische Grillabend mit Bier , Grillwurst , Fleisch und leckeren Salaten von Mannes Frau liebevoll kredenzt , zelebriert.

Da freut man sich schon auf 2010 !

Ralf

 

SR-Tour 2010

1.Mai 2010 . Blick aus dem Fenster…………etwas grau aber „ Gott sei Dank“ trocken. Na dann kann es ja losgehen. Noch schnell etwas Proviant für unterwegs eingesteckt , die kleine Werkzeugtasche mit allerlei Nützlichem auf den Gepäckträger meines SR 2 geschnallt und Start in Richtung obligaten Treff bei Häschen.
Gestern habe ich noch kleine Reparaturen durchführen müssen ,weil der Rahmen an der Ständeraufnahme gerissen und verbogen war ,so dass die Kette am Rahmen schliff. Das war schnell behoben und das Erbstück von meinem „Onkel“ Josef machte sich selbst alle Ehre ,da es nach einjähriger Pause auf dem ersten Tritt ansprang.

So wie früher ………. Es war immer ein Zelebrat  von Josef , der damals schon weit in die 70 war aber den SR noch regelmäßig nutzte, mit mir zu seinem SR zu gehen und folgendes Prozedere abzuhalten. Ich als 10 oder 12 Jähriger „durfte“ mittels der originalen Luftpumpe jeweils 10 Stöße vorn und 10 hinten auf die alten Pneus pumpen und danach das Moped anwerfen. Unter Aufsicht natürlich und immer selbem Ablauf : Benzinhahn auf , etwas warten , am Vergaser tippen bis gut Benzin kam , Luftfilter zu , Zündschalter auf an und dann ………… ein Tritt auf die Pedale. Das Resultat war immer gleich. Das Moped sprang sofort an und ich war stolz wie nur Irgendwas. ………. Nun ist Josef schon viele Jahre tot , ich selbst etwas älter geworden aber das Moped ist noch immer das Selbe und tut zuverlässig seinen Dienst.


Als ich beim Hasen Manne ankomme ist schon eine kleine Truppe versammelt. Guido mit Vater Willi , 2 Mal Thomas , Häschen natürlich und zum ersten Mal dabei Mario. Marios Hobby sind eigentlich Traktoren ,von denen er mehrere alte und wunderschöne Exemplare besitzt , aber eben auch einen SR 2. Da passt er gut in unsere Truppe. Heute Morgen ist er allerdings etwas maulig ,da sein SR nicht mehr will. Gerade bis zum Treff hat er es noch geschafft und nun zieht er nicht mehr das Hemd vom Ar… ! „ Kann ich gleich wieder nach Hause fahren ……… Gestern lief die Karre noch einwandfrei !!!!! „ tönt er. Ich beruhige Ihn , das war ja noch nie anders bei unserer Tour. Zu aller erst, wird bei Häschen immer repariert.
Der Fehler war schnell entdeckt . Ein versotteter Auspuff war der Übeltäter. Die Dinger sind ja demontierbar und mittels Propanbrenner recht schnell zu reinigen. Unsere Hände hatten dies danach auch nötig. Allerdings benutzten wir dafür lieber Wasser und Spülmittel.
Während unserer kleinen Reparatur kam auch Siegbert an und unsere Truppe war für dieses Jahr komplett. Bernd , Rainer ,Heiko und Manne Schwenzer hatten abgesagt. So waren wir „nur“zu neunt .
In diesem Jahr hatte ich eine Route geplant ,die uns mal in eine etwas andere Richtung führen sollte. Bernau hatten wir bisher immer in Richtung OST , WEST oder NORD verlassen. Die Südrichtung war immer unattraktiv , weil es dort gen Berlin geht. Mit dem SR durch Berlin ……… Naja nicht wirklich der Bringer !  Aber es gibt auch dort ruhige Wege ,die man in landschaftlich schöner Umgebung befahren kann . Kurz geschildert ,unser Weg führte uns von Bernau über Schönow , Zepernick ,Buch , Lindenberg ,Ahrensfelde , Eiche nach Mehrow. Dort war die Rast geplant. Zurück ging es dann über Altlandsberg , Krummensee , Löhme , Börnicke , Therfelde , Albertshof nach Bernau ins Gewerbegebiet zum Treffen der Simson IFA IG , wo unsere Ausfahrt wie jedes Jahr endete.
Eigentlich könnte ich nun aufhören ,denn die Fahrt verlief nahezu Pannenfrei. Da es aber ohne Panne zu langweilig gewesen wäre , spendierte uns Siegbert einen technischen Halt.
Schon auf der Hinfahrt nach Mehrow hatte er über „Stimmungsschwankungen“ seines SR2 geklagt. Mal lief er zögerlich und schlecht , kurz darauf  riss er Flastersteine aus der Straße.
Kurz vor Altlandsberg ging dem SR die Puste aus und ein Kerzenwechsel sollte die Sache bereinigen. Sollte……, brachte es aber nicht. Schon die ersten Takte zeugten vom Unwillen des Triebwerks. Meine Vermutung = Zündprobleme. Also den Kontakt untersucht. Der war soweit vom Abstand her ok. Zünspule war neu, also doch den Vergaser untersucht. Dreck war drinn aber nach dem Säubern lief das Motörchen immer noch nicht richtig. Guido bemerkte „ Im vergangenem Jahr hatte ich ja ähnliche Probleme und da habt Ihr den Kondensator gewechselt und dann lief er.“ Der Kondensator , na klar ! Der war am Anschluß lose ,also hin.
Werkzeug raus , jeder gab was er dabei hatte. Schwungmasse ab , Platte raus und Kondensator gewechselt. Der Kontakt bekam auch noch eine kleine Behandlung ,da er schon recht verbrannt war. Zusammengebaut und zur Freude aller lief der SR2 Motor bestens.
Nachdem das Werkzeug verstaut war fuhren wir weiter Richtung Krummensee um dort eine kurze Rast im dortigen Seehof zu machen. Als wir dort ankamen fehlten Molki und Guido.
Ich wollte mit Siegbert gerade zurückfahren um zu gucken was los ist ,da knatterten sie schon heran. Eine Kerze hatte bei Guidos SR den Dienst quittiert.
Im Seehof gab es Grillwurst , Kaffe und Kuchen sowie ein Bier bzw. ein Radler für die durstigen SR-Treiber. Irgendwann ging es dann weiter. Ohne weitere Zwischenfälle gelangten wir zum Treffen der Simson IFA IG wo unsere gemeinsame Ausfahrt endete. Auf dem wie immer gut organisierten Treffen gab es Einiges zu sehen. Simson Moped´s im Original bis extrem Modifiziert. Einige müssen Unsummen in Ihre Mopeds gesteckt haben. Na jeder hat eben seine persönliche Macke.
Abends schlossen wir den 1.Mai mit einem gemütlichen Grillabend bei Manne Schwenzer ab. Wie immer hatte seine Frau Viola für unser leibliches Wohl gesorgt. Das Grillen übernahm Eberhard unter Aufsicht von Manne. Nicht nur das Essen schmeckte ,nein auch das Bier war recht bekömmlich. Das wir nebenher noch zwei Flaschen Wilthener leerten ist eher ungewöhnlich aber Realität . Da freut man sich aufs nächste Jahr !

In diesem Sinne

Bis 2011

 

2011

Wieder einmal ist es 1.Mai.. Dem Wetterbericht nach soll es trocken, sonnig aber etwas windig werden. Die Wetterfrösche haben sich ja schon oft geirrt, ................diesmal nicht! Noch schnell Kaffee gekocht und den Rucksack gepackt. Vorsichtshalber 3 Tassen verstaut, hat doch trotz Ansage oft der eine oder andere nichts dabei und Picknick ganz ohne ist ja nicht wirklich was. Zusätzlich zur, schon auf dem SR verstauten Armeeplane, noch eine Decke eingepackt und die Thermoskanne mit dem Kaffee nicht vergessen. Nun kann es eigentlich losgehen, etwas Zeit ist noch, denn Treffpunkt ist 9 Uhr, wie immer bei Häschen. Reicht noch für ein kleines Frühstück und ne Tasse Tee.
Pünktlich 8.45 starte ich gen Blumenhag. Mein SR2 läuft wieder super, obwohl ich nur Luft auf die alten Pneus gepumpt und etwas Kraftstoff nachgefüllt habe. Der Tank war vom vergangenen Jahr noch fast voll. Als ich bei Häschen ankomme ist schon fast die gesamte Mannschaft versammelt. Guido mit seinem Vater ,  Mario (diesmal vorsichtshalber mit Spezialauspuff von einer 98er Sachs an seinem SR ), Marco , Molki, Jürgen auf SR1 das erste Mal dabei und Häschen natürlich. Kurz darauf kommt Olaf Przygodda mit übermüdetem Gesicht angeschlichen, dass es einen dauert. Muss wohl eine kurze Nacht gehabt haben. Olaf fährt auch zum ersten Mal mit. Er hatte schon mehrere Anläufe in den vergangenen Jahren genommen aber diesmal hat er es wahr gemacht und ist dabei. Sein SR ist schon vor Jahren von Häschen aufgebaut worden, hat aber lange gestanden und musste für die erste große Fahrt wieder in Gang gebracht werden. Es knattert und Siegbert biegt mit seinem SR1 um die Ecke. Als er absteigt ruft Guido uns zur Anprobe! Er hat für alle Stammtischler T-Shirts dabei und die müssen natürlich zünftig angezogen werden! Guido hat ein eigenes Unternehmen für Folien und Werbetechnik. , mit dem Namen "FIRSTLINE" in Bernau.Er hat sich unseres lang gehegten Planes für ein Stammtischshirt angenommen und diese kurz entschlossen gesponsert. Ein großes DANKE dafür an dieser Stelle.
Ein Handicap hat er außerdem, weil er sich sein Bein verletzt hat und mit Schmerzen nur humpeln kann.
Fehlt eigentlich nur Rainer und Christian Schmidt, letzterer wird Gärtner genannt, weil er ein Solcher ist. Christian ist auch zum ersten Mal dabei und pilotiert einen SR2 den er erst vor 5 Tagen aus einem Schuppen gezogen hat. Vorbereitende Maßnahme, auftanken und Kraftstofffilter einbauen, des etwas rostigen Tanks wegen. Er rollt kurz darauf mit einem Transporter vor und lädt den SR vor Ort aus. Was für ein Fopaux, denn alle sind auf eigener Achse angekommen. Nur Gärtner nicht ! Das kleine Moped ist in dem riesigen Transporter kaum zu erkennen. Natürlich muss er einige Spott Triaden über sich ergehen lassen. Er versucht sich zu rechtfertigen! War er doch vorher in der Kirche und dort wäre es unangemessen mit dem SR vorzufahren. Dem Pastor hätte es vielleicht gefallen! Marco packt mit an und das Gefährt ist fix ausgeladen. Ich ahne Schlimmes, sieht doch recht bizarr aus und, wie schon erwähnt, wurde das Moped vor 5 Tagen erst aus Jahrzehntelangem Dornröschenschlaf erweckt. Na wir werden sehen. Reparaturen unterwegs sind geplant und irgendwie das Salz in der Suppe. Manch einer hat allerdings auch schon mal die Suppe versalzen …………… !
Rainer ist immer noch nicht aufgetaucht und Molki ruft bei Ihm an ob wir noch mit Ihm rechnen können, denn eigentlich könnten wir losfahren. Nun stellt sich raus, dass er keines der raren Mopedkennzeichen bekommen hat und deshalb nicht mitkommen kann. Die Dinger sind auch wirklich schwer zu bekommen J ! Von der sonstigen Truppe fehlt auch Bernd, der an seinem Haus baut, Thomas X und Thomas Nagel, der auch das gleiche Problem hat wie Rainer.
Nun geht sie Los die „wilde Jagd“! So wild ist sie eigentlich nicht, denn die Strecke habe ich 2-mal abgefahren und im Selbstversuch mit meinem Leipziger Schulfreund ausgesucht. Es wird jedes Jahr schwieriger etwas „Neues“ zu finden, da wir ja von Bernau aus starten und auch hoffentlich wieder dort ankommen. Die Tour geht heute vom Blumenhag über einen geschobenen Sandweg nach Schönow, über Röntgental, Buch, Schönerlinde, Mühlenbeck , Basdorf , nach Stolzenhagen und soll von dort aus über Klosterfelde , Prenden , Lanke wieder in Bernau enden. Natürlich wissen die anderen nicht um den Streckenverlauf, soll ja eine Überraschung sein. Die Strecke geht vorwiegend über gute Straßen, nur einige wenige, kurze Abschnitte mit schlechtem Straßenbelag sind dabei. Eine Rast zum Picknick ist im Basdorfer Wald geplant.

Olafs Wunsch folgend machen wir erst einen Abstecher am Haus der Nachbarn vorbei, denen er von seinem ersten weiteren Ausritt berichtet hatte und die nun unsere Truppe sehen wollten. Die Straße ist leider erbärmlich, so dass wir erstmal wachgerüttelt wurden. So sind wir aber bei Manne Schwenzer vorbeigekommen und konnten Ihn mit einem Hupkonzert wecken J . Dann geht es in Richtung Eichwerder an der S-Bahn entlang nach Schönow. Der Sandweg wurde vor kurzem glatt geschoben, so dass wir auch mit unseren Mopeds dort problemlos fahren können. Eine Alternative wäre eine bitumierte Straße inmitten  Einfamilienhäusern gewesen, aber die Wiesen, kleine Teiche und die angrenzenden Gartenanlagen an unserer sandigen Strecke sind eine Augenweide. Schließlich ist Mai und alles grünt und blüht, dass es eine Freude ist. Von Schönow aus geht es wieder auf Asphalt gen Röntgental. Ich bitte Häschen ,der den schnellsten SR von uns hat doch hinten zu fahren und im Falle einer Havarie nach vorn aufzuschließen und Bescheid zu geben ,dass wir halten können um dem Pechvogel zu helfen. Kurz darauf bemerken wir, dass Olaf, Molki und Häschen fehlen. Der Trupp hält und ich fahre zurück. Fast die ganze Strecke bis Schönow , wo die 3 stehen und an Olafs SR2 schrauben. Er ist mit Zündaussetzern stehen geblieben. Ich kann es mir nicht verkneifen Häschen zu fragen was er“ mit Bescheid geben“ nicht verstanden hat. Die Antwort bleibt er mir schuldig, aber von da an klappt es wie am Schnürchen und er hatte reichlich zu tun. Die Kerze von Olafs Moped wird erneuert und das Ding will trotzdem nicht anspringen. Olaf hat vom Pedale treten schon einen hochroten Kopf und ist außer Atem. So hatte er sich seine erste SR-Tour nicht vorgestellt. Ich sehe den alten rostigen Kerzenstecker mit seiner Blechhülle. „Mach die Sch... Bleche ab“ sag ich zu Molki, der fleißig schraubt. Die Dinger waren schon immer eine häufige Ursache für Zündstörungen, weil sie zur Hülle hin Durchschlagen. Nachdem der Kerzenstecker seines Blechkleides beraubt ist, springt das Triebwerk unseres Patienten sofort an und es kann endlich weitergehen. Wir schließen zu den anderen auf und Siegbert versucht sich durch emsiges pedalieren im Starten seines SR1. Vergebens ! 100 m weiter und außer Atem gibt er die Startversuche auf und widmet sich dem Kerzenwechsel. Gut also wieder kurze Pause. Der SR1 springt an und wir rollen gemeinsam weiter um über Röntgental hereinzubrechen. Leider begrüßt uns der Vorort von Berlin mit ca. 100 m Kopfsteinpflaster. Wieso das kleine Stück Strasse nicht auch mit dem folgenden glatten Asphalt überzogen worden ist, wird sich mir wohl nie so richtig erschließen. Dem Rütteldamm gerade entkommen bemerken wir das Fehlen von......RATET! Natürlich Olaf , Molki und Häschen.
Genau auf dem schlechtesten Stück hat Olafs SR wieder Bauchschmerzen. Das Ding ist irgendwie misslaunig, nach Jahren des schönsten Dornröschenschlafs nun arbeiten zu müsse. Genau das Gegenteil von Gärtners Findelkind welches einfach nur läuft. Das süffisant Grinsen von Gärtner, welches er mir bei einigen Überholversuchen zuwirft, soll bedeuten, SIEHSTE  ... GEHT DOCH !!! Hatte ich Ihm doch prophezeit, dass er mit seinem Ausgrabungsstück Probleme bekommt.
Molki bekommt Olafs Zweier wieder zum Laufen und ab geht es nach Berlin Buch. Kurz vor dem Ortsausgang schwächelt Olafs Gefährt schon wieder und wir entschließen uns zur erweiterten Inspektion. Nun hat auch Gärtner Blut geleckt und beteiligt sich an der Ursachenfindung. Der Vergaser wird zerlegt und der Zündprobleme wegen die Grundplatte demontiert. Eine von mir gesponserte Isolatorkerze fliegt als DEFEKT ins nahe Gestrüpp. Später stellt sich heraus, dass sie doch nicht kaputt war. Eigentlich scheint alles ok, aber der Kondensator wird prophylaktisch gegen einen geprüften aus meinem Ersatzteilfundus ausgetauscht. Häschen gibt wie immer technische Hilfe mit seinem Werkzeugsortiment. Nachdem alles wieder zusammengebaut ist läuft der Zweier wieder und wir freuen uns die Ursache gefunden zu haben. Leider zu früh, denn schon etwa 6 km weiter in Schönerlinde schlägt bei dem Gefährt wieder die Defekthexe zu. Mittlerweile ist das für keinen mehr spaßig. Olaf ist es peinlich uns mit seinem SR ständig aufzuhalten. Wir versichern Ihm, dass das bei anderen Touren auch oft so war und er sich keine Gedanken machen soll. Der Rest der Truppe nimmt die ständigen Pausen gelassen, aber fahren wäre doch schöner. Auch dem Gärtner ist das Grinsen aus dem Gesicht verschwunden, denn auch sein Moped lässt Ihn während voller Fahrt plötzlich im Stich. Der Motor springt zwar nach einigen Versuchen gleich wieder an aber so richtig laufen will er nicht mehr. Nach erneutem Kerzen und Kondensatorwechsel bei Olafs Renner läuft dieser erstmal wieder, doch so wirklich überzeugt von unserer Reparatur sind wir diesmal nicht.
Am Klärwerk Schönerlinde vorbei geht es nach Mühlenbeck. Der etwas unschöne Geruch am Klärwerk währt nur kurz und entlang der Strecke erstrecken sich frisch begrünte Felder, geschmückt mit gelben Blümchen. Die am Ortsrand von Mühlenbeck gelegenen Gärten grüßen mit frischen Tulpen, blauem Flieder und anderem bunten Gewächs. Der dortige Blumenduft wird abgelöst durch den Geruch von frisch Gegrilltem. Langsam stellt sich bei mir ein leichtes Hungergefühl ein. Ist ja gleich soweit. Noch 10 km bis nach Basdorf, da ist auf einer Waldlichtung unsere Rast geplant. Plötzlich schießt Häschen mit seinem SR1 am mir vorbei und deutet mir stehen zu bleiben. Ich ahne Schlimmes. Richtig, wieder ist Olaf liegen geblieben und auch Gärtner hat es erwischt. Wir fahren alle zurück. In einem, mit  altem Laub bedeckten, Waldweg stehen sie abseits der Fahrbahn. Der Rest unserer Truppe gesellt sich dazu. Ich mache den Vorschlag unser Picknick vorzuziehen und Pause zu machen. Alle sind einverstanden und wollen Rast machen. Der Waldweg ist aber keine schöne Ecke. Das alte Laub ist modrig und nur selten hat sich ein Halm grünen Grases den Weg ans Licht gebahnt. 100 Meter zurück, am Waldrand, ist es sonnig  und bestimmt schöner. Siegbert hatte den Fleck schon vorher im Auge und wir brechen gemeinsam dorthin auf. Gärtners SR springt noch mal an, Olaf nehme ich am Jackenärmel in Schlepp.Das spontan vorverlegte Picknick am Waldesrand entpuppt sich als gute Idee. Ich lege meine Plane und eine Decke zum Sitzen aus und auch die Wegzehrung ist schnell ausgepackt. Endlich kann auch Häschen seinen Proviant verspeisen, denn schon unterwegs hat er heimlich vom Mitgebrachten geknuspert. Olaf und Gärtner wollen gleich Ihre Fahrzeuge inspizieren, aber sie sollen erstmal Pause machen. Mit gestärktem Magen und wachem Geist geht das sicher später gleich noch mal so gut.
Unser Rastplatz lässt den Blick über ein grünes weites Feld zu, dass in größerer Entfernung durch einen mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Wall begrenzt wird. Der Wall entpuppt sich als Trasse der Autobahn. Jemand bemerkt dort eine starke Rauchentwicklung. Feuer, ist der allgemeine Gedanke! Ja es qualmt gewaltig!  Mit einem lauten Pfeifen bahnt sich plötzlich eine kleine Dampflok den Weg durch die fernen Büsche! Das Rätsel ist gelöst! Ein schöner Anblick ! Leider hat niemand einen Fotoapparat zu Hand um die Begegnung abzulichten. Gemächlich verschwindet der Zug in Richtung Schönwalde. Zeit um in Ruhe einen Kaffe zu trinken. Ich habe zwei extra Tassen eingepackt und Marco, Mario und Häschen bekommen so auch einen Kaffee ab.
Gärtner ist nicht zu bremsen und zerlegt sein Gefährt, Pause ist nicht!  Wir widmen uns nun auch Olafs Schwerenöter und demontieren wieder die Zündgrundplatte. Wir sind uns einig, dass es jetzt nur noch die Zündspule oder die Kurbelwelle sein kann. Eine Ersatzspule aus meinem Ersatzteilfundus ist schnell eingebaut und wieder springt der SR  sofort an. Ein gutes Zeichen ? Wir werden sehen. Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass wir es diesmal gepackt haben. Auch Gärtner hat die Zündplatte aus seinem Motor geschraubt und hält sie mir unter die Nase. Er zeigt auf den Kontakt, der total abgebrannt ist. Einhellige Meinung , raus damit. Siegbert hat sich erst gestern auf dem Teilemarkt in Pritzwalk neuen Ersatz besorgt und sponsert diesen. Ich rate an, auch den Kondensator zu erneuern. Gesagt, getan! Als alles wieder an seinem Platze ist, verweigert der Motor jedoch seinen Dienst und der Zündfunke glänzt durch Abwesenheit. Gärtner mosert rum, hätte ich Euer Zeug bloß nicht eingebaut, vorher lief er wenigsten …………..nun ist ja gar kein Funke ………musste ja auf Euch hören ………. ! Meine Vermutung, dass der verbaute Kondensator eventuell schadhaft ist, denn dieser hatte ja schon bei Olaf etwa eine halbe Stunde seinen Dienst getan und wurde dann wieder ausgebaut. Das geht immer nur mit etwas Gewalt und oft geht der Auszubauende dabei gänzlich kaputt.
Den Tipp,  statt dem Kondensator eine rohe Kartoffel zu nehmen wird abgelehnt. Soll ja Hilfsweise gehen, aber es scheitert leider an der rohen Kartoffel. Ist noch keine Kartoffelzeit J . Ich messe die Zündplatte durch und bemerke, dass der neue Kontakt keinen solchen hat. Eine Oxidschicht zwischen den Kontakthälften verhindert den Stromfluss. Häschen sponsert seine Kontaktfeile und Gärtner versucht sich im reinigen der Kontaktflächen.
Wieder alles zusammen und erneuter Startversuch. NICHTS , ……Ratlosigkeit ! Habt Ihr auch gemessen ob der Kontakt richtig schließt ist meine Frage. Ja war alles ok,  meint Molki. Ich traue der Sache nicht und wieder wird die Schwungmasse abgezogen und gemessen. Der Kontakt funktioniert immer noch nicht. Häufig sind lange gelagerte Kontakte so stark oxidiert, dass wirklich nur gründliches befeilen hilft. Er wird ausgebaut und akribisch gesäubert. Zündung Pi malt Daumen eingestellt und der SR-Motor erwacht zum Leben. Gärtner grinst wieder, das Werkzeug wird nach Eigentümer sortiert und wir rüsten zum allgemeinen Aufbruch. Unsere 11 SR erobern Schönwalde, dort nur  für einen kurzen Kerzenwechsel an Siegberts grünen Ungeheuer  pausierend, in Richtung Basdorf verlassen. Die Fernverkehrsstrasse 109 ist stark befahren und nicht das beste Terrain für unsere alten Maschinen. Viele PKW Fahrer überholen uns so dicht, dass man Angst ums eigene Leben hat.
In Basdorf selbst habe ich die Route so gewählt, dass wir uns durch Siedlungsstrassen unseren Weg bahnen und so relativ unbehelligt vom Verkehr fahren können. Ein kurzes Stück noch mal auf die 109 und es geht rechts weg in Richtung Waldsiedlung. Der Weg führte früher von hinten an das ehemalige Regierungsgetto im Wandlitzer Wald heran und ist heute noch immer einen Abstecher wert, da er durch altgewachsenen Wald führt. Leider ist er in Teilen für den Durchgangsverkehr gesperrt und endet wieder im großen Bogen in Basdorf. So weit kommen wir jedoch nicht, da Häschen mal wieder vorbildlich seiner Funktion als Melder nachkommt und eine Panne signalisiert. Nein nicht Olaf sondern Mario und Molki fehlen. Auch Siegbert steht wieder und kurbelt wie wild an seinem SR. Wieder muckt die Zündung. Ich rate Ihm endlich das Metallgehäuse von seinem Zündkerzenstecker zu entfernen und fahre weiter auf der Suche nach den beiden Vermissten. Gut 1 km zurück stehen sie und werkeln an Marios SR. Ich kann mir nicht verkneifen etwas zu sticheln und zu fragen ob nicht der getunte Auspuff Schuld an der Panne wäre. Mario reißt die Hände hoch und deutet an, Reis aus zu nehmen. Wir grinsen beide! Der gute Vergaser ist ohne Brennstoff. Der Benzinhahn zugesetzt. Gut dass der SR Tank nur eine Befestigungsschraube hat und in Sekunden demontiert ist. Auf den Kopf gestellt lässt sich der Benzinhahn ohne großen Brennstoffverlust abschrauben. Die Dichtung ist aufgequollen! Das Problem ist mit Marios Taschenmesser schnell gelöst und Benzinhahn sowie Tank können wieder montiert werden. Ein Anlieger hat sich indessen zu uns gesellt und bewundert unsere Mopeds. Er selbst hat 6 Jahre einen Zweier gefahren und sonnt sich nun in Erinnerungen. Er bietet uns eine Bratwurst frisch vom Grill an, die wir aber auf Rücksicht auf den Rest unserer Truppe dankend ablehnen. Er hätte sich sicher gern weiter mit uns unterhalten, aber die anderen warten. Wir fahren mit einem Gruß an den netten Herren ab und als wir bei den Anderen ankommen ist Siegberts SR1 auch wieder flott. Der Tipp mit dem Blech hat geholfen und der Motor ist sofort wieder angesprungen. Kleine Ursache , große Wirkung. Gemeinsam fahren wir weiter und erreichen die Lichtung, welche eigentlich unser Picknickplatz sein sollte. Olafs SR wird immer langsamer und wir entschließen uns dort zu halten um nun endlich das Rätsel um das bockige Gefährt zu lüften. Ich greife mir das Teil und fahre Probe. Patschend und ohne jegliche Leistung bewegt sich der SR2 nun mühsam vorwärts. Hut ab ,dass Olaf so weit damit gekommen ist. Spass hat das sicher nicht gemacht. Das Ding läuft als hätte es massive Zündprobleme. Doch da haben wir ja schon alles getauscht was ging. Wir zerlegen den Auspuff um auszuschließen, dass dieser zu ist. Ohne Dämpfer fahre ich ein Stück und das laute Brüllen des SR-Triebwerks hallt durch den sonst so besinnlichen Wald. Das war es nicht. Gärtner dreht die Kerze heraus und drischt mit dem Kerzenschlüssel auf die Masseelektrode. Der Elektrodenabstand wäre zu groß, meint er. Molki möchte den vom Blechmantel entblößten Kerzenstecker erneuern. Auch das machen wir, denn mit unserem Latein sind wir längst am Ende. Das Moped läuft nun wirklich besser, nicht super aber ausreichend um damit Bernau zu erreichen. Der Kerzenstecker wird wieder gegen das alte Exemplar getauscht. Keine Änderung , also doch Elektrodenabstand. Da ist die Ersatzspule wohl auch nicht mehr so toll.
Wir brechen auf nach Stolzenhagen. Kurz entschlossen habe ich entschieden am dortigen Strandcafe` zu halten, ich habe Durst auf ein Diesel. Ich denke den anderen geht es ähnlich. Wir haben uns das redlich verdient.
Das Cafe`, so ist es mir in Erinnerung, hat zum 1.Mai den Grill angemacht und einen Bierwagen aufgestellt.
Enttäuscht muss ich feststellen, dieses Jahr nichts von alle dem. Offen ist jedenfalls und wir bekommen auch Kaffee, Diesel und Eis. Das Pavillon welches ich zum gemeinsamen Sitzen auserkoren habe liegt leider im Schatten und uns friert nach kurzem. Wir ziehen um zu einem sonnigen Plätzchen. Da die Zeit schon recht fortgeschritten ist, frage ich ob wir hier abbrechen wollen und direkt nach Bernau zurückfahren oder die ausgesuchte Strecke beenden wollen. Alle sind dafür direkt nach Bernau zu fahren. Gesagt getan! Unser Tross rollt gen Heimat. Nur einmal noch halten wir vor der Waldsiedlung um Jürgens SR1 von einem „Popel“ in der Kerze zu befreien. Olaf fährt indessen vor. Ich habe Ihm angeboten, mir sein bockiges Gefährt mal richtig zur Brust zu nehmen und für die nächste Tour fertig zu machen. In Bernau trennen sich unsere Wege. Ein Teil  fährt noch zum Treffen der Simson IFA- IG. Ich lasse das dieses Jahr mal ausfallen und bringe Olaf, nachdem wir seinen SR bei mir deponiert haben mit dem PKW nach Hause. Auf dem Rückweg gable ich Jürgen auf, der mit Panne dasteht. Auch hier ist der Kerzenstecker der Übeltäter. Froh verabschiedet er sich mit „Bis nachher“! Denn gegen 6 treffen wir uns bei Manne Schwenzer um den Tag gebührend bei Grillfleisch, Wurst und Bier ausklingen zu lassen.
War seit langem mal wieder eine Tour mit Hindernissen, aber nicht Langweilig! Mal sehen wie es 2012 wird!

Ralf

 

2012

Der Wecker klingelt , 7Uhr , 1.Mai 2012. Zeit aufzustehen , denn wie an jedem 1. Mai, in den letzten Jahren, wollen wir mit unseren SR Moped´s den Barnim unsicher machen.
Vorgestern hatte ich das Moped noch mal durchgesehen , Luft auf die alten Pneus gepumpt und eine Probefahrt gemacht. Alles OK , nur die Vergaserhauptdüse wich einer Kleineren , da der Motor bei Volllast zum 4 Takten neigte. Scheinbar hatten auch andere Mitstreiter den letzten , gestrigen Tag dazu genutzt um Ihren SR startklar zu machen , denn während ich, in meiner gestrigen Spätschicht , kopfüber in der staubigen Luke einer KFZ Schaltverteilung hing , klingelte fortwährend mein Telefon . Ratschläge und Ersatzteile waren gefragt. Ersteres gab´s umsonst , mit Ersatzteilen konnte ich ob meiner Arbeitszeit leider nicht helfen. Scheinbar hatte aber alles gut geklappt ,denn als ich gegen 8.30 Uhr auf unseren Startpunkt bei Häschen zurollte , standen schon etliche Maschinen vor Ort. Einige davon funkelten in der Morgensonne und zeugten damit von einer erfolgreichen Komplettsanierung. Doch nicht diese aufwändig restaurierten Mopeds erregten meine Aufmerksamkeit, denn auf dem Hof  stand etwas , was nur entfernt Ähnlichkeit mit einem SR hatte. Das Gefährt von Lutz! Grotesk anmutend , bunt aus allen möglichen Teilen zusammengewürfelt stand da ein, auf die bloße Funktion reduziertes ETWAS .Immerhin 90% SR und damit startberechtigt. Im Minutentakt rollten nun weitere Teilnehmer auf den Platz vor Häschens Grundstück , bis die immense Zahl von 19 SR Mopeds erreicht war. Unglaublich ! Was für eine Show ! Von super restauriert , über gebrauchten Originalzustand bis hin zu Lutzes „Naked Bike“ , alles dabei. Die Organisation der Tour und die Fahrtroute hatte diesmal Molki übernommen . Die Tour ging von Bernau über Werneuchen , mit Picknickstop in Gielsdorf , weiter über Strausberg nach Buckow in das dortige Kleinbahnmuseeum. Dort war eine gemeinsame Fahrt mit der Bahn geplant und anschließende Rückfahrt auf dem selben Weg. Pünktlich 9 Uhr starteten wir zu unser diesjährigen Tour. Schon 20 Meter weiter , erster Stop ,denn ein schön restaurierte SR1 wollte nicht anspringen. Nach 10 min Trampeln und Treten , entschied der Besitzer vorsorglich nach Hause zu fahren und die Tour abzubrechen. Los ging´s und unser Tross riss die letzten Bernauer Schläfer mit sonor blökenden Motorensound aus Ihren Träumen. Kurz nach dem wir die Bahnhofspassage Bernau passiert hatten , mussten wir wiederum halten , da die Hälfte der Truppe fehlte . Waren sie nur an der letzten Ampel „hängen“ geblieben oder gab es wieder ein technisches Problem ? Einige 100 Meter zurück stand Mike , sein SR war mit stotterndem Motor stehen geblieben. Molki kümmerte sich schon um das Problem und eine neue Kerze sollte erstmal für Abhilfe sorgen. Am Stoppunkt der anderen angekommen sorgte wieder der SR1 , welcher schon am Start liegen geblieben war für weiteren Aufenthalt. Eigentlich hatte der Besitzer ja aufgeben wollen aber als sein Moped plötzlich doch angesprungen war , ist er kurz entschlossen wieder zu uns gestoßen. Nun wollte der Motor wieder nicht anspringen. Auch Eberhard trampelte aus Leibeskräften und zog seinen SR Motor auf , als würde er mit Federkraft nach Buckow und zurück fahren wollen. Sein SR ist im wunderschönen Originalzustand ,leider war der Motor scheinbar auch fast unberührt , denn als er endlich ansprang machte er Geräusche wie ein „Sack Schrauben“.Erst gestern hatten Heiko und Eberhard noch and dem schönen Moped gearbeitet und es am späten Abend für ok. befunden.

Die Gruppe fuhr los, nur der schön restaurierte Einser wollte und wollte nicht anspringen. Der Fahrer resignierte schließlich und orderte per Telefon seinen Sohn nebst Ersatzfahrzeug. Ich beschrieb Ihm kurz unsere Tour , denn er wollte mit einem Ersatz SR hinterher kommen. Da wir ja in Gielsdorf Pause machen wollten, würde er uns ja spätestens dort wieder erreichen.
Als letzter der nun auf 18 geschrumpften SR Flotte rollte ich das Feld von hinten auf. Vorbei ging es an leuchtend gelben Rapsfeldern , hinein in die angenehme Wärme der aufsteigenden Morgensonne. Es sollte ja ein sonniger Tag werden , mit angenehmen Temperaturen. Genau richtig für unsere Ausfahrt. Laut den  „Wetterfröschen“ waren zwar Nachmittags leichte Schauer möglich ,aber wir hofften ohne davon zu kommen. Für mich auch schön , mal nicht die Truppe anführen zu müssen und den sich überlagernden Sound der Mopeds mal ungebremst und pur in mitten der wilden Horde zu erleben. Außer den Ohren gab´s natürlich auch für die Nase reichlich zu tun. Mit dem süßen Duft der Rapsblüten vermischte sich der Odem von
Zweitaktöl und heißen Motoren.
Plötzlich wieder HALT ! Mike stand wieder mit leblosem Motor. Er hatte sich das unrestaurierte Moped extra von seinem Nachbarn geborgt um an unserer Tour teilzunehmen. Nun erwies es sich als ziemlich widerspenstig und desolat. Da der Motor trotz neuer Kerze nur zögerlich und stotternd lief , hofften wir , dass ein Kondensator die ersehnte Besserung bringen könnte.

Damit nun nicht 18 SR auf der recht stark befahrene Straße stehen mussten , entschieden wir die Gruppe zu teilen und uns in Gielsdorf zur Pause wieder zu treffen. Erstmalig in der Geschichte unserer SR-Touren teilte sich die Meute und mein Bericht beschränkt sich nunmehr auf den „technischen Schluß“. Vielleicht liefert ja noch ein anderer Infos zum Geschehen in der Voraustruppe.
Mike´s SR war schnell seiner Zündung beraubt und ein anderer Kondensator eingebaut. Die Zündung noch eingestellt und dann kam der Testlauf.

Ergebnis = UNBEFRIEDIGEND !

Der Motor lief , aber irgendwie viel zu fett . Da auf die Schnelle keine Abhilfe in Sicht  und uns die Anderen schon weit vor aus waren , fiel der Entschluss den SR zu verladen. Molki hatte in weiser Voraussicht seinen Mercedes + Anhänger als „Lumpensammler“ mitgenommen. Sein Kumpel Ronny und Molki´s Frau waren an Bord. Damit war sowohl der Transport des havarierten Mopeds als auch des nun etwas traurigen Fahrers gesichert . Unsere recht kleine , abgeschlagene Gruppe setzte sich in Bewegung um über Wilmersdorf , Weesow , Werneuchen , Wegendorf ,Wesendahl  störungsfrei nach Gielsdorf zu fahren, wo schon der Rest unserer SR Veteranengemeinschaft , beim gemütlichen Picknick unserer Ankunft harrte.
Dort angekommen gab es erstmal ein herzhaftes Frühstück aus dem Rucksack und einen Schluck Tee . Danach kümmerte ich mich um die Reparatur von Mikes´s SR. Damit löste ich eine Lawine aus . Einer Initialzündung gleich fummelten ¾ der Leute an Ihren Mopeds. Heiko reinigte seinen Vergaser , Eberhard an Vergaser und Zündung , Thomas Nagel hatte einen kaputten Gasbowdenzug  und bekam meinen Reservezug nachdem er sich mit einer Lüsterklemme als Provisorium behelfen wollte. Bernd zerlegte den Auspuff seines SR1 , da er mit dessen Leistung unzufrieden war. Den Motor hatte ich erst vor wenigen Tagen aus 2 Triebwerken zusammengebaut. Neue Lager und Dichtungen eingebaut aber Kolben und Zylinder waren alt und verschlissen.

Das zeigte halt bei dem hochbeinigen Einser Wirkung.
Auch bei Mikes Gefährt wollten wir den Auspuff öffnen ,was aber nicht gelang. Erst widersetzte sich die Befestigungsmutter des Dämpfers und nachdem diese schließlich abriss ,stellten wir fest ,dass alle Teile miteinander verschweißt waren.. Rainer nahm sich mit einigen Anderen der Sache an und ging auf die Suche nach einem freundlichen Gielsdorfer und einer Flex. Indessen reinigten wir den Vergaser und setzten fehlende Vergaserflanschdichtungen ein . Mit großem Hallo wurden Rainer und Mitstreiter begrüßt , die nach erfolgreicher Mission und gereinigtem Auspuff wieder vor Ort eintrafen .Der mit Rödeldraht provisorisch gesicherte Dämpfer wurde montiert und die anschließende Probefahrt verlief äußerst erfolgreich . Mit nun wieder 18 fahrbereiten SR´n brachen wir vereint zur letzten Etappe gen Buckow auf. Ganze 3 km weiter , war Mike wieder damit beschäftigt sein plötzlich asthmatisch keuchendes Gefährt am laufen zu halten . Erfolglos , mit einem letzen tiefen Röcheln versagte der altersschwache Motor.

Wir luden das Moped wieder auf , da wir eh sehr spät drann waren und den 1. Zug der Buckower Kleinbahn längst verpasst hatten. Kurz hinter Stausberg blieb auch Eberhard mit seimem Zweier liegen und sein Moped gesellte sich zu Mike´s SR auf den „Lumpensammler“. Mit einer kurzen Unterbrechung wegen eines „Popels in der Kerze“ bei einem unserer Schlusslichter gelangten wir mit 16 fahrbereiten SR Mopeds nach Buckow.

Anzumerken ist , dass Lutze´s Gefährt trotz seines bizarren Aussehens klaglos und zuverlässig seinen Dienst tat. Tja manchmal trügt der Schein !

In Buckow werden wir nett von den Mitgliedern des dortigen Kleinbahnvereins begrüßt und nach einer kurzen Pause , zum Genuss von Cola , Wasser oder Bier, durch Ihr kleines Museum geführt . Viele Besucher bestaunten außer den musealen Schätzen der Sammlung auch unsere Fahrzeuge und hatten so manches nette Wort für uns und unsere rollenden Zeitzeugen.
Nur kurze Zeit zum Verweilen, denn schon fährt der Zug von Buckow nach Waldsieversdorf.
Die Strecke wird vom Kleinbahnverein ehrenamtlich betrieben, befördert aber an sommerlichen Tagen, wie heute , eine ansehnliche Anzahl von Fahrgästen.
Wieder in Buckow angekommen war etwas Zeit um einen letzten Reparaturversuch an Mike´s SR zu starten und auch Eberhards Moped sollte wieder flott gemacht werden. Nach dem Wechsel, der im Verdacht stehenden Zündspule und erneutem Einstellen der Zündung lief Mike´s Moped wieder bestens. Am „Reparaturstützpunkt“ fanden sich gleich noch Bernd und Thomas zur Justage der Zündung ein. Das ging wie am Fließband! Bernd´s SR lief trotzdem etwas zu fett, so dass er eine kleinere Hauptdüse spendiert bekam . Die größere bescherten wir gleich Eberhard, dessen SR nur mit halb geschlossenem Luftfilter leidlich lief. Nebenher gab es Grillwurst , denn Molki und Frau hatten mit einem Grill für unser leibliches Wohl gesorgt ,weil es vor Ort keine Speisen gab. Die Zeit verrann und wir machten uns mit reichlicher Verspätung bereit für die Rückfahrt. Der 19. Mann ,der mit seinem Ersatzmoped eigentlich in Buckow wieder zu uns stoßen wollte war nicht aufgetaucht . Wie sich aber später herausstellte , war er in Buckow angekommen , hatte uns aber nicht gefunden , da er unser Ziel ,die Buckower Kleinbahn nicht kannte. So ging es also , nach Dankesworten an den Kleinbahnverein und Zahlung unseres Obolus für den Museumsbesuch + Bahnfahrt mit wieder 17 fahrbereiten Mopeds gen Heimat.

17 ? Ja Lutz war schon vorher los um in Freienwalde Geburttagstorte zu essen.

Wer durch Buckow fährt hat einen wunderschönen Ort gesehen , welcher idyllisch am Rande des Buckowsees liegt . Deshalb ist dieser Ort ein allseits beliebtes Ausflugsziel . Am Ortsausgang wartet allerdings eine ernstzunehmende Steigung auf die Reisenden . Unsere SR Mopeds haben Mühe die beachtliche Steigung zu bewältigen. Bernd´s Einser lief jetzt zwar etwas freier aber hatte doch zu wenig Kraft und den Berg zu erklimmen. Mein SR II lief gut und so schob und zog ich etwas mit. Im Duett erreichten wir glücklich den Gipfel. Der nächste Ort lag schon vor uns und wir wollten auf den Rest der Gruppe warten, welche noch mit der Steigung zu kämpfen hatten. Mike´s SR ging , bisher gut laufend , plötzlich aus und ließ sich auch mit frischer Kerze nicht mehr erwecken. So zog der Großteil unserer SR Flotte an uns vorbei , da dunkle Wolken böses erahnen ließen und nur schnelles Vorankommen vor nassen Füßen schützen konnte. Dem folgend verluden wir Mike´s SR ,den wir nun als vollends defekt und einer dringenden Motorüberholung bedürftig eingestuft hatten , letztmalig auf den Lumpensammler. Zu viert fuhren wir der Truppe nach Strausberg hinterher , wo wir uns an der dortigen Araltankstelle treffen wollten. Die dunklen Wolken kamen immer näher und wir überholten gerade eine Gruppe Radfahrer als Häschens SR 1 mit tiefem Röhren stehen blieb. Werkzeug raus , Kerze gewechselt und schon lief er wieder. Nun war aber Marco mit seinem  SR 2 dran. Sein Gasbowdenzug hatte sich schon vor einigen Kilometern verabschiedet und Molki hatte Ihm ein Provisorium aus einem Kabelverbinder geschaffen , damit er Gas geben konnte. Das hielt nun nicht mehr und Häschen half mit einer großen Lüsterklemme aus. Blick zum Himmel , Mist ,  nur schnell weiter ! Doch weit kamen wir nicht ,den schon bockte Molki´s Moped. Auch hier half eine neue Kerze. Mittlerweile gab es aber erste Tropfen auf dem Asphalt und wir gaben Vollgas um den Regenwolken doch noch zu entkommen. Auf der Zielgeraden , ca. 1 km vor Strausberg plötzlich wieder Probleme bei Molki´s und Häschens SR. Nun war es vorbei. Der Himmel öffnete seine Schleusen und 15 min lang krachte heftiger Platzregen auf uns herab. Meine Regensachen ,die ich vorsorglich mitgenommen und nun angezogen hatte , hielten mich trocken. Nur vom Helm drippte es ab und an unangenehm in meinen Kragen. Häschen hatte sich eine Mülltüte übergestülpt um wenigstens die Beine trocken zu halten. Die aufgestellte Heckklappe des Mercedes „Schleppwagens“ unter der wir zu viert kauerten , schützte und leidlich vor den Sturzbächen. Nun hatte Mike gut lachen ,denn er saß ja schön warm und trocken. Als der Regen nachließ machten wir uns wieder auf den Weg. Vom Rest der Truppe jedoch keine Spur. Lediglich Rainer stieß in Stausberg zu uns und unterwegs lasen wir noch die beiden Basdorfer Frank und Mike auf ,die einen anderen Weg durch Strausberg genommen hatten. Ohne Panne gelangten wir bis Wilmersdorf wo noch mal an Molki´s SR eine neue Kerze fällig war. Eigentlich sollte die Tour bei Trabbikrüger in Börnicke enden ,der zum 1. Mai dort immer ein kleines Fest machte und mit der Tradition brechend nicht beim Simsontreffen. Die Uhr zeigte 18.30 Uhr und wir waren schon so spät dran ,das wir den Plan gänzlich aufgaben und die Tour hier offiziell beendeten. Ein kurzer Anruf noch bei Manne Schwenzer ,der ja schon seit 17.30 Uhr mit dem Grill auf uns wartete , damit er wusste ,dass wir doch noch kommen würden. In Bernau trennten sich unsere Wege und nur einige von uns , auch Teile des „desertierten“ Rest´s trafen sich eine Stunde später zum zünftigen Grillabend bei Manne Schwenzer. Wir hatten reichlich zu erzählen , dass Bier schmeckte , gleichwohl die liebevoll von Mannes Frau Viola angerichteten Salate und natürlich Fleisch und Wurst vom Grill. So lässt´s sich leben.
Wie immer , auf  ein NEUES ! Bis zur SR-Tour 2013

Ralf

 

SR Herbstour 2012

Eigentlich eine Ausfahrt außer der Reihe . Eigentlich nicht auf unserem „Mist“ gewachsen und Eigentlich im Herbst eh zu kalt . Gefahren sind wir trotzdem. Maik und Frank , zwei harte Sristen , welche auch schon einige Male unsere Maiausfahrt mitgemachten , hatten die Idee und das dringende Bedürfnis ein Abfahren zu machen. Zwanglos einige km mit den Rollern aus Suhl zu fahren würde uns auch Spass machen, aber leider lag Ihr favorisierter Termin für uns nicht günstig . Kein Problem für die Beiden ,“dann wird eben verschoben“ und der 7.10.12 wurde für die Herbstour erwählt. Gesagt getan ,der 7. Rückte immer näher und kein Lebendszeichen von Maik , der ja die Organisation übernehmen wollte. Da wurde gemailt und vergeblich das Handy gequält , nur um zu erfahren „ Steht der Termin „ ? Frank hatte zeitgleich versucht uns am Dienstag zum Stammtischabend zu treffen , wusste aber nicht ,dass gerade dieser urlaubstechnisch ausgefallen war. Wenn beide Seiten es versuchen wird´s jedoch gut, der Informationsaustausch klapppte und sicher war nun , der Termin stand. Maik hatte Frank die Tourenplanung übergeholfen da er selbst dienstlich verhindert war. Als Sammelplatz für uns wählten wir wieder Häschens Anwesen. Ziel der Tour sollte , Maiks Idee zufolge , der Mopedimbiss in Spechthausen sein. Da Maik ja fehlte wurde kurzerhand aufs Schiffshebewerk Niederfinow umgeplant. Ettliche Leute hatten zugesagt aber zum Start waren wir schließlich zu siebent . Frank ist mit Sohn und einem Freund aufgeschlagen und noch mit von der Partie sind Siegbert , Marco , Jürgen , und ich ,Ralf. Häschen hat Schnodderseuche und bleibt deshalb daheim. Frank hatte die Tour fleißig vorgeplant aber ohne zu wisssen das Bernau zur Zeit mit zig Baustellen befrachtet ist und es Umleitungen zu Hauf gibt. Um die Tour ohne Stau zu beginnen wählten wir den Weg über Ladeburg , Lobethal , Rüdnitz nach Albertshof um dann ab Tempelfelde wieder auf Franks Route weiter zu fahren . Frank wirkte etwas desorientiert und gestand , diese Strecke noch nie gefahren zu sein. So soll´s sein ! Landschaftlich schön und gute Straße. Es kommt sogar noch besser , denn die Herbstsonne lässt sich nicht lumpen und sendet uns nach den ersten Kilometern schon zaghaft wärmende Strahlen ,welche mit fortschreitender Stunde immer stärker werden , so dass wir zur Mittagszeit mit offener Jacke bei schönstem Sonnenschein sitzen können. So weit ist es allerdings noch nicht.
Ortsausgang Albertshof muckt Franks SR und bleibt plötzlich stehen. Jürgen ist vornweg gefahren und bemerkt wohl erst in Tempelfelde unser fehlen. Währenddessen überprüfen wir Franks Gefährt. Wie immer wird als erster Verdächtiger der Vergaser gereinigt aber stellt sich nach misslungener Probefahrt doch als unschuldig heraus. Während wir die Zündung zerlegen müht sich Franks Sohn an seinem SR2 ab, der müde wie eine Schlaftablette ist und einfach nicht ziehen will. Am Zünder von Franks Triebwerk ist der Kondensator marode und der Kontakt hin. Von mir gibt´s den Kondensator , Siegbert steuert einen werksneuen Zündkontakt bei und nach kurzer Zeit läuft das Moped wieder um 1 min später wieder zu verröcheln. Eine neue Kerze , von Siegbert kredenzt bringt Abhilfe. Franks Sohn hat indessen sein Tun beendet , scheinbar zufrieden mit seinem Werk.
Es geht weiter Richtung Trampe. In Grüntal muß ich Frank nochmal anschieben , weil das Moped wieder auszugehen droht. Dann läuft es wieder geschmeidig aber Franks Sohn hat noch immer mit schwächelndem Triebwerk zu kämpfen. Meiner Meinung nach läuft das Ding einfach zu fett , als wäre der Auspuff zu. Der Tip wird aber erstmal ignoriert , weil auch kein Steckschlüssel an Bord ist um den Dämpfer zu öffnen. Ohne größere
Schwierigkeiten gelangen wir nach Trampe und über Gersdorf zum Gammersee an dem wir kurz rasten. Die Raucher können endlich wieder eine paffen und der Rest vertritt sich die Beine und lässt etwas Blut ins gebeutelte Hinterteil . Als wir eine viertel Stund später gen Dannenberg starten gelingt es  Franks Sohn nur mit Vatis Hilfe den steilen Berg vor uns zu erklimmen. Gemeinsam erreichen sie die Kuppe und weiter geht´s aus eigener Kraft. Kurz hinter Dannenberg in Richtung Cöthen gibt die Landschaft den phantastischen Blick auf den Oderbruch frei . Hier gilt es langsam fahren und die Aussicht zu genießen. In Köthen biegen wir ab auf einen schmalen bewaldeten Weg in Richtung Falkenberg. Touristisch auch eine sehr schöne Strecke und im Hochsommer angenehm kühl. Es geht steil Bergab und auch Frank erreicht mit seinem SR den Ortseingang Falkenbergs , obwohl dessen Motor keinen Mucks mehr sagt. Das was im Sommer angenehm ist , hat nun im Herbst doch negative Seiten. Im Halbschatten der Bäume fröstelt man doch etwas und das Schrauben macht weniger Spass. Wieder wird der Vergaser zerlegt , wieder die Zündung überprüft. Nichts , alles ok. Mir fällt nur auf ,dass der Motor zwar ausreichend Kompression hat , aber vom Ansaug her recht wenig zieht. Als Übeltäter fällt mir der Limaseitige Simmering ein . Dieser wird demontiert und die Feder etwas eingekürzt. Das Ergebnis ist etwas besser aber doch dürftig. Frank will jetzt probieren. 1 Tritt das Moped läuft. Eine Runde um´s Publikum gedreht und schon .......... bleibt das Ding wieder stehen. Wir sind nun ratlos. Alles haben wir probiert.
Frank schraubt Siegberts gesponserte neue Kerze heraus und ersetzt sie durch den Arbeitsverweigerer von vorhin. Für alle unverständlich springt der Motor sofort wieder an um fortan bis zum Ende unserer Tour völlig normal zu funktionieren. Die paar Kilometer bis zum Schiffshebewerk sind schnell bewältigt und unsere Truppe rollt geschlossen auf den Parkplatz davor. Gleich hinter der Einfahrt lockt ein Restaurant mit offener Bar und einem Feuer am Eingang zum Biergarten. Dort platzieren wir uns am großen Tisch und studieren die Speisekarte. Solange wir aufs Essen warten ,lassen wir die absolvierten Km revuepassieren und quatschen über dies und das. Als das Essen kommt ist kurz Ruhe ,denn jeder hat damit zu tun den wütenden Hunger zu stillen.
Als wir satt und zufrieden unser Mahl beenden glimmt in der Feuerschale der müde Rest vom Feuerholz und mahnt uns aufzubrechen. Bei unseren Mopeds angekommen stehen da eine Reihe Biker und freuen sich über unsere Maschinen. Sie selbst sind mit PS strotzenden Ungetümen vor Ort aber die Zeit in der Sie selbst noch SR fuhren ist wohl noch lebendig. Es wird gefachsimpelt und nach dem Starten der Motoren eine gute Fahrt gewünscht .

DANKE GLEICHFALLS!

Die Fahrt dauert nicht lange ,denn beim SR von Franks Sohn hat sich der Gasbowdenzug in Wohlgefallen aufgelöst. Mittels eines Klemmnippels wird provisorisch Abhilfe geschaffen. Es geht weiter aber auch hier ist Sohnemanns SR gehändicapt . Den Berg , welchen wir in Falkenberg Motorschonend hinabgerollt sind müssen wir nun wieder hinauf. Hier geht es für Ihn nur mit Anschieben bergauf. Der Leistungsmangel wird immer schlimmer , so daß wir uns entschließen den kürzesten Weg nach Bernau zu nehmen. Von Eberswalde über  Spechthausen ,also doch noch am Mopedimbiss vorbei , geht es mit häufigen Väterlichen Fahrhilfen nach Melchow. Dort ist wieder Pannenrast. Der Gasbowdenzug ist wieder defekt und der Klemmnippel im Nirvana verschwunden. Eine große Lüsterklemme, ala Häschen , muß nun zum Gasgeben herhalten.
Auch der Motor wird nochmals inspiziert und mein Rat doch mal den Dämpfer zu öffnen trifft doch noch auf offene Ohren.
Frank zaubert aus seinem Werkzeugwickel nun doch einen 10er Steckschlüssel hervor und der Auspuff wird zerlegt. Schmierig ja , aber sonst sauber . Komisch ! Ich hätte schwören können ,dass das Ding zu ist. Als wir das Auspuffendstück wieder aufsetzen wollen , bemerke ich ,dass zur Befestigung zusätzlich zur 6er Mutter eine Mutter M8 als Distanzstück beigelegt wurde , weil das Gewinde im unteren Bereich verhunzt ist. Die Mutter ist genauso groß wie die Öffnung im Endstück und die Gase haben nur mm um in Freie zu gelangen. Das lag also der Hase im Pfeffer. Um den Abgasen genug Platz zu schaffen schrauben wir das Endstück nicht mehr ganz fest. Somit können die Gase am verbleibenden Spalt entweichen. Der Effekt unserer Aktion ........ Franks Sohn ist nicht mehr zu bremsen und wir haben nunmehr Mühe drannzubleiben. Mit Vollgas geht es über Biesental , Rüdnitz nach Bernau. Dieses Tempo kann mein Moped nicht bis zum Ende durchhalten. 2 km vor Bernau geht ihm die Puste aus und ich bleibe stehen. Jetzt noch anfangen zu bauen , am eigenem Moped ? Was für ein Lässigkeitsverlust. Hoffentlich nur Benzin !Ein kurzer Griff zum Benzinhahn bringt Gewissheit. Mein Moped war durstig und für die letzten km muß die RESERVE angezapft werden. Vor meinem Haus versammelt sich unsere Truppe noch mal für ein Abschlußfoto. Franks Sohn will mit Lüsterklemmengas nach Hause fahren und lehnt dankend das Reparaturangebot ab. Ab hier trennen uns unsere Wege . Die Schönwalder haben noch ein Stück Weg vor sich aber werden nicht eher mit besten Wünschen entlassen als Frank verspricht mir seine Bilder und Videos für die HP zu senden. Ob er Wort gehalten hat , kann der geneigte Leser ja selbst überprüfen !

Ralf                                   November 2012

 

SR-Tour 2013

1.Mai 2013 , der SR2 bj.59 ist vollgetankt und startklar zur SR-Tour . Ein klarer Maimorgen ,nicht allzu warm aber es soll , laut Wetterfröschen , ein schöner Tag werden. Wie immer treffen wir uns bei Häschen . Dies Mal sind nicht alle „Aspiranten“ dort zum Start angetreten . Im Vorfeld hatte ich schon die Streckenführung verraten, welche von Bernau aus über Schönow , Schönwalde , Mühlenbeck , Schönfließ , Bergfelde , Briese, Borgsdorf , Schmachtenhagen , Zehlendorf, Wensickendorf ,Zühlsdorf, Basdorf, Wandlitz und wieder nach Bernau gehen sollte.Frank Zander , seines Zeichens Schönwalder, wollte mit einigen Bekannten in Schönwalde Bahnhof auf uns warten .

Zum ersten mal ist Häschens Bekannter , auch Namens Frank, dabei, welcher einen restaurierten SR2 fährt. Diesen SR hat er vor Jahren von Häschen gekauft. Er ist ein “ganz erfahrener“ SR-Pilot , denn eine 30 Minütige Probefahrt auf dem Suhler Moped hatte er schon erfolgreich hinter sich gebracht. Pünktlich fahren wir , mit 11 Maschinen los , denn zur Mittagzeit wollen wir in Briese im Briesekrug einkehren. So zumindest hatte ich das geplant.

Ob die Gasstätte wirklich offen ist ?????
Als ich die Strecke abgefahren bin , war noch Ruhe , aber nach Aussage eines Ortskundigen ist am 1. Mai dort
Maifeier mit Grillfest und Musike . Unsere Truppe rollt gen Schönow. Anders als geplant fahren wir dorthin über Friedenstal und Nebenstraßen ,da in Schönow die Hauptstraße von einer „schönen“ Baustelle geziert wird . Dort anstellen wollen wir uns nicht !  Mittlerweile ist die Sonne etwas höher gestiegen und wirft Muster aus Licht und Schatten auf den Asphalt der Allee . Einige Radfahrer schauen sich verwundert um . Wohl um zu sehen was dort so ein Getöse macht. Ja 11 SR Motoren machen schon etwas Musik. Kurz hinter dem Gorinseee  wird ohne die dichten Baumkronen aus dem Schattenspiel  unseres Zentralgestirns blendende Helle. Es ist gut die Sonnenbrille dabeizuhaben.
Als wir schon Schönwalde in der Ferne erblicken, ist der plötzlich havarierter Sr2 von Häschens Kumpel Frank , Anlass für unsere 1. Pause . Grund für den Ausfall des Triebwerks ist eine verstopfte Hauptdüse.
Auch Gärtners SR hat plötzlich Mucken , springt aber nach Kerzenwechsel und emsigen Pedalieren wieder an.
Eine kurze Info an Frank Zander per Handy , damit er weis , dass wir uns etwas verspäten. Der Vergaser ist schnell gereinigt und weiter geht es . In Schönwalde steht tapfer aber einsam und verlassen Frank !Emsig filmt er unser Eintreffen.
Seine Kumpels haben es sich anders überlegt und nun reiht nur er sich zur SR Tour , als Zwölfter bei uns ein. In Mühlenbeck wieder Zwangspause . Der Vergaser von Häschens Kumpel Frank ist wieder zu. Das lange Stehen ist dem Moped nicht gut bekommen und eine Tankinnenreinigung dringend angeraten . Der immer wieder verstopfte Vergaser wird während unserer Tour noch mehrere Male für kurze Stops sorgen. Nach erfolgreicher Wiederbelebung Aufbruch nach Schönfließ ! Neee doch nicht , Gärtners SR verweigert die Arbeit und auch Mario versucht sich im Kerzenwechseln. Nach etwa 10 Minuten geht es dann gemeinsam weiter , doch nur 2 km und der Vergaser muß mal wieder entkernt werden. Dannach schaffen wir es Störungs- und Pannenfrei bis Bergfelde wo erneut eine Vergaserreinigung für Kurzweil sorgt. Es sind nur noch 3 km bis zur Mittagsrast , das müsste doch zu schaffen sein ! Gemeinsam und ohne Verstopfungen jedweder Art gelangen wir nach Briese. Dort parken wir unsere Mopeds im Schatten der Nadelbäume. Unser Eintreffen erregt einiges Aufsehen. Interessierte begutachten unsere Mopeds. Viel Lob ist zu hören. Einer ist dabei , erstaunt , überrascht , sichtlich erfreut und im Redefluß kaum zu bremsen. Aus Suhl stammt er und solche schönen Mopeds hat er schon lange nicht gesehen. Mit Kennermiene werden die Suhler Produckte inspiziert und es entspinnt sich ein reges Gespräch. Natürlich ist auch wieder vom Wert die Rede , der Zeit für den Aufbau , Für und Wider einer Komplettsanierung oder des original Erhaltens mit „gelebter“ Patina. Ein Hinweiß auf unsere ,diese HP geben wir Ihm natürlich auch ,damit er sich unsere Touren aus den Vorjahren mal angucken kann.
Vielleicht schaut er ja mal rein.
Dann lockt aber doch Grillgeruch und Durst zur Einkehr , denn der Briesekrug ist wirklich offen. Die Info war also Goldrichtig ! Gute 45 Minuten dauert unsere Mittagsrast um dann satt und mit neuer Energie über Borgsdorf und Lehnitz nach Schmachtenhagen zu gelangen. Zwischendurch natürlich kurze Vergaserreinigungsrast. In Schmachtenhagen halten wir um die Trödelmeile auf dem dortigen Bauernmarkt abzuschreiten. Leider ist nichts für uns dabei . Mario hat während der Pause sein Moped inspiziert , welches wohl zwischendurch ,von uns unbemerkt,  etwas geschwächelt aber Ihn noch bis hierher getragen hatte. Auch Bernd hat Probleme. Ein Plattfuß hat sich eingestellt. Sein hinterer Reifen ist jedoch mit einem Fahrradschlauch bestückt und all unsere Mopeds haben , wie es sich für Mopeds gehört , Mopedluftpumpen an Bord. Ein Fahrradeigner erbarmt sich und leiht Bernd seine Luftpumpe zur Ergänzung des Luftvorrats. Start in Richtung Zehlendorf ! Dort biegen wir in Richtung Wensickendorf ab , nur Bernd fährt gerade aus .Er will wohl auf direktem Weg nach Hause und dem schleichenden Plattfuß zuvor kommen. Die Tour geht weiter über Wensicken- und Zühlsdorf nach Basdorf und Wandlitz , noch einige Male unterbrochen von Vergaserreinigungspausen. Schon hinter Wandlitz in Richtung Bernau müssen wir wieder halten ,da die Hälfte unserer Gruppe fehlt , mal wieder beschäftigt mit ………................. !
Wir machen Pause auf einem Waldparkplatz. Plötzlich klingelt das Handy , Bernd ist drann. Er ist nur 2 km vor uns , wie er von einigen Radfahrern erfahren hat, die uns zuvor passiert hatten. Kurz darauf pöttert er mit seinem Moped heran . Der Luftdruck seines hinteren Pneus tendiert gegen Null und dringendes Nachfüllen ist angeraten. Wir sprechen einen in Renntrimm ausstaffierten Biker an ,der uns seine Luftpumpe leiht. Einige nette Worte werden gewechselt und so vergeht die Zeit bis schließlich Knattern und Röhren vom Nahen unserer „Verschollennen“ kündet. Mit DANKE und GUTE Fahrt verabschieden wir uns und nehmen die letzten km nach Bernau unter unsere Reifen. Ohne weitere Probleme erreichen wir Bernau. Mario und Siegbert biegen gen Schönow ab und der Rest macht noch einen kurzen Stopp beim Trödelmarkt auf dem Bernauer OBI-Parkplatz. Dort beenden wir unsere diesjährige SR-Tour um uns Abends bei Häschen zum Grillabend wieder einzufinden.
 Wir freuen uns auf nächstes Jahr ,denn da wird´s was Besonderes geben ! Was wird noch nicht verraten .

Ralf

 

SR Tour 2014

1. Mai 2014, die ersten Sonnenstrahlen brechen durchs Fenster, es ist Frühling und draußen stimmt ein Vogel sein morgendliches Lied an. Ich bin schon wach obwohl es noch nicht mal 7 Uhr ist, die Zeit wo ich eigentlich aufstehen wollte, hält mich nichts mehr im Bett. Bin doch etwas aufgekratzt, denn unsere GROSSE SR-Tour über 3 Tage steht bevor. Dem Vogelgesang lauschend blende ich in Gedanken um 2 Jahre zurück. Wie sind wir nur auf die Schnapsidee gekommen mit dem SR zur Ostsee zu fahren? ..........ich hatte mir von Marco das Buch "Mopedfahrt durch Afrika" von Schrader und König, geliehen um es endlich mal zu lesen. Ein Mängelexemplar, zwar original aber es fehlten ein paar Seiten. Als ich es ausgelesen hatte war ich ob der Leistung der beiden Fahrer und ihren Mopeds begeistert. Welche Abenteuer sie auf Ihrer Reise erlebt hatten und wie viele Länder durchquert, einfach toll. Ich wollte aber auch den Inhalt der fehlenden Seiten erfahren. Deshalb kaufte ich mir im Antiquariat ein vollständiges Exemplar. Nachdem ich das Buch nun noch mal komplett gelesen und am Stammtisch enthusiastisch davon berichtet hatte, wollen mehrere unserer Truppe es auch lesen und borgten sich mein Buch aus. So ein Buch liest sich schnell weg und irgendwann fachsimpelten wir über das Buch und die tolle Fahrt über 50000 km. Spontan kam der Einwurf „Das können wir auch“! Der schiere Anfall von Größenwahn ! Aber die Idee war gut. Warum nicht erstmal etwas kleiner anfangen und z.B. zur Ostsee fahren? Rügen oder Usedom ?

Statt 50000km ersteinmal mit 500 km beginnen.

 

DA WAR SIE DIE IDEE!

 

Als Termin wurde schnell der 1.Mai 2014 auserkoren, weil uns mit dem Brückentag ein langes Wochenende zur Verfügung stand. Teilnahmeberechtigt sollten nur Mitstreiter der SR-Tour 2013 sein, deren Moped pannenfrei die Tour durchhielt. Die Organisation übernahmen Frank Zander und ich. Frank erwies sich als wertvoller und zuverlässiger Partner mit guten Ideen und Freude am planen. So wuchs die Idee zum festen Vorhaben soweit, dass wir im Oktober 2013 schon mal die Strecke bis Pasewalk mit dem PKW abfuhren.

Geplant war eine Strecke von etwa 500km, die uns von Bernau über Angermünde nach Pasewalk führen sollte. Dort wollten wir im „Lockschuppen Pomerania“ übernachten um am nächsten Tag von dort aus über Anklam, Usedom nach Peenemünde und zurück über Wolgast zu fahren. Der 3. Tag war für die Rückreise vorgesehen. Über die ganze Tour hatten wir Pausen, interessante Einlagen und Einkehr zur Mittagzeit in schön gelegenen Gaststätten geplant .

 

Nun war es also soweit! Raus aus dem Bett, den emsig vor sich hin tickenden, auf Erfüllung seiner Aufgabe harrenden Wecker ausgestellt. Er hatte heute mal nichts zu tun, denn ich war zu aufgekratzt um noch mal einzuschlafen. Zeit aufzustehen, zu frühstücken und schon mal alles aus dem Keller rauszustellen, was wir am Vortag dort für die Tour deponiert hatten. War noch einiges zu tun bis die Anderen kommen würden. Die „Anderen“ waren:

Mike, Marco, Frank Schulz, Micha, Jürgen, Frank Zander , Siegbert und sein Sohn Jean sowie Manne .

Manne sollte unser Versorgungsfahrzeug mit Anhänger fahren. Der T5, von Frank Schulz zur Verfügung gestellt, sollte unser Gepäck, Verpflegung und alle Ersatzteile aufnehmen, denn wir wollten für alles gerüstet sein. Außer 2 Reservemotoren, Schläuchen, kompletten Rädern, Zündungsteilen, Bowdenzügen uva. nahmen wir im Huckepack auch zwei komplette Reservemopeds auf dem Trailer mit.

Wir waren also zu zehnt.Alle anderen unserer sonstigen Truppe zur SR-Tour hatten Bedenken wegen der langen Strecke, den Nennungschluss verpennt oder einfach keine Lust.

Halb Acht klingelt mein Telefon und Frank Zander teilt mir mit, dass er es wahrscheinlich nicht bis 8 Uhr, dem mit allen vereinbarten Zeitpunkt, schaffen wird. Sein Kumpel Mike hatte erst am Vortag seinen SR aus seinem Gelass geholt und festgestellt, dass er nicht lief. Zündungsprobleme ! Nun wollte er der Einfachheit halber mit dem S50 fahren und war sauer als Frank ihm entgegnete, dass dies eine SR Tour wäre und keine S50 Ausfahrt. Er solle doch den SR reparieren! Wie Wunder hatte Mike es geschafft und war mit dem Moped auch gen BERNAU gestartet. Unterwegs blieb er jedoch liegen und rief Frank zu Hilfe. Nun werkelten beide, den SR2 wieder flott zu kriegen. Ich war etwas sprachlos, denn nach 2 Jahren Vorbereitung hatte Mike es geschafft sein Moped erst am Vortag mal zu testen. DAS KONNTE JA WAS WERDEN! Wir anderen hatten unsere Mopeds schon Monate vorher überprüft, instand gesetzt und Probe gefahren um möglichst ohne Panne über die ca. 500 km zu kommen. Das auch die beste Vorbereitung manchmal wenig hilft, stellte sich später heraus.

Kurz vor 8 brummte es vor der Tür, Frank Schulz war schon mit seinem T5 vor Ort. Ich begrüßte Ihn und schaute suchend ins Fahrzeug, doch Frank war allein. Er sollte doch Manne Schwenzer abholen !? So einen großen, stabilen Kerl konnte ich schwerlich übersehen haben. Ich fragte Frank „ Hast Du nicht was vergessen? „ . Fragend schaute er mich an! „ Manne „ sagte ich . „ Ähm... ich dachte seine Frau bringt Ihn „ so Frank.

Nöööö Du solltest Ihn abholen ! „ ........ „ Dann fahr ich noch mal los „ und weg war er " !

ES FING JA GUT AN!

Es wurde 8 und nach und nach trudelten alle Tourteilnehmer ein. Sogar Frank und Mike schafften es zur Zeit. Letzte waren Frank Schulz mit Manne. Etwas unkoordiniert beluden wir den Transporter und hängten, den schon am Vortag mit den Reservemopeds beladenen Trailer an. Gut gelaunt und bei bestem Wetter freuten sich alle auf die gemeinsame Tour.

Marco zückte plötzlich das Buch, das eigentliche Initial für unsere Reise und rezitierte daraus.

"............. Rund 50000 Kilometer, das ist reichlich einmal um den Äquator herum, legten wir auf den Straßen Südeuropas, Vorderasiens und Zentralafrikas in achtzehn Monaten unter extremsten Bedingungen mit unseren Simson Mopeds zurück..............." usw.

Nun waren wir vollends motiviert und starteten pünktlich 8.30 Uhr die Motoren. Der Pulk rollte los, die ersten 100m unserer lange geplanten, großen Fahrt. STOP !!

Manne konnte den Transporter nicht starten, da er den Zündschlüssel vermisste. Frank Schulz fuhr die 100mzurück, damit auch Manne starten konnte. 1min später rollten 9 SR Mopeds in früher Morgensonne Richtung Norden davon. Über Ladeburg nach Lobethal und von dort aus , die stark befahrene B2 meidend , über „verbotene“ Wege nach Biesenthal. Diesen weg hatte ich ausgesucht, da bestimmt die Mehrheit diese Strecke nicht kannten und es also auch für Ortskundige mal was Neues war. In Biesenthal wartete Manne mit dem Begleitfahrzeug, denn er musste ja die B2 nehmen. Gemeinsam verließen wir Biesenthal in Richtung Eberswalde.

Die schon 1000-mal gefahrene Strecke empfindet man auf dem SR wieder neu. Das relativ niedrige Tempo, die herrliche Landschaft die sich im beginnenden Frühling in voller Pracht präsentiert, lässt einem die Fahrt in vollen Zügen genießen.

Natürlich waren in Melchow die Bahnschranken geschlossen. Zeit für ein paar Fotos. 4 min später ging es weiter bis Ortsmitte. Frank Zander s SR1 blieb plötzlich mit Zündaussetzern stehen. Bekanntes Prozedere , Kerze raus .... Hauptdüse reinigen.... FERTIG !? Nööö das Motörchen weigerte sich beharrlich anzuspringen. Frank hatte nach mehreren vergeblichen Startversuchen schon heftige Atemnot.

Die Startprozedur des SR1 bedarf nämlich des Anfahrens als „Fahrrad“ und bei entsprechend hoher Geschwindigkeit das Einkuppeln bei gleichzeitigen Weiterpedalieren. Springt der Motor an, ist alles gut .Wenn nicht, hängt einem spätestens nach den 3 Versuchen die Zunge sehr weit aus dem Hals. Eine vorrüberfahrende Gruppe von Radfahrern auf Sporträdern grüßte uns freundlich. Wir winkten zurück, außer Frank, der weiter versuchte sein Moped in Gang zu setzen. Die Reparaturversuche wurden nach dem 3. Kerzen und Düsenreinigen aufgegeben und der erste Reserve SR kam zu Einsatz. Unser Zeitplan ließ nämlich größere Reparaturen nicht zu. Die Fahrt ging mit etwas Verspätung, weiter die B2 entlang nach Eberswalde. Ortseingang Eberswalde mussten wir auf Mike warten, der mit seinem müden SR2 die Steigungen vor Eberswalde nicht so schnell bewältigt hatte. Dort stand auch die Gruppe Radfahrer, die uns in Melchow begrüßt hatte. Ein nettes Gespräch entspann sich und wir mussten für ein gemeinsames Foto posieren. Als Mike endlich aufgeschlossen hatte konnte es weiter gehen. Nicht weit, denn plötzlich ließ sich der 1.Gang an seinem Moped nicht mehr einlegen. Marco leistete technische Hilfe und stellte den Schaltbowdenzug ein. Mike´s SR war akustisch nicht besonders Vertrauenserweckend. Der Motor lief eher wie ein alter Sack Schrauben und die Leistung war sehr mäßig. Im oberen Bereich des Gaszugs nahm er auch kein Gas an. Das alles begrenzte unsere Reisegeschwindigkeit auf etwa 38 km/h. Die Schaltung funktionierte wieder und es konnte weitergehen, zumindest den nächsten Km.

Noch in Eberswalde röchelte Frank Zander s Zweitmoped und versagte den Dienst. Die Kerze sah komisch aus .Sehr hell und mit angelaufener Masseelektrode. Eine Kerze mit höherem Wärmewert sollte das Problem lösen. Weiter ging unsere Fahrt Richtung Angermünde. Mehrere Male mussten wir zwischendurch noch halten weil entweder Mikes SR oder Frank Zanders Moped streikte. Bei Mike stellte sich heraus, dass in der Hauptdüse ein schmales Plättchen steckte, dass wie ein Ventil arbeitete. Ab und an machte es einfach ZU. Das Plättchen saß fest und ließ sich auch mit bloßem Auge nicht so einfach zu erkennen. Als es endlich entfernt war, lief das Moped wesentlich besser, wenngleich aber nicht viel schneller.

Mit ca. einer Stunde Verspätung erreichten wir glücklich Angermünde. Dort hatten Frank und ich einen Museumsbesuch geplant. Offiziell hatten wir der Gruppe nur eine Rast als Streckeninformation gegeben. Der Museumsbesuch sollte eine Überraschung sein. Das Ehepaar Riesebeck hat in Angermünde eine ansehnliche Sammlung von Tatrafahrzeugen aus allen Epochen, im ehemaligen Opel Autohaus bzw. dessen Nebengelass zusammengetragen.

Viele schöne Stücke aus den Tatra Anfängen bis zum Ende der DDR Ära und darüber hinaus, zum Teil von Herrn Riesebeck selbst restauriert. Wir wurden trotz Verspätung nett empfangen und mit einer Tasse Kaffe bewirtet. Die Anschließende Führung war für alle ein interessantes Erlebnis.

An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an die Familie Riesebeck !

Mittlerweile stand die Sonne schon ziemlich hoch und die Morgenkühle war vergessen. Wir sagten dem Tatramuseum adieu und verließen frohen Mutes Angermünde in Richtung Prenzlau. Nur kurz währte die unbeschwerte Fahrt ......UMLEITUNG ! Seit Oktober war hier eine Baustelle eingerichtet und die direkte Verbindung nach Prenzlau gesperrt worden. Die Route musste, wohl oder übel, geändert werden. Die Umleitung zog und zog sich, ohne dass wir auf die ursprüngliche geplante Streckenführung zurückkamen. Davon abgesehen gab es nichts zu meckern. Beste Straßen und um uns die traumhafte Landschaft der Uckermark.

 

Links und rechts zogen langsam die Felder an uns vorbei. Gelber, süß riechender Raps wurde abgelöst von frischem grünem Getreide, welches seine noch kurzen Halme der wärmenden Sonne entgegenreckt. Klare Seen umrandet von satt grünen Schilfgürteln aus denen teilweise noch das braun der alten Stauden schimmert. Frisch gemähtes Heu liegt duftend zum Trocknen aus und auf den noch ungemähten Flächen sieht man saftiges Grün, weiß und gelb gepunktet von Butterblumen. Als kleine weiße „Schirmchen“ werden ihre Samen vom Wind sanft über die Wiese getrieben. Eine junge Katze duckt sich tief ins Gras und beäugt uns argwöhnisch. Ein paar Meter weiter nur, entschließt sich ein Kaninchen, welches bisher der Katze gleicht, tief im Gras versteckt gelegen hatte, in wilder Flucht das Panier über das frisch gepflügte Feld zu ergreifen.

Im nächsten Ort hebt ein Storch gerade von einer wilden Brache ab und überquert im Tiefflug die Straße. Im Schnabel trägt er Gesträuch zu seinem Nest, welches hoch oben auf einem alten Gittermast trohnt. An der Straße stehen Kastanien, geschmückt mit weißen Blütenkerzen. Unter Ihnen sammelt sich ein Teppich aus herabgefallenen Blüten, von uns schnöde bei Vorbeifahren verwirbelt. Der süße Duft von Flieder vermischt sich mit dem Aroma geschmorter Rouladen der lecker aus den geöffneten Fenstern des kleine Fachwerkhauses zieht, dass recht am Wege steht. Das und unser Zentralgestirn mahnt uns, die Mittagszeit ist ran und vor uns liegen noch einige km. Wir erreichten so Passow, ab und an von kurzen Stopps unterbrochen, weil der graue SR2 von Frank Zander immer wieder für Einlagen sorgte. Um wieder auf KURS zu kommen hielt ich an um auf der Karte nachzuschauen und eine neue Route zu planen. Eine kurze Orientierung nur und wir konnten wieder starten.

Solch eine Umleitung hatte auch etwas für sich, denn so gelangt man an Orte, die man sonst wahrscheinlich nie gesehen hätte. Wieder fuhren wir durch gelbe Rapsfelder. Nicht nur ein Genuss fürs Auge sonder auch für die Nase. Der Einzigste der wohl gerade nicht das Schöne so empfand, war Frank Zander , dessen „Grauer“ mal wieder streikte. Wütend wuchtete er das Moped mittig zwischen die beiden anderen Mopeds auf den Trailer und tönte „Ich hab die Schn..... voll, ich fahr jetzt im Auto mit !“. sein Mopedmotor hatte immer wieder Symptome von Überhitzung. Selbst die Elektroden der Zündkerze waren schon angeschmolzen. Ein Wunder , dass er es bis hier geschafft hatte. Vereint redeten wir auf Ihn ein und überzeugten Ihn letztlich mit Mannes SR weiterzufahren, den wir nur den Tank des 2er aufpflanzen mussten. Ein guter Entschluss, den das Moped lief gut und schnell. Bald sah man Frank auch wieder lachen. Die gute Laune war zurückgekehrt. Zurückgekehrt waren auch wir und zwar auf die richtige Route und näherten uns Prenzlau. Dort hatte ich im Gasthaus „Am Kap“ Plätze zum Mittag reserviert. Iich hatte zwischendurch auch im Restaurant angerufen um unser verspätetes Eintreffen anzuzeigen. Ohne weitere Havarie erreichten wir die Kreuzung Seelübbe, wo Manne mit dem T5 allein weiter nach Prenzlau fuhr und wir am Seeufer des Unteruckersees entlang zur Gaststätte fahren wollten. Nun ohne Begleitfahrzeug, also ohne Ersatzteile und Werkzeug erreichten wir Seelübbe. Genau Ortsmitte blieb Frank mit Mannes SR plötzlich stehen. Kein Funke mehr , was nun ? Die Kerze war ok und Frank am verzweifeln. Er, der sich und seine Mopeds wirklich gut vorbreitet hatte, wurde scheinbar vom Pech verfolgt und musste eine Panne nach der anderen bewältigen. Selbst Mike mit seinem „Sack Schrauben“ hielt durch. Nur noch 5 km und keine Ersatzteile ! Kurzerhand riss ich die Entstörbleche vom Kerzenstecker der Motor sprang an und blubberte fröhlich vor sich hin. Grinsend schaute ich Marco an, der vor einigen Stopps vehement protestiert hatte als wir Zündungsprobleme auf diese Art beheben wollten. Er war der Meinung die könnten kaum Ursache von Ausfällen sein, denn sein Kerzenstecker hielt schließlich, mit Blechen, schon Jahre. Quod erat demonstrandum ! Kommando Aufsitzen und weiter geht's durch Seelübbe bis zum Unteruckersee. An dessen Gestade entlang führt ein Radweg nach Prenzlau. Mit dem Moped , nicht ganz legal, passierbar. Als wir im Oktober diesen Weg erkundet hatten, war dort kein Mensch unterwegs. Heute ......die Hölle. Was an diesem sonnigen 1.Mai am Ufer des Sees mit dem Fahrrad unterwegs war, unglaublich. Wir hatten uns vorab verständigt, allen Fahrradfahrern die ungehinderte Weiterfahrt zu ermöglichen und diese nicht zu behindern. Schließlich wollten wir keinen Unmut erregen. Manchmal war aber die Fahrspur so eng, nur einen Fahrradreifen breit, dass nur ein Fahrzeug passieren konnte und wir zum Ausweichen, rechts oder links ins Ungewisse steuern mussten. Das führte dazu, dass Frank Zander , höflich ausweichend, plötzlich den Halt verlor und fast im Wasser gelandet wäre. Mit einem gehörigen Schrecken kam er aber davon. Der Weg wurde indes wieder breiter und öffnete auch den ungehinderten Blick auf den klaren Unteruckersee. Rechts ab, bergauf ging es zur Gaststätte „Am Kap“ ENDLICH wir waren da. Mit saftiger Verspätung fuhr unsere Meute mit donnernden Motoren auf den Gasthausparkplatz und erregten dort einiges Aufsehen.

Manne, der ja die B 109 entlang mit NAVI hierher unterwegs war und längst hier sein sollte, fehlte! Ans Telefon ging er auch nicht. Erst etliche Minuten später kam er an. Er hatte dem Navi nicht getraut und war in Prenzlau umhergeirrt, bis er schließlich doch den Weg fand. Für uns war ein großes Holzbankett, direkt auf der Terrasse reserviert. Bei dem schönen Wetter sicher der beste Platz. Getränke und Essen wurden bestellt, nun war Zeit für eine gepflegte Unterhaltung, Fotos und ein Anruf in Pasewalk. Natürlich war man dort ob unserer Verspätung nicht glücklich aber bis 20 Uhr wäre schließlich jemand vor Ort. Das machte Hoffnung, denn bis dahin, sollten wir es selbst schiebend geschafft haben.

Das Essen kam und plötzlich setzte eine „gefräßige“ Ruhe ein und zeugte vom kräftigen Appetit aller Anwesenden. Bald war der gestillt, wir zahlten und brachen auf in Richtung Tagesziel Pasewalk. Bei unserer Abfahrt war die halbe Gaststätte auf den Beinen um uns dabei zuzusehen und Glück zu wünschen. Die Fahrt bis Pasewalk verlief, man glaube es kaum, fast ohne Zwischenfälle. Nur 3 Mal wurde unsere Fahrt unterbrochen. 1 Mal verpopelte Kerze und 2 Mal Kraftstoffmangel. Micha musste seinen durstigen Einser betanken und auch ich musste, Pasewalk schon in Sicht, noch einen halben Liter in den Tank meines Mopeds füllen. Mehr brauchte ich nicht, denn Ortseingang Pasewalk wartete schon eine Shell Tankstelle darauf, den Durst unserer wackeren Rösser zu stillen. Der eigentliche Verbrauch eines SR sollte bei ca.2 L auf 100 km liegen, aber ich bin sicher, dass auch früher schon gemogelt wurde, wenn es um Angaben zum Kraftstoffverbrauch ging. Alle tankten wesentlich mehr und dass wir gerast wären kann ja nun wirklich keiner sagen. Mein Tank z.B. fast ca. 6 L und war nach 150km leer. Dieser Verbrauch war alles andere als normal, aber später wurde klar warum.

Meine Schwimmerkammer hatte sich gelöst und der Kraftstoff verkrümelte sich nach und nach , ohne je verbrannt worden zu sein. Wir wollten am nächsten Morgen ohne Verzögerung starten, deshalb machten alle Ihre Tanks randvoll. Von der Tankstelle aus, waren es nur ein Katzensprung bis zum Lockschuppen, unserem Tagesziel. Mit 3 Stunden Verspätung, aber froh und glücklich, erreichten wir das Gelände des Lockschuppen Pomerania eV. Herr Görl, der die bestellte Führung machen sollte und schon seit Stunden auf uns gewartet hatte, nahm sich unserer Truppe freundlichst an, während ich die Anmeldung und Bezahlung übernahm. Unsere Mopeds durften im Inneren des Lockschuppens parken. Ein toller Anblick und die Gewissheit hier gut aufgehoben zu sein. Die Schlüssel zu den Kabinen in denen wir nächtigen sollten wurden verteilt und die Liste für die namentliche Anmeldung ging rum. Etwas Konfus alles, denn unsere Verspätung hatte so manches durcheinander gebracht und die Führung sollte ja auch noch stattfinden. Das dabei etwas Wichtiges vergessen wurde erfuhren wir aber erst am nächsten Tag. Herr Görl hatte sich trotz unserer Bummelei bereit erklärt uns über das Gelände zu führen, also schnell die Sachen in den Kabinen verstaut und los ging´s. Für die Meute, um auf die gelungene erste Etappe anzustoßen, gab es noch ein erstes Bier. Das hatten wir uns redlich verdient!

PROST!

Der Verein hat auf dem Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerks ein Kleinod geschaffen, mit viel interessanter Technik und imposanten Gebäuden .Die Idee, Ihre Wagen aus dem Bestand der gewesenen DDR Regierung, als Herberge herzurichten und zu nutzen ist genial, wenngleich auch notwendig. Der Verein hat zum Unterhalt des Geländes und der Gebäude jährlich eine riesige Summe zu stemmen, so dass jeder Euro zählt. Das gepflegte Gelände bietet neben etlichen gemütlichen Sitzecken die zum Verweilen einladen auch Grill und Feuerstellen, an denen Gruppen bzw. Familien einen schönen Nachmittag oder Abend verbringen können. Das ganze Gelände kann genutzt werden. Auch Zelten ist möglich. Für Kinder gibt es viele Möglichkeiten zum spielen oder experimentell etwas zu lernen.

Auf unsere Führung durch das Gelände zeigte uns Herr Görl eine Sammlung von Kommunikationstechnik welche in einem Wasserturm untergebracht war. Nebenher erzählte er uns viel Interessantes über die Geschichte des Standortes und den Problemen sowie der Arbeit des Vereins. Eine Besichtigung des Konferenzwagens, der Außenanlagen sowie des Lockschuppens selbst, schloss sich an. Alles in allem , interessant , imposant und respeckteinflößend ob der Arbeit des Vereins. Wer mehr erfahren möchte, auf der Homepage des Vereins gibt es viele Infos, oder fahrt einfach selbst mal hin, es lohnt sich!

Natürlich erzählten wir Herrn Görl auch von unserer Tour, dem Plan für Morgen und unseren heutigen Problemchen. Kurz entschlossen zückte er den Generalschlüssel, zeigte uns die Museeumswerkstatt und meinte „hier könnt ihr Schrauben !“. Freudig überrascht nahmen wir das Angebot nur allzu gern an. Der Abend war schon weit fortgeschritten, so dass wir uns einen der vielen Grillplätze aussuchten. Wir wählten einen relativ windgeschützten Platz, direkt am Lockschuppen, denn es war schon recht kühl und zugig. Herr Görl verabschiedete sich in den verdienten Feierabend und wir entluden unser Begleitfahrzeug. Der Grill wurde angemacht und von Jean betreut, währenddessen Frank und ich uns um Franks havarierten SR1 kümmerten. Marco, Frank Schulz , Jürgen und Micha tauschten parallel den Motor des defekten grauen SR2. Den Tauschmotor hatte ich schon vor Monaten vorbereitet und Probelaufen lassen, war also sicher, dass er funktioniert. Die Jungs hatten den Umbau fix, in 30 min geschafft, so dass das Moped für den Folgetag einsatzbereit war. Bei Franks SR1 hatten sich die Anschlüsse an der Zündgrundplatte gelöst, die Nieten der Halteplatte waren abgebrochen und die Zündung wurde dadurch sporadisch kurzgeschlossen. Ausbohren der Nieten und Einsetzen von Schrauben behob das Problem. In kürzester Zeit waren also beide Mopeds wieder fit.

Zeit für den gemütlichen Teil. Jean hatte schon fleißig vorgearbeitet, so dass sich alle an frisch zubereiteter Grillwurst und Fleisch laben konnten. Auch das Bier schmeckte vorzüglich. Ausgelassen plauderten wir über dies und das, natürlich ließen wir auch den Tag, der nun in den letzten Zügen lag, revuepassieren. Hatten wir doch heute einiges erlebt. Alle waren satt, im Grill wurde die Glut lichter und die Nacht kalt. Eigentlich wollte ich am Abend, wenn es schön dunkel war, etwas „Kino“ machen. Ich hatte einen Beamer und auch was für Bild und Ton mitgebracht. Frank kam auf die Idee, doch dafür in den Lockschuppen umzuziehen. Dort war es warm und windstill. Ein paar Stühle wurden bereitgestellt und als Leinwand dienten uns 2 alte Laken. Schon flimmerte ein alter DKW Werbefilm über die Leinwand, als Diashow die erste SR-Tour von 2002 und noch andere Kleinigkeiten. Sicher hätten wir noch einige Videos geschafft aber am nächsten Tag stand uns allerhand bevor und es war fast Mitternacht. Zeit für uns SR Piloten sich in unsere Quartiere zurückzuziehen. GUTE NACHT!

 

2.Mai 2014

 

Ich hatte erfreulich gut geschlafen, war aber wieder zeitig wach, weil irgendjemand auf dem Gang herumgelaufen war, mich geweckt und ich nicht mehr einschlafen konnte. Armer Manne, hatte er doch die erste Kabine im Wagon, gleich neben der Toilette. Was sich für Ihn, ob kurzer Wege, zuerst als Vorteil dargestellt hatte, war nun eindeutig zum Nachteil umgeschlagen, denn alle, die einen morgendlichen Harndrang verspürten , tappelten an seiner Kabine vorbei und rumorten im Toilettenabteil. Ausschlafen war bestimmt anders!

Ich drehte mich noch einige Male im Bett, bis ich mich entschloss aufzustehen um die Toilette und Dusche im Hauptgebäude für die Morgentoilette zu nutzen. Mir gleich taten das auch nach und nach einige andere unserer Truppe. Zu 8 Uhr hatte ich das Frühstück bestellt, es sollte aber auch schon gegen 7.30 Uhr bereitstehen. Die Zeit nutzte ich im „Discowagen“ per Handy die Wetterprognose abzurufen. Bedeckt, kalt aber trocken. An sich eine gute Nachricht ! Frank Zander tauchte auf und wir quatschten emsig bis auch Mike, Siegbert und Micha auftauchten und wir uns entschlossen frühstücken zu gehen. Angenehm überrascht waren wir von einem üppigen Buffet, Kaffee sogar ein Frühstücksei wartete auf uns. Nach und nach trudelten auch alle anderen ein, gute Laune und Vorfreude auf die heutige Tour war allen eigen. Etwas früher als geplant, in weiser Voraussicht, wollten wir heute starten, so dass wir uns nach dem ausgiebigen Frühstück gleich an die Startvorbereitungen machten. An meinem Moped entdeckte ich, die schon erwähnte, lose Schwimmerkammer und Siegbert versuchte vergeblich seinen SR 2 zu starten. Komisch bis hierher war der klaglos gefahren.

3-mal Kerzenwechsel, Haupdüse gereinigt....... das Ding wollte einfach nicht. Ratlos und mit Schweißperlen vom anpedalieren auf der Stirn, blickte Siegbert in die Runde. Ich hatte meinen Vergaser repariert und schaute mir Siegberts Moped mal an. Unter dem Vergaser stand eine seltsam rötlich schimmernde Lache. Ich tippe mit dem Finger hinein und merkte, es war Öl. Siegbert hatte gestern Abend, gemeinsam mit uns, getankt und natürlich Mischöl dazugegeben. Dies hatte sich augenscheinlich nicht vollends mit dem Benzin vermischt und sich unten im Tank abgesetzt. Mit der ersten Flutung des Vergasers gelangte es in die Schwimmerkammer und ein zündfähiges Gemisch konnte ergo nicht entstehen. Nochmaliges Herausschrauben der Hauptdüse und spülen des Vergasers mit frischem Benzin, schon lief das Motörchen, zur Freude aller. 15 Minuten vor Plan verließen wir das Gelände. Bereit die Insel zu zwingen. Der Plan klappte indes nur bis zu Shelltankstelle. Jürgen hatte, währenddessen alle anderen ihre Mopeds vorbereiteten, genüsslich eine Zigarette geraucht und nun festgestellt, dass seinem Hinterrad etwas Luft fehlte. Schön, dass es an der Tankstelle 2 Luftsäulen gab. Schlecht nur , dass diese mit modernen Armaturen bestückt und die Bedienungsanleitung abwesend war. Nach 15 Minuten hatte Jürgen nur erreicht, dass der Reifen nun völlig platt war. Etwas angesäuert fuhr ich zu Ihm um zu gucken warum das so lange dauerte. Schimpfend drückte er die Tasten der Anzeige. Ich kannte diese Anlage und half Ihm bei der Bedienung. Sekunden später strömte frische Luft in die Pneus und der Plattfuß wich einem prallen Rund. Froh endlich loszukommen setzte sich der Pulk in Bewegung. 500 Meter nur, dann zeigte Manne Schwenzer, wie schon so oft, stehend mit eingeschalteter Warnblinkanlage, eine Panne an. Frank Zander stand mit seinem, erst am Vorabend reparierten SR1 da, der jetzt einfach ausgegangen war. Die Ursache, eine verstopfte Hauptdüse, war schnell gefunden und es hätte weitergehen können, wenn das Moped angesprungen wäre. Nur ließ es sich nicht mehr anpedalieren. Die Kupplung rutschte. Mit, vor Anstrengung hochrotem Gesicht, versuchte er mehrmals vergeblich das Moped in Gang zu setzten. WAS NUN ? Sein SR1 wanderte erneut auf den Trailer und leistete Mikes SR Gesellschaft, der diesen gegen Mannes SR1 getauscht hatte. Der Graue, mit „neuem“ Motor sollte nun auch Franks Gefährt für den Rest der Tour sein. Sein störrischer SR1 verbannt auf den Trailer für den Rest der Reise. Nun endlich Start nach Anklam , unserem 1. Zwischenziel. Kaum zu glauben, aber für die 50km bis Anklam mussten wir nur 2-mal, pannenbedingt halten. 1 Mal weil der „Graue“ eine „verpopelte“ Kerze hatte und beim zweiten Stopp musste Jean, der bisher überhaupt keine Probleme hatte, seinen Hauptständer hochbinden. Er hatte die Ständerfeder verloren. Vater Siegbert hatte jedoch das Federlein davonspringen sehen und es unter Lebensgefahr, im fließenden Verkehr, eingesammelt.

Apropos Lebensgefahr ! Die B 109, so schön sie sich mit ihrem glatten Asphaltbelag und den herrlichen Alleebäumen fuhr, war sie für uns Mopedfahrer höchst gefährlich. Mit Tempo 40 stellten wir natürlich ein Hindernis auf der stark befahrenen Bundesstraße dar, so dass sich leichte Staus hinter uns bildeten. Ungeduldige PKW und LKW Fahrer überholten uns rücksichtslos und nur um Haaresbreite entkamen wir so manches Mal einer Kollision. Da wir ähnliches schon vorher geahnt hatten, verließen wir so oft es ging die Strecke um die Autoschlangen vorbeizulassen. Dies indes half nicht gegen die rücksichtslosen Fahrer.

Groß war die Freude endlich Anklam zu erreichen, weniger schön der Umstand, dass der direkte Weg, Richtung Zuckerfabrik, durch eine Baustelle gesperrt war. So mussten wir ungern einige km die Autofahrstrasse benutzen um über die nächste Abfahrt ins Zentrum zu gelangen. Für Anklam hatten Frank und ich eigentlich einen Besuch im dortigen Otto Lilienthal Museum geplant. Der Rest der Truppe wusste davon nichts. Es sollte, ähnlich wie Angermünde, eine Überraschung sein. So fiel es nicht auf, dass wir diesen Besuch aus mehreren Gründen ersatzlos strichen. A. waren wir wieder weit hinter der Zeit zurück, B. war das Zentrum, wo sich das Museum befindet, wegen Bauarbeiten gesperrt und c. war uns, ob des kühlen und windigen Wetters, sau kalt und ein warmer Kaffee genau das Richtige! Deshalb machten wir kurzerhand Rast auf der nächsten Tankstelle. Scheinbar eine gute Idee, denn nicht nur der Kaffee war von Nöten, sondern auch die dortige Toilette erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Natürlich wurden wir und unsere Mopeds, vor allem von den dort anwesenden Bikern begutachtet. Wieder einmal entspann sich ein nettes Gespräch. Überhaupt gab es auf der gesamten Tour nur positive Reaktionen auf unser Erscheinen, von den gestressten Autofahrern mal abgesehen. Das Wetter meinte es an diesem 2.Mai nicht allzu gut mit uns. Der Himmel war düster und bedeckt. Kein einzigstes Mal zeigte sich die Sonne. Der Wind blies kalt, böig und teilweise mit großer Kraft. Trotzdem ich ein T-Shirt und einen dicken Pullover trug, zog es kräftig durch die alte Kutscherjacke, so dass ich kurzerhand noch, die immer mitgeführte, Regenjacke darunter zog. Nun war es auszuhalten. Micha hatte sich in weiser Voraussicht von Frank lange Unterhosen geborgt. Wie gut das war stellte sich nun heraus.

Durch Anklam hindurch ging es nun auf unsere nächste Etappe über Usedom nach Zinnowitz, wo wir Mittag essen wollten. Die Fahrt war bis auf ein paar „Popel“ in den Kerzen ziemlich störungsfrei. Der Wind blies aber teilweise so kräftig, dass unsere Geschwindigkeit auf 35 km/h sank. Einige Male verließen wir die Strecke um dem nachfolgenden Verkehr die Chance zum Vorbeifahren zu geben. Beachtlich welche Fahrzeugmassen sich hinter uns stauten. Hinter der Stadt Usedom ging es Kilometerweit geradeaus. Hügel hoch und runter , durch herrlichen Wald. Heute hatte aber wohl kaum Jemand viel Muße die Natur zu bewundern. Zeigte sie sich doch gerade kühl und abweisend. Dick eingemummelt, die Köpfe tief eingezogen trotzten wir Ihr. Letztlich hatte sie ein Einsehen und verschonte uns zumindest mit Regen. Km um Km näherten wir uns unserem Ziel, schon hoffend innerhalb unserer gesetzten Zeit pünktlich in Zinnowitz anzukommen. Weit gefehlt ! Irgendein „genialer“ Verkehrsplaner hatte es geschafft, dass Steuergelder für den Bau eines relativ sinnlosen Kreisverkehrs genutzt wurden. Wir ahnten davon zunächst nichts sondern nahmen nur den Stau zur Kenntnis, der sich diesmal vor uns gebildet hatte. Minute um Minute verging ohne dass sich etwas bewegt hätte. Nur schleppend und Meterweise ging es vorwärts. DAS hatte uns gerade noch gefehlt ! Wir als Mopedfahrer hätten ja an der Fahrzeugschlange vorbeifahren können aber wir hatten ja noch Manne im Begleitfahrzeug hinter uns. Also brav sein und anstellen. Eine dreiviertel Stunde verging und endlich konnten wir die Ursache des Übels sehen. Eben jener Kreisverkehr, natürlich ohne Bauerbeiter .Daneben ein riesiger Acker, der bequem eine Ausweichstrasse hätte aufnehmen können. Den Planern reichte aber eine Ampelanlage, mit dem Resultat, dass sich in beiden Richtungen der Verkehr etwa 4km staute. Die zuständigen Herren und Damen mussten hier wohl nicht durch.

DANKE „Gut gemacht“!

Michas SR1 verkraftete die Zuckelei nicht und eine frische Kerze musste eingesetzt werden. Zeitlich kein Problem, in diesem Stau hätte er bequem 10 Kerzen wechseln können! Als endlich der Engpass durchfahren und erlösend freie Fahrt möglich war , dauerte es nur noch wenige Minuten bis wir dankbar Zinnowitz erreichten , in die Hafenstraße einbogen und die Kombüse 3 ansteuerten. Direkt am Wasser gelegen, ein herrlicher Anblick. Vor allem vom Schankraum aus , der warm und gemütlich war. Getränke wurden bestellt und es wundert nicht, dass auch Kaffee und Glühwein geordert wurden.

Frank versuchte wiederholt in Peenemünde anzurufen. Wir hatten, an unserem Tagesziel Peenemünde, eine Führung bestellt. Diese sollte nicht etwa im Museum stattfinden, sondern uns über das Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt an historische Orte führen. Hier lag schließlich die Wiege der Raumfahrt. Diese Führungen gab es erst seit kurzem und im Internet wurde hochlobend davon berichtet. Unsere Erwartungen waren entsprechend hoch.

Das Gelände war normaler Weise nicht zugänglich, da im Naturschutzgebiet gelegen und nur mit Sondergenehmigung durfte man hinein. Wir freuten uns also darauf. Leider war telefonisch niemand zu erreichen. So genossen wir erst einmal unser wohlverdientes Mittagessen. So richtig hatte nun keiner mehr Lust auf kaltes Wetter .Micha meinte verschmitzt „Lasst uns hier bleiben“! Aber „harte Hunde“ wie wir bringen zu Ende was sie angefangen haben. Der netten Wirtin gewährten wir noch ein Manschaftsfoto vor Ihrem Gasthaus und weiter ging die wilde Fahrt gen Flugplatz Peenemünde, von wo aus die Führung starten sollte. Wir hatten uns geeinigt, wenn dort niemand zu erreichen sein würde, wollten wir nach Pasewalk zurückfahren. Die 25 km bis zum Flugplatz waren erfreulich kurz und ohne Pannen. Der Parkplatz am Flughafen trostlos und zugig. Frank Zander versuchte noch einmal den Guide der Führung anzurufen und OH WUNDER er meldete sich. Er versprach in 45 min vor Ort zu sein. Es wurde also doch noch was. Unser Problem ,wie üblich die Zeit. Durch den Stau hatte sich alles nach hinten verschoben und 100 km für die Rückfahrt waren auch noch zu bewältigen. Plötzlich meinten einige „die Führung muss ich nicht unbedingt haben „ . Manne, sichtlich sauer, meinte „Hintour über 5 Stunden, wie lange soll denn die Rückfahrt dauern........kommen wir ja heute nicht mehr nach Hause „. Ich fand das Gemurre hinter Franks Rücken unfair. Er hatte sich mit der Organisation der Führung sehr viel Mühe gegeben. Zugegeben, wir hatten uns mit der Zeit total verplant aber noch war alles möglich. Sollten alle ihre Meinung äußern und über die Führung abstimmen. Gesagt getan! Die Mehrheit war für die Führung. Dass sich dies später als „Waldspaziergang“ herausstellen sollte, konnte niemand ahnen. Ich nutzte die Zeit bis zum Eintreffen des Guide um an meinem SR die Teillastnadel eine Kerbe tiefer zu hängen. Ich hatte die Hoffnung, das ab und zu auftretende Viertakten des Motors damit zu beheben. Damit fertig machte ich wieder ein paar Fotos um unsere Tour zu dokumentieren. Unter anderem musste ich auch Jürgens SPEZIAL Sitz aufnehmen. Er hatte sich, besorgt um sein Hinterteil, eine Auflage von 10 cm Schaumgummi umhüllt von Luftpolsterfolie zusätzlich auf seinen Sattel gebastelt. Nun trug er den Spitznahmen „Prinzesschen“ . Mal sehen wie lange der Ihn noch anhängt.

Der Guide mit 2 Transportern traf ein und nach einem kurzen Hallo, folgten wir Ihm mit unseren Mopeds um diese auf seinem Gelände, sicher abzustellen. Dort angelangt konnte ich mein Moped nur noch anlehnen, denn der Hauptständer war so verbogen, dass das Moped nicht mehr stehen wollte. Kein Problem, es ging auch so. Es folgte eine kurze Begrüßung. Frank bedankte sich beim Guide und sprach unseren allgemeinen Wunsch aus, die Tour, ob unserer noch bevorstehenden Rückreise, etwas zu raffen.

Los ging's, in 2 Transportern mitten hinein in dichten tiefen Wald. Ein Kleinod für Naturliebhaber ! Der Guide erzählte unentwegt von tiefen Moorlöchern und den tausenden von Menschen die hier gearbeitet hätten. Leider war weder von Menschen noch von Gebäuden etwas zu sehen. Ab und an lag ein Fundamentenrest im Wald, mehr nicht. Dazu nur die Info , „hier war die ...........“.Zumindest an einer Stelle gab es Betonfundamente und auf alten Fotos , welche der Guide uns im hochgehaltenen , von ihm mitgebrachten Buch zeigte , konnte man erahnen , genau an der Stelle zu sein , von der aus im 3.Reich Flugabwehrraketen gen Ostsee gestartet worden waren. Der interessanteste Punkt der ganzen Tour war das Gelände des Prüfstand 7 , auf dem die V2 gestartet und geprüft wurde. Hier waren noch gigantische Kühlwassergräben und Erdwälle zu sehen, die die einstigen Dimensionen der Anlage erahnen ließen. Sonst nur Wald pur ! Alles in allem aber ernüchternd. Wir hatten uns mehr erhofft. Mein Fazit dazu: Kann man, muss man aber nicht!

Vom „Waldspaziergang“ zurück, nahmen wir uns noch 5 min Zeit um eine kleine Ausstellung von Fundstücken zu besichtigen, dann gab es kein halten mehr, denn wir wollten möglichst noch im Hellen in Pasewalk sein. Mike äußerte den Wunsch wenigstens noch ein Foto am Strand zu machen. Sozusagen als Beweiß , dass wir es wirklich geschafft hätten. Gute Idee und bei nächster Gelegenheit ausgeführt. Nur Baden war heute nicht! Schnell noch mein Navi im Telefon programmiert, denn die Strecke für die Rücktour war mir nicht 100% geläufig. Blöd nur, dass das Ding nicht funktionierte. Peenemünde hinter uns lassend ging es über Wolgast immer die B111 entlang. Irgendwo hätten wir links abbiegen müssen, aber das blöde Navi blieb stumm. Die Straße musste irgendwo auf die B109 treffen, dass wusste ich gottlob. Die Straße zog und zog sich. Ortschaft auf Ortschaft folgte ohne, dass die 109 in Sicht kam. Vorsichtshalber hielt ich an der nächsten Tankstelle an um auf der Karte nachzusehen. Kurioser Weise lag schon hinter dem nächsten Hügel die ersehnte Kreuzung. Nächstes Etappenziel Anklam. Nur noch 25 km. Mittlerweile war es 19 Uhr durch und unsere Hoffnung noch im Hellen anzukommen schwand zusehends. Noch 5 km bis Anklam . Mein SR, bisher tadellos uns störungsfrei gelaufen, bekam plötzlich Hustenanfälle. Mal blieb der Motor weg um kurz darauf wieder einzusetzen. So quälte ich mich noch 3 km. Irgendwann ging es aber nicht mehr. Meine Pannenpause wurde gleich als obligate Rast genutzt um danach zügig weiterzufahren. Anklam blieb hinter uns und gerade in Schwung sah ich im Rückspiegel die Warnblinklichter von unserem Begleitfahrzeug. Das hieß vorn halt und warten. Jürgens Zündkerze hatte nur eine Bleibrücke, also nichts Weltbewegendes. Erschrocken stellten wir aber fest, dass es schon 20 Uhr durch war. Frank versuchte umgehend den Lockschuppen in Pasewalk zu erreichen, damit wir unsere Mopeds wieder sicher dort unterstellen konnten.

Tuuuut .......tuuuut hier spricht der automatische Anrufbeantworter.............. !

Keiner mehr da . Wo lassen wir nun unsere Mopeds? Egal, erstmal überhaupt ankommen! Wir hatten ja noch über eine Stunde zu fahren. Das Kommando „flotter Roller“ stürmte vorwärts, 45 km/h waren nun Minimum! Die Sonne sank und sank tiefer um dann im satten Abendrot unterzugehen. Das zum Thema im Hellen ankommen. Nun leistete uns die karge Beleuchtung unserer Mopeds gute Dienste. Nur der „Graue“ musste gänzlich ohne Licht auskommen, die Beleuchtung war defekt. Sicher in unserer Mitte zog er tapfer seine Bahn. Mittlerweile war es stockdunkel und jeder Wegweiser der im matten Kegel unserer Scheinwerfer auftauchte wurde beäugt in der Hoffnung, Pasewalk würde urplötzlich näher sein als geglaubt. Immer wieder wurden wir enttäuscht wenn am Ortsausgangsschild als nächste Ortschaft etwas anderes als Pasewalk stand. Jatznick , Wilhelmsthal , Balling . Wie groß war die Erleichterung als wir dann den so herbeigesehnten Ortseingang von Pasewalk passierten. Wohl wissend,

WIR HATTEN ES GESCHAFFT!

Noch wenige Meter und die Motoren unserer wackeren Mopeds verstummten vor dem Lockschuppen. Euphorisch beglückwünschten wir uns, stolz auf unsere Leistung und die unserer alten Mopeds. Ein Wehrmutstropfen allerdings, niemand sperrte für uns auf und unsere treuen Fahrzeuge mussten die Nacht draußen verbringen. Eine mitgebrachte, lange Kette sicherte sie notdürftig vor Langfingern. Der Grill wurde angezündet, denn wir wollten so schnell als möglich Essen fassen. Spät genug , 21.30 Uhr Ortszeit. Beide noch vorhandenen Flaschen Grillanzünder wurden über der Grillkohle entleert und entzündet. Langsam fraß sich die Flamme über die Kohlen um schließlich hoch zu brennen und wohlige Wärme zu spenden. Spontan versammelten sich alle um das Feuer, das erste Bier wurde entkorkt, es wurde gemütlich. Plötzlich tauchte Mike auf und meinte „Wir kommen nicht in unsere Kabinen, die Durchgangstür ist verschlossen!“ Frank und ich machten uns auf den Weg, ungläubig, warum sollte uns jemand aussperren? FAKT, die Tür war zu! Wir liefen an den Wagen vorbei und probierten jede Tür. Gott sei Dank, eine war offen. Gleich testeten wir ob auch die Kabinen erreichbar waren. Wohlige Wärme empfing uns. Im Salonwagen hatte jemand die Heizung angestellt. Spontan entschlossen wir uns draußen zu grillen und im Wagen zu essen. Gesagt getan. Zurück zum Grill, die frohe Kunde vom möglichen Zugang und dem geheizten Abteil verkündend trafen wir dafür Vorbereitungen. Marco und ich wollten alles fertig grillen und der Rest der Bande sollte die Tafel vorbereiten. Die Glut war indes so heiß, dass man sich beim Fleischwenden selbst wie Grillfleisch fühlte und sich die Finger verbrannte. Nun sollten meine mitgebrachten Arbeitshandschuhe gute Dienste leisten. In Rekordzeit war Fleisch und Wurst fertig und wir konnten ins geheizte Abteil umziehen. Wie lecker das Fleisch, die Würste und das gute Berliner Bier nach so einer Tour schmeckte!!! Satt und guter Laune schwatzten wir noch lange und ließen den heutigen Tag noch mal in Gedanken und Wort vorüberziehen. Als dann die ersten zu Bett gingen, räumten wir noch gemeinsam auf und die letzten Unentwegten zog es zum Grill, den wir mit Holzscheiten zum Lagerfeuer umfunktionierten. So gemütlich am wärmenden Feuer stehend wurde es halb Eins und noch einige Biere versickerten in unseren durstigen Kehlen, bis wir uns auch zur Ruhe begaben.

 

3.Tag

 

Der Morgen des 3.Mai begrüßte uns mit herrlichem Wetter, sonnig und klar. Kaum zu glauben, dass gestern das Wetter so düster war. Die Nacht war kurz aber der Schlaf sehr erholsam. Draußen tummelten sich die Kaninchen, unbeindruckt vom Rumoren im Wagon.

Den Kulturbeutel geschnappt und ab zur Toilette. Frank und Micha waren schon vor Ort, hellwach und begeistert ob des tollen Morgens. Heute schafften wir es gerade zu 8 in den Frühstücksraum. Wir hatten alles etwas länger geschlafen. Das Frühstück war wieder reichlich und lecker. Jean bekam sein weich gekochtes Frühstücksei und für Mann war Tee aufgesetzt. Schon am Vortag hatte er sich eine Kanne für den Weg aufbrühen lassen. Es war nun schon weit nach 8 und Manne tauchte nicht auf. Manne ist seit Jahren zuckerkrank und darüber besorgt schaute ich nach dem Rechten. Alles OK, er war gerade auf dem WC. Hatte wohl die Minuten der Stille genutzt und noch etwas geruht. Es schlurfte ja keiner auf dem Gang herum oder rumorte im Kloo. Minuten später saß auch er am Tisch und ließ sich das Frühstück schmecken. Das Gästebuch wurde gebracht und ich sollte ein paar Zeilen schreiben. Warum gerade ich ? „Du machst das schon!“ Na ok. also schrieb ich ein paar nette Zeilen ins Gästebuch und ein jeder unserer Truppe unterschrieb. Ein kleines Dankeschön an das Team Vom Lockschuppen . Ein großes an dieser Stelle und das Versprechen, wir kommen wieder!

Heute drängte die Zeit mal nicht und trotzdem ging es nach dem Frühstück flott mit dem Beladen des Transporters und dem fertigmachen der Mopeds. 30 Minuten früher als geplant war alles verladen und wir Abreisebereit. Schon knatterten die ersten Motoren und nervös am Gas spielend warteten alle auf das Startsignal. Mir fiel ein, wir hatten ja gar kein Foto von uns vor dem Lockschuppen. Das musste unbedingt noch nachgeholt werden. Frank Zander hielt kurzentschlossen einen PKW an und fragte die Fahrerin ob sie unsere Gruppe ablichten würde. Netter Weise war das kein Problem für sie und so wurde unser SR Tour 2014 Team für die Nachwelt abgelichtet. Nun noch zur Tankstelle und den notwendigen Sprit für die Rückfahrt nach Bernau bunkern. Minuten später rollte unser Konvoi gen Heimat. Wie schon bei der Hinfahrt genossen wir die Sonne, das schöne Wetter und die herrliche Natur. Die Fahrt ging über Prenzlau, die 109 entlang bis Milmersdorf , dann über Friedrichswalde nach Joachimsthal. Ich reiße diese Etappe so schnell ab, weil außer zwei kleinen Pannen, Siegbert hatte die Mutter seines Bremsgestänges verloren und Marco in Prenzlau eine verdreckte Kerze, die Fahrt problemlos verlief. Wir konnten also das Fahren bei dem schönen Wetter einfach nur in vollen Zügen genießen. Erwähnt soll noch werden, dass wir vor Haßleben eine Etappenpause machten. Ein großer sonniger Parkplatz mit Imbiss , der aber zu hatte und damit „das Geschäft seines Lebens“ verpasste.

Den Ortseingang Joachimsthal schon im Blick, schoss plötzlich ein weißer PKW mit Uckermärker Kennzeichen an mir vorbei. So nah , dass er mich beinahe streifte und ich nur aus Zufall einem Unfall entging. Ich hatte viele „nette“ Wünsche für den Fahrer.

Pünktlich, ja man staune, erreichten wir die Gaststätte „Zur Krim“ in Joachimsthal. Dort hatte ich uns Plätze zum Mittag reserviert.. Ein hübsches Restaurant , mit angenehmen Flair und gutem Essen. Wer also mal in Joachimsthal ist und Hunger verspürt, diese Gaststätte ist zu empfehlen. Jetzt ging unsere Reise also zu Ende. Nur noch wenige km waren zu fahren und am Mittagstisch wurde schon mal Bilanz gezogen. Es hatte allen gefallen, obwohl es einige organisatorische Pannen gab, die es uns aber beim nächsten Mal ermöglichen es besser zu machen. Fast 500 km hatten wir bis Joachimsthal schon geschafft und waren rechtschaffen stolz darauf. Das Essen schmeckte deshalb noch besser, so dass wir bald die letzten km unter die schmalen Mopedreifen nehmen konnten. Am Werbelinsee vorbei fuhren wir nach Marienwerder, wo ich als letzte Überraschung einen Besuch im dortigen privaten Motorradmuseum organisiert hatte. Extra für uns war geöffnet und die Sammlung für den Besuch vorbereitet worden. Mit lobenden Worten wurden die alten Fahrzeuge bestaunt. Besonderes Interesse erregte eine verrostete 98er die als Scheunenfund an der Wand hing. Es wurde gefachsimpelt ob ein Aufbau möglich oder sinnvoll wäre. Letztlich Sache des Eigentümers und auch so ein interessantes Ausstellungsstück. Noch ein paar Euro als Dankeschön in die Spendenkasse und wir verließen die Sammlung um uns auf den letzten Teil unserer großen Fahrt zu begeben. Nur noch etwa 25 km bis Bernau. Ein Katzensprung !

Micha, der sich schon in Marienwerder von uns verabschiedet hatte, verließ uns in Prenden und unsere, nun auf 8 Mopeds geschrumpfte Gruppe fuhr über Lanke, Biesenthal nach Bernau. Ganze 8 km vor Bernau gab mein Moped plötzlich knallend auf. Letzte Panne für diese SR-Tour. Eine einfache Bleibrücke hatte die Zündung totgelegt. Schnell ging es weiter und wir erreichten mit ganzen 509 km auf dem, extra für die Tour angebauten, Fahrradtacho mein Grundstück in Bernau. Der Kreis war geschlossen! Die SR-Tour 2014 zu Ende. Die Verabschiedung war kurz aber herzlich! Jeder hatte es eilig nach Hause zu kommen und für die Meisten drehte sich somit der km Zähler noch etwas weiter.

 

Mein Fazit, eine tolle Reise und viel erlebt. Es gab einige organisatorische und technische Pannen, die aber gemeistert wurden und damit Stoff zum erzählen geben. Falls es ein nächstes Mal, in dieser Art gibt, ICH bin auf jeden Fall dabei!

 

Ralf

 

 

4. Mai 2015

eine erholsame Nacht im eigenen Bett hinter mir, genieße ich mein Frühstück.

Schäfchenwolken ziehen an meinem Fenster vorbei und die Morgensonne lacht. Der heutige Tag verspricht fast genauso schön zu werden wie die letzten 3 Tage. Wieso FAST, nun ja, wir sind nicht mehr unterwegs. Die SR-Tour 2015 liegt hinter uns.

Schon Ende 2014 stand die Frage im Raum, ob wir 2015 wieder eine 3 tägige Ausfahrt mit den SR Mopeds machen würden. Alle Peenemündefahrer waren Feuer und Flamme. Frank Zander und ich übernahmen wieder die Organisation. Größtes Problem, ein geeignetes Ziel in erreichbarer Entfernung zu finden, dass günstig und interessant war. Hilfreich dabei war mein „Hilferuf“ im Awoforum. Ein Tipp versprach genau das zu bieten. Das „Haus am See“ in Byhleguhre , Spreewald. Nun ging es wieder los, grobe Streckenplanung, Rastpunkte und Gaststätten finden. Hier half das Internet nur wenig aber das Ausflugsziel am 2. Tag, die „Mobile Welt des Ostens“ in Calau entdeckte ich so. Genaueres versprach nur die Strecke selbst abzufahren. Frank hatte indes in Strausberg das Flugplatzmuseum angerufen und für uns am 1. Mai eine Führung organisiert, nachdem die Oldtimerfreunde Straußberg uns einen Korb gegeben hatten. Mit der Grobplanung in der Tasche starteten Frank und ich über Strausberg Richtung Spreewald. Unser Anspruch , möglichst kleine gute Wege , abseits der stark befahrenen Straßen zu finden. Dabei befuhren wir Straßen, die im Kartenmaterial kaum erkennbar waren und offizielle Straßen, die selbst zu Fuß eine Zumutung wären. Das am Rechner geplante Ziel für die Mittagsrast erwies sich als Flop, da die Zuwegung grotten schlecht und zusätzlich von einer Chipkarten gesteuerten Schranke versperrt war. Auf einer unserer Erkundungstouren stießen wir in Alt Schadow auf die Gaststätte Seeblick Wir kehrten dort auf einen Kaffee ein und erzählten dem Chef von unserem Plan. Der war begeistert und wir buchten kurzerhand für den 1.Mai 2015 Plätze für 16 Personen zum Mittag. Es ging weiter. Frank entdeckte eine Seitenstraße und wieder war ein toller Weg für unsere Ausfahrt gefunden. So gelangten wir ins Biosphärenreservat Spreewald. Dort erkundeten wir eine Route über Wirtschaftswege. Nach vielen Fehlversuchen und Umwegen hatten wir die Hintour perfekt und standen am „Haus am See“ in Byhleguhre. Dort waren wir mit Matthes verabredet, der wenige km von Byhleguhre entfernt wohnt und uns bei der Tourenplanung durch den Spreewald nach Calau helfen wollte. Frank und ich aßen zu Mittag und klärten im Anschluß die Zimmerreservierung ab. 4 Zimmer für 4 Personen = max. 16 Teilnehmer für die SR-Tour. Eine Grillhütte, toll gelegen am Seeufer wurde gleich, für den 1.Abend mitreserviert. Matthes traf ein , geleitete uns auf schönen Wegen durch den Spreewald und machte Stopp beim Kahnhafen Rehnus in Burg. Dort orderten wir eine Kahntour für den 2. Mai. Weiter über Vetschau gelangten wir auf die L54 nach Calau. In Vetschau verabschiedete sich Matthes von uns. Der Tag war weit fortgeschritten und es wurde schon Dunkel, so dass wir die 2. und 3. Etappe nicht mehr abfahren konnten. Dies mussten wir an einem anderen Tag nachholen. Das wir über Vetschau fahren sollten gefiel mir allerdings nicht und so fand ich am Rechner einen Weg über Nebenstraßen und kleine Orte, den wir einige Wochen später abfuhren. Die Rücktour von Calau nach Byhleguhre stellte uns vor einige Probleme , da Navi und Karten uns Wege aufzeigten , die übelster Art waren , aber als „normale“ Landesstraßen geführt wurden. Super Wege hingegen fanden wir mit Hilfe freundlicher Anwohner. Die Strecke Byhleguhre - Bernau, war dagegen ein leichtes Spiel. In Goyatz gab es ein Dampfmaschinenmuseum, das wir am 3. Tag unserer Ausfahrt anfahren wollten und günstiger Weise direkt an der Straße lag. Nun war nur noch das Mittagessen für die Rücktour zu organisieren. Wir entschieden uns für das Cafe Pinguin in Lichtenow. Eine gute Wahl , wie sich später herausstellte.

All das liegt nun schon einige Monate zurück. Die Anzahl der Teilnehmer war mittlerweile auf 15 gestiegen. Manne Schwenzer, unser zuverlässiger Begleitfahrzeugführer im Vorjahr, bat sich, aus gesundheitlichen Gründen, Bedenkzeit aus. Er sagte später leider komplett ab. Nun suchten wir Ersatz oder wir mussten selbst im Wechsel das Begleitfahrzeug fahren. Mir kam die Idee Matthias zu fragen, der selten Urlaub machte und ein Herz für Oldtimer hat. Er sagte zu und außer, dass wir damit einen Fahrer gefunden hatten war es schön ihn dabei zu haben. Ende April gab es dann noch ein Briefing für alle Teilnehmer um Fragen zu klären, die Startzeit und unser Verhalten im Straßenverkehr festzulegen. Wichtiger Punkt war auch die gute Vorbereitung der Mopeds. In den letzten Tagen vor der Tour telefonierte ich noch mal alle wichtigen Adressen ab um unser kommen zu bestätigen. Nur die Gaststätte Seeblick erhielt eine E-Mail, da sie nur über Sonderrufnummer erreichbar war.

Was nun blieb … der Wunsch nach gutem Wetter!

 

1.Mai 2015

 

Mein größter Wunsch für die kommenden Tage wurde erfüllt, gutes Wetter! Die Wetterfrösche hatten doch geirrt, als sie für den Freitag Regen vorhergesagt hatten. DANKE!

Mit bester Laune stieg ich aus dem Bett und machte für mich und Andreas Frühstück. Andreas hatte bei mir übernachtet und würde erstmalig an unserer SR-Tour teilnehmen. Er pilotierte einen SR 2, den wir erst vor kurzem aus einem Teilehaufen zusammengebaut hatten, der ca. 30 Jahre in seinem Schuppen lag. Das Frühstück war gerade beendet, da brummte es vor der Tür und Frank Zander war da. Nach und nach kamen auch die anderen. Als Frank Schulz mit seinem VW Bus eintraf, welcher uns an diesem Wochenende als Begleitfahrzeug dienen sollte, konnten wir mit dem Verladen der reichhaltigen Utensilien beginnen. Ersatzteile, Verpflegung und die Sachen aller Teilnehmer mussten dort Platz finden. Matthias, der den Bus fahren sollte, bekam seine Einweisung und der Anhänger mit den 3 Reservemopeds wurde angehangen. Bald waren wir abfahrbereit. Plötzlich bekamen wir Besuch. Zwei Simsonfahrer waren dem vor ihnen fahrenden SR gefolgt, in der Hoffnung so zum Treffen der Simson Ifa IG zu gelangen, welches ja auch jeden 1. Mai in Bernau stattfindet. Ob er mitkommen könne, fragte einer der Beiden. NATÜRLICH, so war schmunzelnd unsere Antwort! So er in den Spreewald wolle wäre das kein Problem. Mit verdutzter Mine musterte er uns und begriff erst nach einer Erklärung, dass wir es Ernst meinten. Bernau genügte ihm aber, den Spreewald überließ er dann doch lieber uns Kaputten. Wir erklärten ihm den Weg zu Simson Treffen und mit guten Wünschen für alle Parteien verabschiedeten wir die Irrläufer. In der Zwischenzeit war alles verladen und es konnte losgehen. 14 SR Mopeds rollten auf eigenen Rädern gen Byhleguhre, Spreewald.

Erstes Etappenziel Stausberg. Dort hatte Frank Zander im Flugplatzmuseum eine Führung organisiert. Pünktlich und ohne Pannen gelangten wir dort hin, nicht ahnend, dass das kleine Museum so viel Wissenswertes birgt und die dafür geplante Stunde weit überschritten werden sollte. Wir erfuhren viel über die Geschichte der Luftfahrt und Straußberg als Flugplatzstandort. Der Hangar mit seiner immensen freitragenden Holz-Dachkonstrucktion war genauso sehenswert wie die darin stehenden Exponate. Gern wären wir noch geblieben aber der Zeitplan drückte. So nahmen wir wieder Fahrt auf. Über Rehfelde, Grünheide gelangten wir schließlich nach Spreenhagen um dort zu tanken. Zwar waren unsere Tanks noch gut gefüllt aber auf dem Rest der Strecke gab es keine offenen Tankstellen mehr. Wir entschieden den Tankstop aus Zeitgründen etwas zu verlängern und die geplante Rast in Philadelphia dafür ausfallen zu lassen. Schade, denn ich hatte dort eine wirklich schöne Stelle für uns gefunden. Getankt war, der gekaufte Kaffee ausgetrunken, Jürgens Zigarette war aufgeraucht und die Fragen einiger interessierter Tankstellenbesucher waren beantwortet. Also „On the Road again“ für die nächsten 55 km. An Storkow vorbei näherten wir uns unserem Mittagsziel in Alt Schadow. Im Übrigen gab es auf der ganzen Tour, bis auf wenige kurze Einlagen zum Kerzenwechsel, KEINE nennenswerten Pannen. Zwar nutzen wir unsere Reservemopeds, aber nur aus Zeitgründen, denn an den „ausgefallenen“ Mopeds waren nur Kleinigkeiten defekt. So gelangten wir auch ohne Zwangshalt nach Alt Schadow zur Gaststätte „zum Seeblick“. Gegenüber der Gaststätte stellten wir erleichtert unsere Mopeds ab. Nun war Mittagspause und danach war es auch nicht mehr weit bis Byhleguhre. Ich betrat die Gaststätte um uns anzumelden und mir die vorher mehrfach reservierten Plätze zuweisen zu lassen. Die Wirtin guckte verdutzt und meinte „ Das wäre doch am vergangenen Wochenende gewesen“! Mein Hinweis, dass der 1. Mai doch HEUTE wäre und nicht am vergangenen Wochenende zog, änderte aber nichts an der vergessenen Reservierung. Gott sei Dank war aber genügend Platz in der Gaststätte, so dass es wohl kaum jemanden in unserer Truppe aufgefallen ist. Nach gut einer Stunde waren alle satt, zufrieden und bereit zur nächsten Etappe. Ein kurzer Trip von nur 15 km sollte uns nach Schlepzig führen. Dort war in der dortigen Spreewald Brennerei eine Führung gebucht. Matthias hatte ich versprochen, dass er auch eine Etappe mit dem SR fahren könnte und derweil ein anderer das Begleitfahrzeug fahren würde. Auf der wenig befahrenen Strasse vor der Gaststätte machte Matze seine ersten Fahrversuche mit dem SR 2 von Thomas Molks. Erst etwas wackelig ging es aber schon nach wenigen Minuten ganz gut. Mit breitem Grinsen kam Matze von der ersten Fahrt zurück. Er war bereit für die Tour nach Schlepzig. Ich gab ihm ein Zeichen, dass er vorn bei mir fährt sollte um nicht noch auf die anderen achten zu müssen. Leider hatten weder er noch die anderen das SO begriffen, denn im Trubel der losfahrenden Truppe geriet Matthias in Schwierigkeiten. Das ungewohnte Fahren, andere Mopeds so nahe neben, vor und hinter ihm, sorgten dafür, dass sich das Moped jäh aufschaukelte und er fast die Kontrolle darüber verlor.

Das Grinsen war aus seinem Gesicht verschwunden , es war wächsernen Blässe gewichen. Die Fahrt war für Ihn vorbei. Er wollte nicht mehr weiterfahren und übernahm wieder das Begleitfahrzeug. Wir anderen grübelten noch lange über den Grund für das Aufschaukeln nach, da ja kein technischer Defekt am Fahrzeug vorlag. Nachdem sich alle beruhigt hatten ging es weiter nach Schlepzig. Ein herrlicher aber schmaler Waldweg, fernab vom Verkehr der Hauptstraße führte uns in den kleinen Ort Pretschen und dann über idyllische aber asphaltierte Feldwege nach Schlepzig. Dort war die Hölle los. Schlepzig als Touristen Ort platzte fast vor Besuchern. Parkplätze.... keine Chance ! Wir stellten unsere Mopeds genau gegenüber der Spreewaldbrennerei einfach auf dem begrünten Teil des Gehwegs in Reihe auf. Matthias parkte mit dem Transporter und den Reservemopeds davor, das Parkverbot missachtend. Keinen störte das, eine Attraktion mehr für die Touris. Zu zehnt eroberten wir die Brennerei. Im Verkaufsraum diffuses Licht, lange beleuchtete Regale mit erlesenen Bränden , Whisky und Liköre , oft in seltsam geformten Flaschen. Für jeden Liebhaber alkoholischer Getränke was dabei. Am anderen Ende glänzte kupfern eine kleine Destilationsanlage. Warscheinlich Deko, denn die Produktionsanlagen standen im Nachbargebäude. Dorthin führte uns, unter den neidvollen Blicken der andere Besucher, eine Mitarbeiterin der Brennerei. Wir durften den, eigentlich abgesperrten Bereich betreten. Die Führung begann mit der Besichtigung der dortigen Anlagen. Kessel, Armaturen , Manometer und Leitungen wohin man blickte. Edelstahl auf der einen , blankes Kupfer auf der anderen Seite. Hier erfuhren wir wie Maischen angesetzt und in unterschiedlichen Verfahren destilliert wurden. Die Maischen wurden zum großen Teil in anderen Firmen für die Spreewaldbrennerei angesetzt und hier nur verarbeitet. Vater Staat verdient natürlich an jedem Tropfen mit, denn alle Anlagen waren verplombt. Danach ein Besuch im Labor, Abfüllung und im Lager. Letzteres voll gepackt mit dickleibigen Holzfässern, die im ersten Leben edle Weine und nun Schnaps beinhalteten. Dort hätte, man uns gern einschließen können. Hier endete die Führung und wir bahnten uns den Weg durch die Besuchermassen, die hier nicht nur Schnaps kaufen wollten sondern auch im gemütlich eingerichteten Hof, Kaffee und Kuchen zu sich nehmen konnten. Zurück im Verkaufsraum wurde noch die eine oder andere Köstlichkeit für den Grillabend eingekauft, bevor wir wieder aufbrachen. Unsere Abfahrt war Furios und ein Highlight für all die Besucher, die uns staunend und lachend nachschauten. Für uns ging es weiter ins Biosphärenreservat Spreewald. Dort angekommen machten wir noch einen kurzen Halt und ich machte unsere Truppe darauf aufmerksam, dass wir nun auf kleinen schmalen Wegen, direkt durch den Spreewald fahren würden, die teilweise aber von schlechtem Zustande waren. Hier hieß es langsam und mit Obacht fahren. Gut so, denn so konnte man die herrliche Landschaft in vollen Zügen genießen. Wir lagen recht gut in der Zeit und mir kam der Gedanke in Staupitz, an der dortigen Windmühle noch einen Kaffee zu trinken. Der Vorschlag wurde allgemein für gut befunden und so saßen wir kurz darauf im Schatten der alten Windmühle und tranken frisch gebrühte, duftende Kaffee.

Plötzlich klingelte mein Telefon, am anderen Ende, das "Haus am See" in Byhleguhre, in Gestalt einer netten Frauenstimme, die fragte ob wir denn noch kommen würden. Ich beruhigte die Arme und meinte „ Sie können schon die Betten aufschütteln, wir sind gleich da! Sitzen nur noch beim Kaffee in Staupitz“. So „angemahnt“ brachen wir nun auch auf und rasten im wilden 45er Tempo die letzten 10 km bis Byhleguhre. Von der Hauptstraße im steilen Winkel abgebogen, auf die nicht mehr ganz so gute Zuwegung, erreichten wir gut durchgeschüttelt unser Tagesziel, das Haus am See in Byhleguhre.

GESCHAFT !

Da Frank und ich schon wussten wo unsere Quartiere sein würden, stellten wir davor unsere Fahrzeuge in sauberer Reihe nebeneinander auf. Der Ordnung wegen und natürlich um sie nachts über eine lange Kette gegen Langfinger zu schützen. Ich ging uns anmelden und bekam die Schlüssel zu unseren Zimmern. 3 verteilte ich an die anderen. Siegbert, Andreas, Matze und ich bezogen Nr.1, alle anderen verteilten sich auf die Zimmer 2,3 und 4. Nun wurde es rege, denn unsere Sachen mussten ausgeladen und in die Zimmer gebracht werden , der Anhänger mit den Reservemopeds zu den anderen Mopeds geschoben werden und letztlich mussten Getränke , Grillfleisch , Wurst und die Grillkohle zur Grillhütte , die wir für diesen Abend gemietet hatten. Die Grillhütte liegt idyllisch, direkt am Ufer des Byhleguhrener Sees. Bei so gutem Wetter ein Traum aber auch bei Regen könnten wir schön im Trockenen sitzen. Im Vorfeld war ja nicht klar welches Wetter wir haben würden.

Die Zimmer waren schnell bezogen und die Mopeds für den nächsten Tag vorbereitet. Frank Schulz war unzufrieden mit der Leistung seines Sr 2. Er war auf der Fahrt immer schwächer geworden. Erst war der Vergaser als Übeltäter im Verdacht aber dann entschlossen wir uns den Auspuff zu zerlegen. Der war total zu. Der westdeutsche Nachbau mit fein perforiertem Innenleben hatte seine Durchlässigkeit verloren, weil die Löcher fast alle verstopft waren. Nachdem wir das Teil gereinigt hatten zog der SR-Motor wieder gut durch. Zeit zum Gemütlichen Teil überzugehen. Wir versammelten uns vor der Grillhütte, Getränke wurden verteilt und auf die gelungene Fahrt angestoßen. In die Baude zog es zunächst niemanden, denn bei den angenehmen Temperaturen saß es sich am Seeufer sehr angenehm. Jürgen Fietz hatte einige Spiele vorbereitet, die er uns auf sehr lustige Weise nahe brachte und sie uns zur Lösung bzw. zum Nachmachen überließ.

Da wurde wie wild an einem Holzstöckchen gerieben um den angebrachten Propeller in Bewegung zu setzen. Gelang dies dem Glücklichen, sollte er auf einem Bein hüpfend und HUI HUI HUI rufend, den Propeller in entgegengesetzter Richtung drehen lassen. Schier unlösbar, genau wie das Legespiel, bei dem aus vorhandenen Formen ein T gelegt werden sollte, aber alle Steine benutzt werden mussten. Jeder wollte es natürlich versuchen. Dabei und Gesprächen um „Gott und die Welt“ verging die Zeit und ein sagenhaft schöner Sonnenuntergang ließ den See rot schillernd leuchten, bis unser Zentralgestirn hinter den Baumkronen versank und uns die Dunkelheit umhüllte. Zeit in die Baude umzuziehen. Die war jedoch ziemlich verqualmt, denn der angefeuerte Grill gab dicke Schwaden von sich, die zur Baudendecke waberten, dort aber nur schwerlich den Weg ins Freie fanden. Oben war ein Absauggebläse angebracht, dies zur Arbeit zu bewegen gelang mir aber erst nach einiger Zeit. Der Erfolg , Klare Sicht aufs Grillfleisch, die Würste sowie auf Marco und Jürgen , die das Grillen übernommen hatten. Dass Jürgen außer Grillen und der Herstellung von unterhaltsamen Spielen noch Talent als Unterhaltungskanone hatte, bewies er alsbald. Beglückte er uns doch mit einem humoristischen Vortrag über den "Arbeiterdichter Karl Schramm", passend zum ersten Mai.

Der Bauch tat uns weh vom Lachen. Witze wurden erzählt und der Abend verging wie im Fluge. Mitternacht, nach und nach zogen sich die Jungs in ihr Schlafgemach zurück bis nur noch Marco, Thomas und ich wacker aushielten. Halb 3, ein letztes Bier noch und auch wir gingen schlafen, mehr aus Einsicht, denn Müde waren wir nicht. In wenigen Stunden würde dies anders aussehen!

Neblig begrüßt uns der 2.Mai, nachdem uns der Wecker rüde aus dem Schlaf gerissen hat , wir müde und schlaftrunken aus dem warmen Bett gekrochen waren um zum Waschraum zu schlurfen. Eis hatte sich auf unseren Mopeds gebildet, Brr, nichts wie rein ins Warme. Nachdem auch die letzten Schlafmützen wach waren, konnten die „Frühaufsteher“ schon zum Frühstück eilen. Ein reichhaltiges Buffet erwartete uns. Mit gutem Hunger plünderten wir die Auslagen und gönnten uns so manche Tasse Kaffee oder Tee. Für das Frühstück war reichlich Zeit eingeplant, so dass wir uns gemütlich für unsere heutige Tour stärken konnten. Es sollte am 2. Tag unserer SR-Tour durch den Spreewald gehen, erstes Zwischenziel „Bootshaus Rehnus“, mit mehrstündiger Kahnfahrt. Danach Mittagessen im Landgasthof „Goldener Ochse“ und anschließender Fahrt , quer durch den Spreewald , nach Calau ins Museum „Mobile Welt des Ostens“. Die Rücktour von Calau nach Byhleguhre sollte dann wieder durch den schönen Spreewald und Umgebung gehen.

Gut gelaunt und satt machten wir unsere Mopeds startklar. Jürgen Fietz wischte das letzte Eis von den Sätteln und die lange Sicherungskette, die wir am Vorabend durch die Vorderräder unserer SR gezogen hatten, wurde entfernt. Die ersten Motoren wurden angelassen, aufgeregt mahnend „WERDET FERTIG, LASST UNS ENDLICH LOSFAHREN!“. Warm angezogen wurden auch SR 13 und 14 besetzt als auch das Begleitfahrzeug in Position gebracht. Für die 1.Stunde hatte Matthias heute den wärmsten Platz. Langsam fuhren wir los, die holprige Zufahrtsstraße, vom „Haus am See“ zur Hauptstraße mit Vorsicht unter die schmalen Räder nehmend. Dort angekommen fehlte ein Teil der Gruppe. Nachdem sie nach 5 min immer noch nicht aufgeschlossen hatten, fuhr ich zurück. Als ich wieder an unserer Unterkunft ankam, wurde gerade Frank Zander mit seinem SR1 angeschoben. Das Moped knallte und patschte, sprang dann aber missmutig an. Der SR lief also, LOS zum Bootshaus !

An der Kreuzung, beim Rest der Gruppe angekommen musste ich feststellen, dass mir niemand gefolgt war, also wieder die Buckelpiste zurück. Thomas Molks schraubte an Franks SR und wieder versuchten sie den SR anzuschieben. Der Einser streikte! Gestern hatte er klaglos seinen Dienst getan und Frank problemlos bis Byhleguhre gebracht, um heute die Arbeit einfach zu verweigern. Aus Zeitgründen wurde nun Franks Reservemoped vom Anhänger geholt und der Einser dorthin verbannt. Franks Grauer, der schon auf der Peenemündetour gute Dienste geleistet hatte, sprangen willig an und nun ging es wirklich los zum Bootshaus. Diesmal gemeinsam schlossen wir zum Rest der Gruppe auf. Über Staupitz fuhren wir auf wunderschönen Wegen Richtung Burg bis zum Bootshaus Rhenus, wo wir schon erwartet wurden. Nachdem wir die Mopeds in Reihe auf dem Grundstück abgestellt hatten, besetzten wir kurz darauf einen geräumigen Spreewaldkahn. Unser Fährmann Dieter war sehr redselig und unterhielt uns mit allerlei interessanten Geschichten rund um den Spreewald. Auf schmalen Kanälen mit heufigem Gegenverkehr, gesäumt von der blühenden Vegetation des Spreewalds , den grünen Weiden mit dem darauf grasenden Vieh vorbei, einige Staustufen durchfahrend genossen wir die schöne Kahnfahrt durch den Spreewald. Die Schleusen bedienten junge Mädchen und Jungen, die für Ihren Dienst mit einem lustigen Spruch die Fahrgäste zu einer Spende animierten. Gern haben wir eine Kleinigkeit gegeben. Schnell mal gaaanz zufällig angelegt um eine Spreewaldgurke nebst Schmalzbemme zu erwerben, Lecker und Lustig! Schade , dass die 2 Stunden soooo schnell vorbei waren , doch das Mittagessen im Landgasthof Ochseneck war bestellt und so stiegen wir vom hölzernen Spreewaldkahn wieder auf unsere stählernen Rösser, um die 2 km bis zum Gasthof zu bewältigen. Die Straßen hatten sich derweil gut gefüllt und Mengen von Leuten kamen uns entgegen. Die Mehrheit schmunzelnd, winkend oder uns mit einem „Daumen Hoch“ grüßend. Auf der ganzen Tour sind wir im Übrigen KEINEN missmutigen Personen begegnet. ÜBERALL wurde uns zugewinkt, freundlich gehupt, oder uns lachend hinterher gesehen. Selbst auf den Radwegen, die wir mit unseren Mopeds, nicht ganz Regelkonform, befuhren, wurden wir freundlich gegrüßt. Am Gasthaus angekommen mussten wir noch einige Minuten warten, da unsere Plätze noch nicht frei waren. Die Wartezeit nutzten wir um technischen Dienst an unseren Mopeds zu machen und einige Schäden an Jürgen Kants SR1 zu richten. Der grüne SR1 hatte Vibrationsverluste. Eine Halteschelle am vorderen Schutzblech hatte das Weite gesucht und ein Riss im Schutzblech sorgte für Betrübnis. Die Halterung wurde mit Kabelbindern provisorisch repariert. Auch Thomas Wolf hatte Verluste an seinem SR2 zu beklagen. Bei der Auffahrt auf den Parkplatz machte sich sein Rückspiegel selbständig. Das Glas blieb schöner Weise heil. Siegbert kontrollierte noch schnell seinen Vergaser und schon konnten wir unsere Plätze im Wirtshaus besetzen und lecker speisen. Eine Stunde später rollte unsere Kolonne schon weiter durch den Spreewald in Richtung Calau. Der Spreewald ist touristisch sehr gut erschlossen und die meisten Wege sehr gut befahrbar. Auf der Hauptroute säumten wunderschöne Fachwerkbauten, gelegen an kleinen Kanälen, die schmalen Wege. Allerlei Höfe, die Kunstgewerbe oder Spreewaldtypische Leckereien anboten, sowie Gasthöfe aller Art luden zum Besuch ein. Überall buntes Treiben , nett anzuschauen , aber von uns auch vorsichtiges Fahren fordernd. Schön das Frank und ich relativ abgelegene Seitenstraßen für unsere Tour ausgesucht hatten. So umfuhren wir auch Vetschau um über Land und verträumte Wege nach Calau zu gelangen. Dort angekommen wurden erst einmal die Tanks unserer Mopeds gefüllt um für die nächsten 200 km gerüstet zu sein. Nach dem Tankstopp rollten wir mit dem infernalischen Getöse von 14 SR Motoren auf den Hof des Museums „Mobile Welt des Ostens“. Das ehemalige Autohaus beherbergt eine ansehnliche Ausstellung von Fahrzeugen, Technik und anderen Exponaten meist aus der ehemaligen DDR. Natürlich waren wir dort angemeldet und wurden herzlich begrüßt. Bei der anschließenden Frage, wie lange die Führung dauern dürfe, machte ich einen Fehler, denn ich sagte „BIS SCHLUSS IST“! Nicht ahnend, dass der gute Mann redegewandt und mit unzähligen Geschichten bewaffnet war. Zu jedem Exponat wusste er eine Geschichte zu erzählen, so dass wir nach 20 min noch immer an den ersten 3 Fahrzeugen standen. Natürlich waren seine Erzählungen lustig und interessant aber vor uns lagen noch etliche km Rückfahrt. Zeitlich NOCH kein Problem, aber dass sollte sich ändern. Der Gute hatte einen schier endlosen Fundus an Geschichten und auch viel Technisches beizusteuern, so dass die Zeit langsam knapp wurde. Dass das Erzählte subjektiv und für die Besucher unterhaltsam eingefärbt war und somit der Wahrheitsgehalt der Aussagen eventuell zweifelhaft war bemerkte ich als er über eine Tourenawo der ersten Serie sprach, diese als schlecht gebaut, auf Grund der Fertigungsfehler als sehr störanfällig und fast unfahrbar beschrieb. Da ich selbst eine solche frühe Maschine aufgebaut und gefahren hatte, legte ich Widerspruch ein. Dieser wurde vehement abgetan, da er wohl nicht in die vorgefertigte Rede passte. Viele unserer Truppe hatten sich schon im Museum verteilt um auch den Rest der Sammlung zu sehen ohne auf unseren Gastgeber zu warten, der noch immer im Hauptraum seine Geschichten erzählte. So schaute auch ich mich autark um. Eine erstaunliche Sammlung von Exponaten, teils Unikate. Motorräder, Mopeds , Fahrräder , PKW und und und. Von Außen kaum zu glauben welche Fülle dieses Museum birgt. Wer mal in Calau ist sollte dort unbedingt mal reinschauen. So interessant die Ausstellung auch war, Frank und ich mussten unsere Jungs zur Eile mahnen um rechtzeitig wieder im „Haus am See“ zu sein. Dort hatten wir zu 19 Uhr Plätze fürs Abendessen bestellt und die Rücktour wollte auch bewältigt sein. Nach und nach trudelten alle SR-Piloten vor dem Museum ein. Die draußen Wartenden hatten sich derweil die neben dem Museum geparkten Oldtimer angeschaut. Oft nur noch Wracks harrten dieser ihrer Verwertung oder warteten auf einen neuen Besitzer, der sie vielleicht zurück auf die Strasse bringen würde. Ein letzter Blick und wir waren wieder unterwegs. Da wir wieder einmal etwas eng im Zeitplan waren, musste wir die Strecke Calau – Byhleguhre ohne Pause fahren. Dies gelang uns auch problemlos. Pannenfrei fuhren wir durch kleine Orte wie Missen, Briesen, Eichow nach Werben und von dort aus über Schmogrow und Neu Byhleguhre wieder zum „Haus am See“. Viele der Straßen hatten wir bei der Planung nur auf guten Karten entdeckt, denn das Navi bot uns meist nur Wege über die Hauptrouten an. So schön die Fahrt durch die herrliche Landschaft auch war, schmerzte uns doch am Ende das Hinterteil kräftig, so dass wir doch froh waren am Ziel zu sein. Mit etwas Verspätung zwar, aber mit gutem Hunger und guter Laune fielen wir ins Restaurant im „Haus am See“ ein. Gemütlich wurde gegessen und so manches Bier löschte unseren Durst. Der Abend wurde länger und wir waren, bis auf das Personal, allein im Schankraum. Mir kam der Gedanke, dass ich, wie schon in das vergangene Jahr, mit dem Beamer ein paar Oldtimervideos zeigen könnte. Das Personal hatte nichts dagegen, also baute ich meine „Kinoausrüstung“ auf. Leider gelang es mir nicht den Ton laut zu stellen und so gab es heute „Stummfilme“. Anfangs interessiert, langweilten sich meine „Kinogäste“ zusehends, zollten der anstrengenden Fahrt Tribut und zogen sich nach und nach zurück. Das Bett rief! Einige Standhafte hielten mir jedoch die Stange, aber es war Zeit abzubrechen. Der letzte Clip flimmerte über die Leinwand und die Beamerlampe erlosch. Alles wurde eingepackt und wir zogen uns müde zur verdienten Nachtruhe zurück.

3. und letzter Tag

unserer SR-Tour. Heute, Sonntag, hatten wir etwas länger geschlafen und in Ruhe gefrühstückt. Alles ist heute etwas lockerer, denn unser erstes Etappenziel, von dem außer Frank Zander und mir niemand etwas weis, liegt nur 30 km entfernt von hier in Goyatz. Dort gibt es eine private Dampfmaschinensammlung bei der ich uns zur Besichtigung angemeldet habe. Da unsere Mopeds bisher super mitgespielt hatten sollten wir das locker in einer Stunde schaffen. Die bisher gefahrene Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h hatte unseren Zeitplan mitunter etwas durcheinander gebracht und die eingeplanten Zeitreserven aufgezehrt, aber es hatte sich gezeigt, dass statt der geplanten 50 km/ einige nur 45 fahren konnten oder wollten. Heute war das erstmal kein Problem. Die Sachen wurden gepackt, das Auto beladen und die Mopeds ersten Testläufen unterzogen. So zumindest vom Gros unserer Truppe. Jürgen Kant jedoch hatte die Ruhe weg, rauchte im Freien noch eine Zigarette und machte wahrscheinlich letzte Korrekturen an seiner Frisur vor dem Spiegel. Dann verließ auch er, als Letzter, das Zimmer und ich konnte die Schlüssel im Restaurant abgeben. Natürlich mit bestem Dank und Grüßen an den Rest der Belegschaft. Als ich zurückkam, liefen die Mopeds schon, außer Jürgen Kants Grüner. Der wollte nicht anspringen. Erst nach einem Kerzenwechsel und anschieben lief er. Los ging es, allerdings nur bis zur Kreuzung, an der wir gestern schon auf Frank gewartet hatten. Ging das schon wieder los! Diesmal fehlten Jürgen Kant und ein paar andere unserer Truppe. Irgendwann kamen sie angefahren. Jürgens Einser aber spuckend und in kurzen Sprüngen. Nun war von Jürgens Ruhe nicht mehr so viel übrig. Emsig wurde erneut die Kerze gewechselt, die Hauptdüse gereinigt und mittels riesigem Schraubendreher am Kontakt gebogen. Irgendwann lief er leidlich und die Gruppe setzte sich in Bewegung. Jürgens SR lief schlecht, mit Aussetzern, aber Jürgen quälte sich und ihn so bis nach Hause. Er musste oft angeschoben werden, gab sich aber nicht die Blöße eins der Reservemopeds zu nehmen. Das Zeitpuffer war fast gegen 0 geschrumpft und einige kleine Einlagen mit Kerzenwechseln sorgten dafür, dass wir zwar verspätet aber noch im akademischen Viertel in Goyatz ankamen. Anbei muss ich erwähnen, dass Matze im Begleitfahrzeug einen super Job machte. Die Gruppe bei allen Pannen von hinten absicherte und sonst stet mit, für ihn sicher abscheulichen, 40-45 km/h hinterher fuhr.

In Goyatz erwatete uns schon Heinz Lange nebst Gemahlin auf deren Grundstück, auf dem sich auch das Dampfmaschinenmuseum befindet. In vielen Jahren hat Herr Lange dort eine ansehnliche Sammlung alter Dampfmaschinen, viele jetzt wieder funktionstüchtig und liebevoll restauriert, zusammengetragen. Am beeindruckendsten, die Verbunddampfmaschine mit einer Leistung von 2000 Ps , die einen Generator antreibt. Einst im Industriekraftwerk im Einsatz, ruht die riesige Maschine nun im eigens dafür gebauten Wintergarten der Werkstatt auf neuen, tonnenschweren Fundamenten. Der Generator selbst hat einen Durchmesser von rund 5 Metern. Diese Maschine hat Heinz Lange mit seinen Angestellten selbst abgebaut, mit Tiefladern nach Goyatz befördern lassen und dort auf die neuen, nach Originalplänen gegossenen Fundamente gesetzt. Einfach gigantisch. Fast alle Maschinen kann man in Aktion erleben. Natürlich nicht unter Dampf, die TÜV Abnahme der Dampfdruckkessel wäre zu teuer, aber mit Pressluft oder elektrisch angetrieben. Ein Spielplatz für große Kinder! Im Hinterzimmer und kleinem Partyraum ist noch eine Sammlung von Dampfmaschinenmodellen zu bewundern, sowie originale technische Unterlagen zu historischen Maschinen. Im Anschluss an die Besichtigung der Dampfmaschinenausstellung durften wir noch einen Blick in die Garagen werfen. Dort restauriert Heinz Lange zwei alte PKW. Natürlich genauso präzise wie seine anderen Schätze. Der Abschied fiel schwer, doch wir mussten weiter. Tief beeindruckt, mit herzlichen Dank und guten Wünschen verabschiedeten wir uns von Familie Lange, unsere Fahrt gen Heimat wieder aufnehmend. Bei bestem Wetter, vorbei an grünen Feldern, durch schatten spendenden Wald und kleine bunte Ortschaften, ging es, vom gelegentlichen Patschen von Jürgens Einser begleite, nach Lindenberg. Dort machten wir einen kurzen und letzten Tankstopp. Danach vorbei an Bad Saarow, über Fürstenwalde nach Lichtenow, wo wir im Cafe „Pinguin“ zu Mittag erwartet wurden. 10 km vor Lichtenow streikte der SR2 von Frank Schulz und ohne größere Ursachenforschung zu betreiben wurde dieser gegen ein Reservemoped getauscht. Später stellte sich heraus, dass wirklich alle bisherigen Ausfälle auf abgenutzte Unterbrecherkontakte zurückzuführen waren. Im Pinguin angekommen ließen wir uns das Mittagessen schmecken und bestellten uns zum Nachtisch Eis. Micha und Sohn bestellten nichts ahnend den „Hausbecher“. Eine Schau als diese kamen. Ein Olymp an Eis. Ein Hallo brach los und Frank Zander stimmte ein „Happy Birthday“ an. Tonal hätte sein Namensfetter besser geklungen, aber sei´s drum. Micha nebst Sohnemann guckten verdutzt, wagten sich aber an den Verehr des Ganzen. Mühten sich redlich und schafften die Eisgiganten zu vertilgen. Auch alle anderen hatten fein aufgegessen, so dass auch für die letzten 40 km gutes Wetter garantiert war. Los ging die Fahrt mit neuer Energie und vollen Bäuchen. Vor Hennickendorf bemerkte ich das Fehlen einiger Mitstreiter. Als diese kurz darauf wieder aufschlossen, zeigte mir Andreas, dessen frisch aufgebauter SR2 bisher ohne jedwede Probleme gelaufen war, die zerbrochene Feder seines Benzinhahns. Komisch was alles kaputt gehen konnte. Natürlich war in unserem Ersatzteilfundus ein Benzinhahn mit passender Feder, so dass sie diese schnell ersetzt hatten. Jürgen musste mal wieder angeschoben werden. In Krummensee hielt Thomas Wolf, jetzt mit dem geliehenen SR1 seines Onkels (Häschen) fahrend, an. Er hatte fast das Stammtischschild verloren, das auf dem Gepäckträger des SR1 montiert war.

Die letzten km hatte ich beobachtet, dass der Einser ungewöhnlich stark qualmte und sauer nach Getriebeöl roch. Thomas wollte aber die letzten km noch damit fahren. Zu Hause stellte er dann fest, dass nur noch ein Schnapsglas Öl auf dem Motor war. Glück gehabt! Von Krummensee aus fahren wir, unterbrochen von einigen Anschiebeeinlagen an Jürgen Kants SR1, über Blumberg nach Bernau. Vor meinem Grundstück angekommen war das Hallo groß und wir freuten uns über die gelungene Fahrt. Nun war nur noch das Auto auszuladen und uns zu verabschieden. Jeder hatte es eilig nach Hause zu kommen. Einige hatten ja auch noch ein paar km zu fahren. So endete unsere SR-Spreewaldtour, mit 3 tollen Tagen, viel Natur und schönen Erlebnissen.

 

Mein Fazit, hat viel Arbeit aber auch sehr, sehr viel Spaß gemacht. Nächstes Jahr wird es keine mehrtägige SR-Tour geben, wir kehren zurück zur „einfachen“ Variante. Aber mal sehen, vielleicht legen wir eine Oldtimerausfahrt übers Wochenende in Anlehnung an die letzten SR-Touren auf.

 

Bis zum 1.Mai 2016

 

Ralf

 

 

2017

 

Mit Bangen habe ich das Wochenende erwartet. Die Wetterfrösche hatten sich allesamt für die Tage vor dem 1. Mai 2017 nicht einigen können und zumindest für Samstag den 29.04. unterschiedliche Prognosen erstellt. Eines nur war allen gemein , es sollte KALT werden.

Nun war einfach Hoffen angesagt und warm anziehen. Wieso überhaupt 29.04. ? Sonst war doch der 1. Mai der Tag für unsere SR-Touren. Nun, dieses Jahr fiel der 1. 5 . auf einen Montag und so wurde die diesjährige SR-Tour eine „Fahrt in den Mai“ ! Wieder einmal und dass für längere Zeit die letzte Ihrer Art , eine dreitägige Fahrt mit Suhler Erzeugnissen der zweirädrigen Art. Unser Ziel das Havelland. Geplant waren pro Tag ca. 150 km Strecken und wie bewährt, alle 50 km eine Rast. Als kurzer Abriss die Planung unserer Ausfahrt :

 

Tag 1 .

Start Bernau – Kaffeetrinken in Kremmen - Mittag in Ribbeck – Ankunft auf dem Ferienhof Rausch in Semlin - anschließend eine Schleusenfahrt mit einem Ausflugsschiff in Rathenow

 

Tag 2.

Fahrt von Semlin nach Sandau – Elbquerung per Gierfähre – Besuch des Blaulichtmuseums Beuster – zurück nach Sandau – Mittagessen in der Schiffsgaststätte Kamern - zurück nach Semlin .

 

Tag 3.

Start in Semlin – Besuch des DDR-Museums in Döberitz – Pause in Paulin Aue – Mittag in Klein Ziethen – Ende in Bernau

 

So der Plan und die Hoffnung, dass sowohl das Wetter als auch die Mopeds mitspielen würden. Das Wetter machte uns mit frostigen Böen klar, dass noch April war, verschonte uns aber nachsichtig mit Regenschauern. Wahrscheinlich lag das am guten Draht von Frank Zander , der für die Tour gutes Wetter versprochen hatte oder am orangeroten Kombi von Marko , der damit den Regenwolken suggerierte

„ IHR HABT EH KEINE CHANCE „ !

Die Mopeds , eine GANZ andere Sache ! Mit mahnenden Worten hatte ich schon im Vorfeld darum gebeten, die Fahrzeuge richtig vorzubereiten. Obwohl der Tourtermin schon über ein halbes Jahr bekannt war wurde bei vielen erst in der letzten Woche geschraubt. Jean z.B. konnte den als restauriert gekauften SR2 nicht für die Tour nehmen , weil der Motor einfach nicht richtig zum laufen zu bringen war und musste auf seinen bewährten , aber leicht patinierten Zweit SR zurückgreifen. Frank Schulz kaufte sich extra für die Tour einen „überholten“ Motor und Opa steckte mit Hindernissen noch kurz vor der Tour ein Reservemoped zusammen. Nun die Fahrt würde zeigen ob die Mopeds Langstreckentauglich sind.

Bei der Planung der Dreitagestour war das Internet eine große Hilfe. Übernachtung , Mittagessen und Ziele konnten grob geplant werden. Die Feinabstimmung ging wie stets nur beim Abfahren der Strecke. Schon im Herbst gingen wir als Dreigestirn auf Erkundungstour. Frank Zander , Jürgen Fietz und meine Wenigkeit rollten mit Jürgens PKW gen Havelland. Dabei stellte sich heraus , dass die gewählte Gaststätte eine heruntergekommene Spelunke und noch dazu wohl seit Jahren zu war. Eine Andere wurde gefunden und gleich Plätze vorbestellt. Im Ferienhof Semlin waren Unstimmigkeiten ob der Preisgestaltung zu klären und die Route für den 2. Tag endete schon nach 10 km vor einer Baustelle , die Jürgen mutig mit einem Geländemanöver quer durch den Wald , über matschige und ausgefahrene Waldwege umschiffte um uns wieder auf die Strecke zu bringen. Die Fähre in Werben , mit der wir auf der Hintour die Elbe queren wollten wurde aus dem Plan gestrichen , da die Zuwegung mit Kopfsteinpflaster übelster Art gepflastert war. Mit Mühe konnten wir auch in der Schiffsgaststätte Kamern noch Plätze reservieren , da an diesem Tag der Koch mit einer Familienfeier außer Haus alle Hände voll zu tun hatte. Die Rücktour musste Wochen später erkundet werden , da uns die frühe Dunkelheit einen Strich durch die Rechnung machte. Auch 1 Woche vor unserer Ausfahrt ging ich noch mal auf den Rundkurs, mit Frank Schulz als Begleiter und dem Motorrad ! Glück für uns , dass Frank in seiner Kremmener Scheune ein Auto stehen hatte, was uns ermöglichte mit diesem weiterzufahren , nachdem wir unterwegs mit Eisigen Klumpen aus den Wolken beworfen worden waren. Außer einer kleine Straßensperrung in Ribbeck war alles OK. Es konnte also LOSGEHEN !

Da war er nun , der 29.04.17 und pünktlich 7.30 brummte es vor meiner Tür. Nein kein früher Bienenschwarm sondern die anrückende Armada ! Mit 15 Mopeds , SR 1 und SR 2 , einem Begleitfahrzeug mit Anhänger, beladen mit 3 Reservemopeds sollte es auf Reisen gehen. Der VW Bus von Frank Schulz als Begleitfahrzeug zur Verfügung gestellt , wurde beladen. Taschen, Werkzeug , Ersatzteile , Verpflegung , Bier etc. verschwanden im Bus. Vorfristig waren wir fertig und wir konnten schon um 7.45 Uhr starten. Die ¼ Stunde Plus sollte uns noch gut tun. Ein Blick zum Himmel , alles ok…… ein Blick auf Markos in seiner leuchtend-orangeroten Kombi …… ne da konnte nicht schief gehen ! LOS GINGS ! Ohne Probleme passierten wir die Ortsgrenze Bernau in Richtung Wandlitz. Die angepeilten 45 km/h waren indes kaum fahrbar, denn alles über 35 führte zum „Verlust“ der Nachfolgenden. Franks SR2 , der mit dem „neuen“ Motor, hatte immensen Leistungsmangel und musste teilweise geschoben werden um überhaupt die 35 km/h zu erreichen. Der nächste Parkplatz war unserer. Noch keine 10 km geschafft und schon der erste Ausfall. Nun , dass konnte ja was werden. Natürlich wurde Kerze und Vergaser kontrolliert, ohne erfolg und so wurde zum 1. Mal ein Reservemoped vom Hänger geholt. Frank Zander s bewährter Grauer musste wieder ran. Kurze Zeit später rollten unsere Gruppen wieder gen Havelland. Wieso GRUPPEN ? Aus Erfahrung der letzten Jahre hatten wir uns entschlossen zwei Gruppen zu bilden, die in geringem Abstand zueinander fahren sollten, damit überholende Autofahrer die Lücke zwischen uns nutzen konnten. Die Gefahr , dass diese uns bei riskanten Überholmanövern von der Straße fegen , sollte so vermindert werden. Im Großen und Ganzen funktionierte das recht gut, aber Idioten gibt es leider immer. Wandlitz , Zühlsdorf, querten wir ohne Probleme und fuhren gen Lehnitz, wo unser 16. Mann, Lothar , zu uns stoßen wollte. Währenddessen wir km um km mit sonor brummenden Motoren zurücklegten, die schmalen Pneus ihr Lied auf dem noch morgenfeuchten Asphalt summten , unser Atem in Wolken vor uns kondensierte und die Kälte in die dicken Handschuhe kroch , blitzte zaghaft aber hoffnungsverheissend die Sonne kurz hinter dem tristen Grau der Wolken hervor. Für mich ein gutes Zeichen und Anlass meinen Handschuh auszuziehen um in alter, gewohnter Manier , einige Bilder in voller Fahrt zu schießen. Nach 2 Fotos waren meine Finger sooo kalt , dass ich Mühe hatte die Handschuhe wieder an zu bekommen . Weitere Manöver dieser Art verkniff ich mir für den Rest der Tour. Lothar hatte sich eingereiht und wir näherten uns unserem ersten Etappenziel Kremmen als in Germendorf die 2 Gruppe fehlte. Da Frank Schulz in meiner , der 1. Gruppe war und er in Kremmen eine Kaffeepause für uns vorbereitet hatte, schickte ich ihn mit dem Rest los und fuhr Frank Zander , dem „Gruppenführer“ der 2. Gruppe entgegen. Jürgen Fietz , auch Streckenkundig , machte das Schlusslicht , für alle Fälle. Ich musste nicht weit fahren ,da kamen sie mir mit vollen Segeln entgegen. Molkis Sr hatte eine Bleibrücke und deshalb für einen Stopp gesorgt. Kurz hinter Germendorf wieder ein Halt , nun wollte Molkis SR gar nicht mehr. Kerze , Düse , noch eine Kerze , das volle Programm , nichts half , kein Funken !

Also Reservemoped ! Plötzlich rief Molki STOP ! Er hatte bemerkt , dass sich sein, viel zu kurzes Zündkabel aus dem Anschluß gezogen hatte. Das Kabel wieder an seinen Platz und mit Isolierband fixiert sollte bis Scheunenviertel Kremmen halten ,wo Frank Schulz schon auf uns wartete. Vor verschlossenem Tor, weil Kaffee und die Schlüssel zur Scheune im Begleitfahrzeug waren. Der heiße Kaffee tat gut , vor allem den Fingern. Hier auch Gelegenheit für Reparaturen. Ein neues , längeres Zündkabel für Molkis SR , eine neue Kerze für Siegberts Moped usw. . Nach der Pause ging es weiter in Richtung Ribbeck, wo wir Mittag essen wollten. Immer wieder fehlte aber Gruppe 2 , so das an ein zügiges Vorankommen nicht zu denken war. Erst dachte ich , dass wir vorn mit 40 km/h zu schnell fahren würden , aber bald stellte sich heraus , dass nicht eine zu hohe Geschwindigkeit sondern eine abgesprungene Kette an Mikes Renner oder Molkis immer wieder schwächelnder SR die 2. Hälfte unserer Mannschaft zum halten zwang. So natürlich auch den ersten Trupp , sobald wir Ihr fehlen bemerkten. Letztlich wurde OPAs Reservemoped vom Hänger geholt und Molkis störrischer Simson auf die Reservebank geschickt. Problem , OPAs Reservist lief auch nicht viel besser, so dass Molki von Thomas Wolf geschoben werden musste um uns einzuholen. Das ging noch ein paar km, dann wieder HALT. Eine Inspektion des Vergasers ergab eine völlig lose Hauptdüse. Nachdem diese fest und wieder eingebaut war , lief das Moped und die Reise konnte weitergehen. Nur noch 10 km bis Ribbeck und wir wären sogar noch einigermaßen pünktlich zum Mittagessen. Damit wäre auch der Zeitplan im Lot, da wir bis 14 Uhr in Semlin sein mussten um die Schlüssel für unsere Ferienwohnungen zu bekommen. Kein Problem, wenn wir pünktlich vom Mittag starten könnten. Noch ein Blick in den Spiegel , ein neuralgischer Punkt zum Abbiegen war passiert……. Ja alle da !

Zeit um ein bisschen die Natur zu bewundern . Rapsfelder wogend in voller Blüte, gelb leuchtend und würzig süß duftend fliegen an uns vorbei. Am Straßenrand Apfel und Kirschbäume, die in großen Sträußen ihre Blüten präsentieren , unter Ihnen frisches grünes Gras, weiß gelb gepunktet von Blümchen , die Ihre zarten Köpfe der noch schwachen Sonne entgegenstrecken . Immer wieder ein Kühler Windstoss, der mich daran erinnert , was wir heute für Glück mit dem Wetter haben. Mein Blick fällt in den Spiegel, in dem sich zitternd und unscharf die Nachfolgenden abzeichnen. Ich vermisse das leuchtende Gelb von Franks Signalweste ! Ein Blick über die Schulter bestätigt meine Befürchtung , Gruppe 2 fehlt ! MIST ! Gerade ist es noch so gut gelaufen . Na vielleicht nur eine Kleinigkeit und sie tauchen gleich hinter der nächsten Kurve auf . Wir versuchen per Telefon Jürgen im Begleitfahrzeug zu erreichen , er geht nicht ran. Nach 10 min entscheide ich mich zur „ alten Schule „ in Ribbeck weiterzufahren . Frank und Jürgen kennen die Strecke , waren ja bei der Tourenplanung dabei. Bestimmt tauchen sie bald auf. Als Vorhut machen wir schon mal , um Zeit zu sparen ,unsere Bestellung in der zum Museum und Gaststätte umgebauten alten Schule. Dort hatten wir im alten Schulzimmer , dass mit alten Schulbänken und anderem historischen Schulutensilien ausgestattet ist Plätze bestellt . Die Zeit verrinnt, unser Essen kommt schon , aber von Gruppe 2 noch immer keine Spur. Endlich erreiche ich Frank am Telefon. Thomas Wolfs SR war kurz festgegangen und sie hatten ihn kurzerhand in den Transporter geladen sich aber bei der Weiterfahrt verfahren. Satte 45 min nach uns treffen auch sie endlich in Ribbeck ein. Damit ist der Zeitplan futsch, da sie sich nach dem Patzer auch nicht zutrauen den Rest des Weges allein zu finden. Also machen wir das Beste daraus und machen Wartungsarbeiten an den Mopeds, während die hungrigen Jungs ihren Hunger stillen. Per Telefon erreiche ich den Ferienhof rausch und kündige an ,dass wir 1 Stunde später kommen. Dort wird mit Verständnis und einer Telefonnummer reagiert, die wir anrufen sollen um die Schlüssel zu bekommen. Da Thomas Wolfs Moped im Transporter dahinsiecht und Molki Kumpel ist , gibt er sein Moped an Thomas ab und leistet Jürgen Kant im Transporter Gesellschaft. Ich gebe beiden die Telefonnummer , mit dem Auftrag , sobald wir Stechow durchfahren ,also ca. 6km vor Semlin , dort anzurufen , damit wir Zeit sparen. Mit einer Stund Verspätung starten wir zur letzten großen Tagesetappe. Noch 50 km bis Semlin. Die Sonne bricht nur sporadisch durch die Wolkendecke, aber es ist doch merklich angenehmer geworden. Die weißen Schwaden beim Ausatmen sind verschwunden und auch die Finger bleiben warm. So macht das Fahren deutlich mehr Spaß. Vorn fahrend habe ich freien Blick auf die Strecke und kann das Meer aus gelben Rapsblüten genießen, die bunten Blüten der Zöglinge in der rechter Hand liegenden Baumschule und die bunten Vorgärten in den Orten die wir durchfahren. Auf freier Strecke jagt ein Hund ein Reh , dass in wilder Flucht mehrmals die Straße vor uns quert und Hakenschlagend versucht seinem Verfolger zu entkommen. Die Flucht nimmt ein jähes ende als der Jäger seine Beute stellt. Das Reh , nun deutlich als Bock zu erkennen, geht nun seinerseits , als einzigste Alternative , zum Angriff über. Der Hund, welcher die ganze Sache wohl als nettes Spiel erachtet hatte, erschrickt und wendet sich nun selbst , vom Rehbock verfolgt zur Flucht. Ich muss herzhaft lachen ! Ja so wendet sich das Blatt ! Außer dieser Einlage verläuft die Fahrt fast störungsfrei. Die letzten km vor Semlin gebe ich Gas um möglichst schnell den Ferienhof zu erreichen. Die Meute kann sich nicht verfahren , da es nur diese eine Strasse bis zum Ziel gibt. In Semlin lege ich eine Punktlandung hin , denn direkt vor mir fährt Herr Rausch , der Chef des Ferienhofs mit den Schlüsseln auf das Gelände. Ganz unkompliziert und schnell konnte ich einchecken und die Schlüssel in Empfang nehmen, so dass wir gleich gen Rathenow weiter können. Der Rest der Meute ist nun auch angekommen. Ohne Pause müssen wir weiter, denn die Uhr zeigt 15 Uhr und um 15.30 Uhr legt das Ausflugsboot in Rathenow ab , auf dem ich Plätze für uns gebucht habe. Unsere Mopeds können wir gegenüber dem Anleger im Optik Park abstellen, wo Frank Zander eine sichere Parkmöglichkeit für uns organisiert hat. Den Park erreicht vorerst nur Gruppe 1, von der 2. Gruppe fehlt jede Spur. Im Optik Park werden wir schon erwartet und herzlich begrüßt. Wir dürfen unsere Fahrzeuge, in einem eigens für uns mit Sperrgattern versehenen Bereich, abstellen . Eine tolle Sache, damit hatte ich nicht gerechnet. An dieser Stelle nochmals ein dickes DANKE dafür ! Während die schon Angekommenen einparken fahre ich zum Bootsanleger um dort kundzugeben ,dass wir noch kommen und sie bitte nicht ohne uns ablegen mögen. Dann fahre ich den verlorenen Rest einsammeln. Als erster kommt mit OPA , etwas verloren, entgegen. Der Rest der Truppe folgt in ca. 200 m Entfernung. Noch in Semlin hatten sie technische Probleme , die sie wieder einmal zum Halt zwangen. Gemeinsam erreichen wir Minuten später den Optikpark. Nun ist alles im Lot und wir können bei Bier, Kaffee, Tee und Kuchen im Bauch des Fahrgastschiffes entspannen und die Fahrt genießen. Auf der Havel erleben wir eine Schleusenfahrt rund um und in Rathenow. Im warmen Schiffsinneren bekommt man von dem jetzt einsetzenden leichten Nieselregen kaum etwas mit. Schön dass wir nun drinnen sitzen ! Entlang der Havel dicht bebaute Grundstücke mit idyllisch angelegten Gärten und kleinen Häfen , gewerbliche Anleger mit Hausbooten die man mieten könnte aber auch viel naturbelassene Areale mit deutlichen Spuren ihrer Bewohner. Bieber haben an den Stämmen der Uferbäume genagt und mancherorts nur keglige Stümpfe hinterlassen. Selbst große Stämme zeigen Spuren ihrer Arbeit. Ein einsamer Schwan dümpelt in unserem Kielwasser und wir nähern uns der ersten Schleuse. Gemächlich hebt sich der Schiffsleib bis das Niveau an den oberen Fahrweg angeglichen ist. Noch mehrfach können wir das Hoch und Runter beobachten, bis das Ausflugsschiff wieder in Richtung Anlegestelle fährt. Auf dem Oberdeck haben sich einige Mitglieder unserer Truppe versammelt, einfach um zu Rauchen oder dem Kapitän zu lauschen , der einige Geschichten zu erzählen hat und auch emsig Fragen der unwissenden Landratten beantwortet. Natürlich ist die Binnenschifffahrt ein Saisongeschäft, dass durch betagte Schiffe und immer strengere Behördenauflagen nicht gerade einfach ist. Uns hat die Tour gefallen und das Angebot der Reederei Bolz ist abwechslungsreich, so dass die Havel nebst umliegende Seen vom Wasser aus entdeckt werden können , so man z.B. dort seinen Urlaub verbringt. Wir legen an und begeben uns wieder in den Optikpark um uns dort noch einmal zu bedanken. Nun haben wir Zeit und nehmen gern die uns angebotene Führung durch den Park an. Dieser entstand 2007 im Zuge der Landesgartenschau in Rathenow und liegt umrahmt von Havelarmen auf der Schwedendamminsel. Im Gebäude einer alten Kornmühle, die bis zur Wende noch Haferflocken herstellte, befindet sich nun die Gastronomie ,Büros und Ausstellungsräume. Der Park selbst nimmt mit seinen Installationen zur Geschichte Rathenows im Bereich Optik Bezug. Gern lauschen wir den Erläuterungen unserer netten Führerin , die auch viel Persönliches zu den Höhen und Tiefen der Optikindustrie in Rathenow zu erzählen weis. Natürlich können wir nicht alles sehen , denn unserer „wackeren Rösser“ haben noch Durst und auch wir wollen am heutigen Abend noch das eine oder andere Getränk zu uns nehmen, sowie Leckeres vom Grill essen. Vorher müssen wir aber noch unsere Ferienwohnungen beziehen. Geschlossen rollt unsere Armada von 14 Simson Mopeds Richtung Stadtgrenze zur dortigen Tankstelle. Der Verkehr ist am späten Nachmittag viel ruhiger, so dass der SR eigene Klang unserer Motoren von den Häuserwänden widerhallt und die Stadt erfüllt. Toll wenn sich der Sound der synchron laufenden Triebwerke überlagert und von der Ferne her nicht vermuten lässt, dass dort nur Schnapsglas große Kolben , emsig auf und abschwingend für diese Geräuschkulisse sorgen. Nach dem Tanken Rückfahrt nach Semlin , Problem und Pannenlos ! Angekommen im Ferienhof Rausch stellen wir die Mopeds in einem Carport unter, der uns extra dafür überlassen worden war. Nun kommt die Aufteilung der Zimmer an die Reihe. Jede Ferienwohnung hat mindestens 4 Schlafplätze, Bad , Wohnküche und einen Garten . Super auch für Familien mit Kind , ergo mehr als ausreichend für uns. Nachdem alle Ihre sachen verstaut und sich eine Schlafstatt gesichert hatten , war Zeit zum reparieren der ausgefallenen Mopeds. Thomas Wolfs Zweier wurde ausgeladen , Molkis und Frank Schulz Ssorgenkinder vom Anhänger geholt und auch OPA machte sich über seinen Einser her , der auf den letzten Kilometern zunehmend Leistungsverlust hatte. Franks Sr lief nach Tausch des Schwimmernadelventils wieder und absolvierte mit aufgepflanztem GPS die Probefahrt mit satten 49 km/h als Endgeschwindigkeit . Bei Thomas Wolfs Moped , das mit der Klemmneigung, verriet ein weißes Kerzengesicht zu hohe Verbrennungstemperaturen. Grund dafür war eine gebrochene Feder am Zündkontakt. Der Kontakt wurde erneuert und die Zündung eingestellt. Nr. 2 behandelt. Molkis Sr dagegen war ein Problemfall. Mit defekten Kurbelwellenlagern war es ünmöglich einen Zündzeitpunkt einzustellen . Kurzerhand wurde der Motor amputiert und mein , schon auf der Penemündetour bewährter, Ersatzmotor wanderte an seine Stelle. Nr. 3 !

Bei Opas Einser lag das Problem wohl tiefer und so widerborstig sich das Aggregat weigerte vernünftig zu laufen , umso weniger hatte OPA Antrieb auf weitere Fehlersuche. Trotzdem wurde der Vergaser gereinigt , der lose Kondensator getauscht und die Zündung eingestellt.

Trotzdem keine wirkliche Besserung. Inzwischen hatte der Rest der Truppe schon den Grill angeheizt , gegessen und angefangen die Bierkästen zu leeren. Die Sonne sank und OPA meinte „das war die letzte Fahrt mit DEM Motor , ich fahre Morgen mit dem Zweier….ENDE“ ! Also nur 3 von 4 geheilt . Nun endlich konnten auch die Bastler zum gemütlichen Teil übergehen. Wurst und Fleisch waren lecker und auch das Bier nicht minder. Jürgen Fietz hatte eine Flasche Klaren dabei . Natürlich wurde auch die , beim gemütlichen Beieinander , geleert. Der Abend wurde indess aber nicht wirklich lang, denn mit der Dunkelheit kam auch die Kälte zurück, so dass wir noch weit vor Mitternacht zu Bett gingen.

Gut so , denn Morgen ging es früh raus. 6.30 Uhr klingelte der Wecker und um 7 schon gab es Frühstück im Hauptgebäude. Ein wirklich reichhaltiges Buffet erwartete uns. Verschiedene Brötchen , Marmelade , div. Wurst, Obst , Jogurt , etc und natürlich Kaffee und Tee. Es gab nichts zu missen und es wurde gern und reichlich zugegriffen . Nachdem auch der letzte Hungrige gesättigt und auch der Kaffeedurst gestillt war ging es nahtlos weiter mit dem Vorbereiten der Mopeds für die heutige Ausfahrt. Gegen 8 Uhr war Start gen Beuster. Dort wollten wir das Blaulichtmuseum besuchen, eine private Sammlung von Sonderfahrzeugen.

Heute war ein sonniger Tag , nicht wirklich warm aber mit dem hellen Sonnenstrahlen war ringsum plötzlich alles viel netter anzusehen. Mit bester Laune starten wir über Rathenow in Richtung Sandau. In Rathenow müssen wir an der Tankstelle noch einmal kurz halten ,damit OPA , nun wie angekündigt auf SR2 unterwegs , noch Luft pumpen kann ,denn der Zweier ist hinten etwas platt. Weiter geht die Tour Störungsfrei nach Sandau , wo wir mit der dortigen Gierfähre die Elbe überqueren. Ein technisches Highlight und eine schöne Einlage ! Abgesehen von einem aufgeschreckten Hasen , der in heller Flucht vor uns das Weite sucht, gab es auf der Fahrt keine nennenswerten Ereignisse oder Pannen. Zeit für alle das Havelland in seiner Schönheit bei entschleunigenden 35km/h zu genießen ! Die Mopeds laufen alle prima , so dass wir pünktlich Beuster erreichen. Dort begrüßt uns lärmend ein Mann im Rentenalter , der sich als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Museums und Ex ABV vorstellte. Mit tönender Stimme und viel selbstdarstellender Rhetorik erzählte er uns so manche Story , zeigte die Fahrzeuge, Geräte und einen gut ausgestatteten DDR-Konsum sowie „sein“ altes ABV Büro , in dem er gleich Frank Schulz „verhaftete“. Der Konsum war gefüllt mit waren aus der ehemaligen DDR. erstaunlich was Jahre nach der Wende noch alles aufgetaucht ist um dort ausgestellt zu werden. Büchsen mit Gemüse, Fleisch und Fisch , Eingewecktes , Schnaps , Schuhcreme , Spielzeug , Klopapier etc , etc , etc. . Selbst eine alte Kasse gefüllt mit Aluchips und DDR-Papiergeld. Draußen erwartet uns ein freier Mitarbeiter der Volksstimme welcher ein Foto von uns machen und einen Artikel über unsere Tour schreiben wollte. Als Opfer für sein Interview wurde ich erkoren .Ich erzählte ihm von unserem Stammtisch und unseren gemeinsamen Ausfahrten. Dank Ihm kamen wir zu einem schönen Gruppenfoto und einem Artikel in der Regionalzeitung. Leider war der Bericht selber teilweise falsch aber doch eine schöne Erinnerung an die Tour. Sehr wichtig für unseren Museumsführer war die Bezahlung , wie er mehrfach erwähnte. Eine Selbstverständlichkeit für uns ,denn als Freunde alter Technik wissen wir nur zu gut um die Kosten zum Erhalt alter Fahrzeuge. Der Obolus wurde entrichtet und die SR-Motoren wieder gestartet. Auf in Richtung Kamern , wo wir zu Mittag essen wollten. Mein Blick in den Rückspiegel verriet mir mit verwackelten Umrissen ,dass Frank Schulz wieder geschoben wurde, weil sein Moped im Gegenwind nicht auf Touren kam. Kaum 30 km/h , so konnte es nicht weiter gehen. Bei der nächsten Möglichkeit stoppte ich die Truppe und meiner Idee folgend wechselten wir den Auspuff an Franks SR. Jürgen Fietz hatte einen zur Reserve eingepackt .. Franks Zweier lohnte es uns bei der Weiterfahrt, mit deutlichem Leistungszuwachs und dicken , blauen Qualmwolken. Ert nach zig km lief er optisch wieder sauber. Die Elbe wurde wieder bei Sandau gequert und die letzten 8 km bis Kamern fahren wir ohne jegliche Probleme. In Kamer gibt es eine schiffsgaststätte , d.h. ein altes Elbschiff auf Land als Gaststätte ausgebaut. Dort hatte ich Plätze für uns reserviert. Mal was Anderes und ich denke den Jungs hats gefallen. In der Gaststätte tolle Atmosphäre und leckeres Essen. Als kuriose Einlage erwartete mich ein Zettel mit dem Gruß einer anderen Gruppe , die auch mit 16 Personen und unter dem Namen Ebel am selben Tag dort gebucht hatte. Das dies in der Gasstätte für etwas Verwirrung gesorgt hatte , verständlich J !

Obwohl Schiffsgaststätte , war die Speisekarte nicht Maritim ausgelegt, so dass alle etwas Passendes fanden und sich satt und gut gelaunt für die letzte Tagesetappe rüsteten. Kein weiteres Programm zwang uns zum zügigen weiterfahren , so dass Frank Schulz SR Motor , den er noch kurz vor der Tour als überholt gekauft hatte und der immer wieder Probleme machte , an der Kupplungsseite geöffnet wurde um nach dem Simmering der Kurbelwelle zu gucken. Bei einigen Motoren wandert der nämlich gern raus und dicke Qualmwolken zeugten dann davon. Der Simmering war an seinem Platz aber silbrig glänzender Metallabrieb im Öl ließ nichts Gutes vermuten. Auch die Kupplung war mit 3 unterschiedlichen Kupplungsscheiben zusammengebaut. Der Motor wurde wieder zusammengebaut und das Öl ersetzt. Das mit dem „gemachten“ Motor wollte Frank später klären. Auf zur letzten Runde ! Nach 6 km wieder die schon bekannte Situation , Gruppe 2 fehlte. Ich fuhr zurück um nach dem Rechten zu sehen , mit einem Tip oder Ersatzteil auszuhelfen. Thomas Wolfs SR , der am Vorabend erst einen neuen Unterbrecher bekommen hatte , streikte. Wieder ein Zündungsproblem ! Die sache war vor Ort nicht so schnell zu lösen , als wurde das Moped auf den Anhänger verbannt und Frank Zander s Grauer kam wieder zum Einsatz. Schon rollte der Trupp wieder. Heftiger Gegenwind sorgte jedoch dafür , dass unserer Höchstgeschwindigkeit erheblich gebremst wurde. Frank Schulz Aggregat machte auch wieder Sorgen und kam mit dem Gegenwind nur ungenügend zurecht. An einem Seitenweg fuhr ich raus um irgendwie Abhilfe zu schaffen. Entweder Reparaturen oder Mopedtausch. Als einzigstes funktionstüchtiges Exemplar stand ja noch Jürgen Kants SR1 auf dem Anhänger. Frank meinte der Motor hätte so wenig Leistung, dass er nicht gegen den starken Gegenwind ankommen würde. Der Motor lief, aber augenscheinlich zu fett. Ein griff an den Luftfilter bestätigte das, denn eine geschlossene Luftklappe verursachte keine Änderung im Motorlauf. Der Luftfilter wurde kurzerhand amputiert und der Motor hatte plötzlich wieder Lebensmut und Power zum Weiterfahren. Noch in Kamern hatten einige Jungs gemeint , „wie wäre es mit Kaffeetrinken unterwegs !?“ . Das hatte ich nicht geplant , aber während wir nach Semlin fuhren, nun ohne weitere Probleme, von einem unfreiwilligem Tankstop abgesehen, schaute ich nach einem Cafe oder einer geeigneten Gaststätte. Da war nur NICHTS . Die kleinen Orte , die wir mit dem Dröhnen unserer Motoren aus dem Mittagsschlaf rissen , hatten keine Gastronomie zu bieten und das Kaffeetrinken musste auf Semlin verschoben werden. Bei heftigem Gegenwind kamen wir nur mühsam voran, aber stetig und tapfer kämpften sich die kleinen Motoren vorwärts. Der Ferienhof war bald erreicht und um dem Kaffeewunsch nachzukommen setzte ich eine Kanne Kaffee an , denn die Ferienwohnungen waren mit dem nötigen Gerät ausgestattet. Gemahlenen Kaffee hatte ich von zu Hause mitgebracht. Ansturm auf den Transporter , Benzinkanister werden herausgeholt um die Mopeds zu betanken . Auf unseren morgigen Tankstop wollten einige nicht warten, denn unterwegs hatten wir mehrmals halt machen müssen um einfach nur Kraftstoff nachzutanken. Der stetige Gegenwind hatte den Durst unserer Mopeds deutlich steigen lassen. Thomas Wolf inspizierte seinen havarierten SR und erstaunlich , die eFeder des erst gestern erneierten Unterbrechers war wieder gebrochen. Der China Nachbau taugte also nichts. Siegbert spendierte ein NOS DDR Teil. Nun nötigten wir OPA auch mal nach seinem Einser und dessen Unterbrecher zu schauen, denn schließlich hatten wir gestern schon alles andere geprüft. Zu seinem Erstaunen war auch dieser Unterbrecherkontakt hin. Stark eingebrannt und mit defekter Feder hatte er ausgedient. Ein gutes Gebrautteil wurde eingebaut und die Zündung bei OPAs und Thomas Mopeds eingestellt. Beide liefen danach wieder TOP ! Nun war sein Entschluss vom Vorabend gekippt und der Einser doch wieder für die Rücktour am 1. Mai erwählt worden. Während der Arbeiten an den Mopeds kam Frank Zander zu uns und sah die Kaffeeschlürfenden Zugucker. Missmutig bekundete er seinen Unwillen , dass ja kein Kaffee für ihn übrig wäre , obwohl er ja auch einen hätte haben wollen. Stimmt , aber ich hatte Franz beauftragen wollen noch eine Kanne in Ihrer Ferienwohnung anzusetzen , da eine Maschine nur 10 kleine Tassen fasst. Bei nochmaliger Abfrage war Frank nicht dabei, also blieb es bei der einen Kanne. Kein Problem aber, denn etwas gemahlener Kaffee war noch übrig, so dass Frank kurz darauf auch seinen verdienten Kaffee trinken konnte. Ist leider oftmals so,dass diejenigen , die sich um das ganze Drumherum kümmern mal zu kurz kommen , während der betreute Rest geniest . Uns war währenddessen gar nicht aufgefallen, dass die Zeit schon weit fortgeschritten war und wir schon längere Zeit in der Gaststätte erwartet wurden. Au Weia , das gibt Mecker ! Mit einer Stunde Verspätung trafen wir dort ein und prompt gabs Schelte. Gut , dass wir unser zu Spät kommen auf die betagten Mopeds schieben konnten. Für uns war ein extra Raum reserviert und nach unserer Bestellung war das Trödeln vergessen. Es wurde ein gemütlicher Abend.

Im Anschluss wollten einige noch zum Maifest , dass die örtliche Feuerwehr , mit zünftigem Maifeuer , auf ihrem Gelände veranstaltete. Leider war vom Feuer nur noch ein stark qualmender Haufen übrig , den die Jugendfeuerwehr emsig mit Wasser aus Schlauch und Strahlrohr beschoss um die Glut zu löschen. Der ab und an in unsere Richtung ziehende dichte und stechend riechende Qualm , ließ uns jedoch nach wenigen Minuten und einem Sturzbier das Weite suchen. Im Transporter gab es ja auch noch Bierbestände. Eine weile hielten wir dort noch palavernd aus, bis uns die Kälte und die Müdigkeit ins Bett trieb. Am nächsten Morgen erwachte ich durch das Rumoren im Nachbarzimmer. Die Ferienwohnungen sind doch recht hellhörig , so dass man gut hören kann wenn Jemand nebenan die Treppe benutzt. Heute ist Abreisetag und schon jetzt ist zu sehen, dass wir bei bestem Wetter reisen werden. Die Sachen müssen gepackt werden und die Betten gemacht, so das wir einigermaßen zivilisiert die Wohnungen verlassen. Noch schnell das Geld für die Übernachtungen und unser Frühstück eingesteckt, insgesamt doch über 1000 Euro, unsere bisher teuerste Tour. Der Lockschuppen in Pasewalk , unsere Übernachtung bei der ersten Dreitagestour, ist eben kaum zu schlagen. Aber auch hier war es sehr angenehm und wir fühlten uns gut aufgehoben. Während unsere Truppe noch das reichliche Frühstücksbuffet plünderte und nach der 4. Kanne Kaffee verlangte, ging ich unsere Rechnung begleichen, übrig blieb gerade soviel um Frank Zander die verauslagten 20 Euro für die tolle Führung im Optikpark zu geben und Frank Schulz die Kraftstoffkosten für das Begleitfahrzeug zu ersetzen. Danach war Ebbe in der Kasse. Nach dem Frühstück allgemeiner Aufbruch. Die Taschen wurden verladen ,die Zimmer auf Liegengelassenes kontrolliert , die Zimmerschlüssel abgegeben und schon knatterte der erste SR. Vollzählig und mit intakten Reservemopeds rollte unser Konvoi vom Hof. AUF WIEDERSEHEN ! Im Begleitfahrzeug nun Thomas Wolf , der nun Jürgen Kant Gelegenheit gab , mal ein Stück der Tour auf seinem Moped zu fahren. In Rathenow hatte ich ein kleines Orientierungsproblem und machte einen Schlenker über einen Parkplatz, dem logisch der ganze Treck folgte. Wieder auf der richtigen Strecke mahnte mich mein üblicher Blick in den zittrigen Rückspiegel zu halten. da ein großer Teil unserer Manschaft fehlte. Nach ein paar Minuten des Wartens, fuhr ich zurück um nachzusehen was die Ursache war. Bei Frank Schulzens Sr war beim Abbiegen auf den Parkplatz der Gazug gerissen und die Jungs waren emsig dabei diesen zu ersetzen. Da ein Großteil unserer Truppe schon am Vortag seine Tanks gefüllt hatte , vereinbarte ich mit Frank Zander , mit dem Teil der Gruppe bis zur Tankstelle vorzufahren , die noch Kraftstoff bunkern mussten. Frank hatte ja die Tankstelle selbst ausgesucht , sollte diese also problemlos finden. Damit konnten wir etwas Zeit sparen, denn gegen 9 wurden wir schon im DDR-Museum in Döberitz erwartet. Gesagt getan ! Auf der Tanke wurden die Mopedtanks befüllt und wir warteten auf Frank Zander und Genossen. Irgendwann verriet ein aufsteigender sonorer Sound das Nahen der Bande. Es hatte etwas länger gedauert, weil Frank doch einmal falsch abgebogen war. Kein Problem ,noch lagen wir gut in der Zeit . Noch etwas Öl zumischen , denn das Zweitaktöl war im Begleitfahrzeug mitgereist und schon konnte es weiter gehen. Fast pünktlich erreichten wir Döberitz und das DDR-Museum , welches extra für uns geöffnet hatte. Der Eintrittspreis von 5 Euro pro Nase war schnell entrichtet und unsere Truppe erfreute sich an der reichhaltigen Sammlung von DDR Exponaten. Paradox war , dass der Eigentümer und Betreiber nicht einmal aus dem „Osten“ stammte. Auch ein kleiner Trödelmarkt auf dem Hinterhof wollte besucht sein. OPA fand so einiges, was er mitnehmenswert fand. Dies sollte nun die letzte Einlage für diese Tour gewesen sein. Uns erwarteten noch etwa 130 km , hoffentlich nur unterbrochen von einer Pause und dem geplanten Mittagessen in Klein Ziethen. Die Tour bis zur Mittagsrast verlief , bis auf ein kurzes Düsenproblem bei Teamleiter Frank Zander abgesehen , störungsfrei ! In Paulins Aue machten wir eine kleine Pause , das Frank Schulz , der das Mittag in Klein Ziehten für uns organisiert hatte, nutzte um telefonisch unser pünktliches Eintreffen voranzumelden. Starker Gegenwind und unsere schon recht strapazierten Hinterteile ließen die eher kurzen Etappen recht lang erscheinen . Oftmals wurden wir von ungeduldigen Autofahrern in halsbrecherischer Manier überholt, die auch im Gegenverkehr zu ihren blöden Manövern ansetzten mussten. Andererseits gab es viel „Daumen hoch“, Lichthupen und Grußerweisungen , oft auch von Motorradfahrern. Natürlich grüßten wir gern zurück !

Kremmen lag endlich hinter uns, Amalienhof war passiert, rechts weg und nur noch wenige Km bis Klein Ziehten. Bei schönstem Wetter erreichten wir den Gashof „ReckinsEiche“. Für uns war drinnen eingedeckt , obwohl man JETZT hätte auch Draußen sitzen können. Nun , wir hatten es so bestellt , nicht ahnend , das so gutes Wetter werden würde. Von der Karte konnte sich jeder sein Schnitzel aussuchen , mit der Vorwarnung , nur ein „Lady“ zu nehmen , da das Normale etwas größer geraten wäre. Ich hatte das unwissend, in Vorbereitung der Tour hier mal probiert , das Schnitzel hat kaum auf den Teller gepasst und ich wäre danach fast geplatzt ! Alle hatten bestellt und es war etwas Ruhe eingekehrt. Nun konnte ich die diesjährige „Belohnung“ für die erfolgreich absolvierte Havellandtour ausgeben. Diesmal keinen Anstecker sondern eine in Messing geätzte Plakette . Eine Kleinserie , die nur für uns angefertigt wurde , als Erinnerung an die SR-Tour 2017, die nun schon fast zu Ende war.

Das Essen kam und auch die Lady-Portionen waren recht üppig! Nachdem die geschafft waren kam die Frage auf , wie weit es denn jetzt noch wäre. Noch etwa 49 km bis zum Zielpunkt, nicht für alle , denn Lothar wollte sich schon in Wensickendorf und OPA nebst Sohn Fabian in Wandlitz von uns verabschieden ! Wie gesagt so getan , die Rechnung bezahlt , ran an die Mopeds und die letzten km in Angriff genommen. Ab Klein Ziehten pilotierte Thomas Wolf wieder seinen SR2 , so dass wir , nur von kurzen Stops zum Vorbeilassen der PKW´s unterbrochen alle wieder mit den Mopeds im Ziel ankamen mit denen wir gestartet waren. Mit 12 fahrenden Mopeds und über 500 absolvierten Kilometern erreichten wir Bernau. Mit ehrlicher Freude beglückwünschten wir uns, aber so groß diese auch war , alle wollten nun so schnell als möglich nach Hause. Das Gepäck und Ersatzteile wurde ausgeladen und auf die schon wartenden PKW´s verteilt. Mein Kram und die Verpflegungsüberstände wanderten in meinen Keller. Letztere sollten noch für den Herrentagsgrillabend verwendet werden. Ein letzter Händedruck , eine Umarmung und mit dem Geknatter des letzten verschwindenden SR war sie Geschichte …..

DIE SR-TOUR 2017

 

Eine 3 Tagestour wird es mit dem SR auf länger Zeit nicht mehr geben , aber mal sehen wohin es uns im nächten Jahr zum 1. Mai 2018 verschlägt !

 

2018

Herbst 2017 , schon jetzt stand die Aufgabe eine Strecke für die SR-Tour 2018 zu finden. Nach vielen Jahren ,mit Startpunkt Bernau , ist es nicht mehr einfach etwas Neues und Interessantes für die Tour zu finden. Dem geschuldet habe ich eine Route ins Auge gefasst , die entgegen meiner ursprünglichen Weise , nur gute Strassen zu nutzen , auch Wege mit etwas mangelhaftem Strassenbelag ausgesucht. Wenngleich nur wenige 100 m. Schon lange habe ich mit Wegen geliebäugelt , die wohl auch hier ansässigen eher unbekannt sein sollten. So stand alsbald die grobe Route, die noch in den letzten Tagen des alten Jahres abgefahren wurde. Resultat , FAHRBAR ! Die Grobplanung stand also , nun gings ans Feine. Sollte es nun MIttagessen in einer Gaststätte sein oder eher , in alter Manier, Picknick ? Da lag doch etwa auf halber Strecke eine Gaststätte , die äußerlich urig aussah und passen könnte. Da über Telefon keiner zu erreichen war musste ich dort persönlich vorbeischauen. Nur gut ,denn die von weiten interessant aussehende Schätzchen entpuppte sich als heruntergekommene Spelunke , die noch dazu trotz offizieller Öffnungszeit zu war. Also musste was anderes her. Einige Meter weiter fand ich ein Cafe was auch Mittagstisch anbot. Flugs waren 26 Plätze geordert . Ja schon jetzt waren 26 Teilnehmer gemeldet und das sprengte doch den üblichen Rahmen der bisherigen Ausfahrten. Um das Essen und die etwaigen Kosten dafür abzusprechen hatte ich gebeten mich , sobald ein Angebot vorlag , anzurufen oder besser per E-Mail zu verständigen. Als das nach 14 Tagen und Nachfrage noch immer nicht geschehen war , stornierte ich die Buchung und sucht eine Alternative, die ich im Gasthaus "zum goldenen Anker" in Marienwerder fand. Hier war man für alles offen und Absprachen kein Problem. Dies nur am Rande erwähnt, denn auch das gehört zur Planung einer gemeinsamen Ausfahrt. Es wurde April mit den ersten warmen Tagen fuhr ich die Strecke nochmals ab um eventuell noch ein paar schöne Etappen zu finden. Mit Erfolg , denn zwischen Tempelfelde und Beiersdorf verläuft ein Plattenweg , der wohl kaum bekannt ist.
Am letzten April Wochenenden dann, fuhren Frank Zander ,Frank Schulz, Jürgen Fietz und ich nochmals die volle Strecke ab. Es war mir wichtig einigen zuverlässigen Leuten den streckenverlauf zu zeigen ,damit sie Streckenkundig sind und am 1.Mai den Trupp weiterführen könnten , falls dieser aus irgendwelchen Gründen auseinandergerissen würde. SO der Plan !
Am Vorabend des 1.Mai stieg die Teilnehmerzahl unerwartet auf 29 Personen, denn der Sohn eines angemeldeten Mitfahrers war unerwartet zu Besuch gekommen und sollte nun mitfahren. Also Hilferuf an den Stammtisch ob nicht noch ein versicherter SR irgendwo zu leihen wäre. Thomas Wolf reagierte prompt und besorgte ein Moped , reparierte den Motor und brachte es mit einem roten Sammler Kennzeichen versehen gegen 21 Uhr vorbei. Ein toller Einsatz !!


Nur war es soweit, der 1.Mai 2018

und Hurra ,trotz negativer Prognosen gutes Wetter ! Etwas Zeit noch und schnell das von Thomas gelieferte Moped ausprobiert. Pedaliert wie wild , das Ding sprang nicht an, erst mit geschlossenem Luftfilter setzte sich der Motor mit einigen Hustenanfällen in Gang, starb aber röchelnd sofort wieder ab sobald der Luftschieber geöffnet wurde. NEEE so ging das nicht. Also Hauptdüse getauscht , Auspuff kontrolliert und Schwimmerstand erhöht , Nichts half.
Erst als ich den Vergaser meines bewährten Reservemotors anschraubte lief das Ding wie Hulle !
Um 10 Uhr war Treffen an der Felta Tankstelle Bernau angesagt um spätestens 10.30 Uhr zu starten. Das wären dann 2,5 h für 74 km bis zur Mittagsrast. In meinen Augen ausreichend Zeit.
Da sollte noch eine Pause drinn sein ! Weit gefehlt ,aber davon später. 9.30 Uhr wurde der vorbereitete SR bei mir abgeholt und noch ein Schwätzchen mit Andreas und seinem Bruder Karsten gemacht. Karsten war mit seinem Sohn extra aus dem Hamburger Raum angereist um an der SR Tour teilzunehmen.
Sein Sohn sollte im "Lumpensammler" mitfahren. Thomas Seifert hatte sich bereit erklärt, diesen Part zu übernehmen und eventuelle Ausfälle einzusammeln.
Noch vor 10 rollten Karsten und ich auf die Felta Tankstelle ! Es waren fast alle schon da ! Ein Blick in die Runde , die schiere Anzahl der Mopeds und Teilnehmer war schon erschreckend und ungewohnt. Hatten wir uns zu viel vorgenommen ? Die letzten Touren waren wir immer mit 16 - 17 Leuten gefahren, nun fast doppelt so viel. Zu den angemeldeten Teilnehmern hatten sich unangemeldet noch Guido mit seinem Vater gesellt und einige weitere Unbekannte. Letztere hatten Schwalbe , Habicht und S50 dabei und wollten eigentlich zum Simson Treffen im Gewerbegebiet und bei UNS nur gucken !
Kleine Ansprache von mir , zur Route , Planung und zur Fahrdisziplin und es konnte schon losgehen. Mit einigen Minuten vor der Zeit rollten 30 Mopeds vom Tankstellengelände in Richtung Albertshof. Von dort sollte es über Tempelfelde , nach Beiersdorf,Freudenberg ,Heckelberg nach Hohenfinow gehen und von dort über Karlswerk , Niederfinow , Liepe, Eberswalde , Britz , Blütenberg,Lichterfelde , Finow zum Mittagessen nach Marienwerder. Rückfahrt über Ruhlsdorf, Prenden,Lanke und Biesenthal nach Bernau.
Nicht mal 2 km hinter Bernau schon der erste Halt, Gruppe 2 fehlte! Aus Erfahrungen der Vorjahrestouren heraus hatten wir nämlich wieder 2 Gruppen gebildet, Gruppe 2 angeführt von Frank Zander und die 1. Gruppe folgte mir.
Kurze Info von Lotse Jürgen Fietz , Jürgen Kant war umgekehrt weil sein Moped nicht lief und Guido stand mit verdreckter Hauptdüse. Dieses Problem sollte Guido noch häufig während der ganzen Tour haben ,denn sein Tank war inwändig ziemlich rostig. So musste die ganze Truppe immer wieder halten und warten. Schon im Vorfeld hatte ich zu jeder Gelegenheit darum gebeten die Mopeds gut vorzubereiten, aber aus Nachlässigkeit , Faulheit oder einfach nur viel Pech hatten immer wieder die selben Maschinen Probleme und zwangen uns zu ungewollten Pausen. Zu Frank Zanders Ärgernis waren die kränkelnden Fahrzeuge fast alle in seiner Gruppe. Ca. alle 4-5 km (weit gefasst) machten wir also Halt. Auch Gruppe 1 wurde von der Pannenhexe nicht verschont. Während wir wieder einmal auf den zweiten Teil warteten brach beim anpedalieren der Rahmen eines frisch restaurierten SR2 in 2 Hälften. Ungläubig starrten wir auf das Wrack. Undenkbar wenn das während der Fahrt passiert wäre. Mit einem , frisch vom Baum gebrochenen Ast notdürftig bandagiert wanderte der Zweigeteilte auf den Anhänger und wurde in Tempelfelde bei Bekannten abgestellt. Der glückliche "BRUCHPILOT" indess fuhr mir dem KR50 von Jürgen Fietz weiter , den dieser als Reservemoped mitgebracht hatte. Weiter ging es über den Plattenweg von Tempelfelde nach Beiersdorf. Gesäumt von Pappeln in deren Kronen die Blätter vom Wind bewegt das Sonnenlicht glitzernd reflektieren, zieht sich dieser Weg durch Felder , die mit sattem Grün vom Frühling zeugen , vorbei am Barnimer Mischwald und gelb leuchtenden , süss duftenden Rapsfeldern. In Beiersdorf dann abbiegen auf die Landstrasse nach Freudenberg und STOP , wieder technischer Halt. Diesmal steht Frau Seifert mit Ihrem blauen Sr2. Dieser will trotz neuer Kerze und gereinigter Haupdüse nur unwillig laufen , knallt und patscht. Zeit für längere Reparaturen ist nicht und er wandert auf den Anhänger. Familie Seifert genießt nun gemeinsam die Tour im Mercedes.Die Reservemopeds sind ja schon aufgebraucht. Weiter geht es nach Freudenberg , wo uns ca.100 m Kopfsteinpflaster erwarten. Ein geringes Übel, leicht in Kauf zu nehmen für den folgenden schönen Streckenabschnitt, quer durch die Felder. Leider auf halber Strecke mal wieder HALT und warten auf Gruppe 2. Diese Pannenserie ging so stetig weiter. Immer wieder verloren wir den Sichtkontakt und mussten auf die zweite Gruppe warten. Auch so in Hohenfinow , wo wir in der Zufahrt zu einer malerischen Strecke durch Karlswerk wieder einmal Pause machen mussten. Die Zeit verging und Häschen bezog an der Chaussee Posten. Plötzlich rief er "Sie kommen " ! Er musste sich geirrt haben ,denn kein Moped bog auf unsere Passage ein. Nach weiteren 10 min rief ich den "Abschlepper" an um zu fragen was los ist. Die Antwort ließ mich fast zur Salzsäule erstarren. Sie waren schon am Schiffshebewerk vorbei in Richtung Eberswalde unterwegs. Frank Zander hatte einfach den Plan geändert und war von der Route abgewichen, der Meinung wir wären schon vorgefahren und er würde abkürzen. Uns blieb nun nichts weiter übrig als hinterher zu fahren , ohne "Lumpensammler" und auf unsere Technik zu vertrauen. Wir holten Frank und seine Gruppe nicht mehr ein ,denn auch in Eberswalde nahm er einen anderen Weg als geplant und fuhr Quer durch die Stadt. Wir folgten indess der "original" Route . Fuhren den kleinen malerischen Weg durch den Wald nach Karlwerk , vorbei an grünen Waldlichtungen und kleinen Bächen nach Niederfinow. Das Schiffshebewerk ließen wir rechts liegen und folgten der, sich am Kanal in engen Kurven schlängelnden Strasse nach Eberswalde. Hier machte Karstens SR2 Probleme, der immer wieder Bleibrücken an der Kerze bildete und ihn zum Halten zwang. Von Eberswalde ging es nach Britz und auf kleinen Strassen durch blühende Rapsfelder nach Blütenberg . Dort kurzer Stop , Karsten und Gärtner mussten die Kerze wechseln. In Lichterfelde bogen wir auf die verträumte Verbindungsstraße nach Finow ab und ab dort konnten wir erstmals ohne Zwangspause bis Marienwerder fahren. Dort noch einmal Kerzenwechsel bei Karstens SR und wir kamen ca.30 min nach der ersten Gruppe am Gathaus "zum goldenen Anker" an. Meine Laune war vorerst auf -10 gesunken. Die ganze lange Planung im Vorfeld war fast für die Katz gewesen. Der geplante Museumsbesuch im Motorradmuseum Marienwerder musste auch ausfallen ,denn wir waren viel zu spät drann.


Das Essen war sehr schmackhaft und was zählt , wir waren alle heil und vollzählig angekommen. Mit dem Leeren der Teller verschwand auch der gößte Frust und ich verteilte kleine Erinnerungsplaketten.

Satt und zufrieden zahlten die ersten ihre Zeche.
Draussen zündeten die ersten ihre Motoren und fuhren ,ohne wie vorher erbeten Bescheid zu geben oder sich zu verabschieden von dannen. Nun wir hatten allen freigestellt ab Marienwerder zu entscheiden ob sie allein oder mit der Gruppe fahren wollten, aber erbeten Bescheid zu geben wenn sie alleine fahren würden ,damit wir uns nicht über ihren Verbleib Sorgen machen müssten. Die kleine Gruppe , die letztlich noch da war, machte sich auf den Rückweg und fuhr die Tour zu Ende. Mit etwa 10 Fahrzeugen und einigen Pannen unterwegs erreichten wir etwa gegen 17.30 die Tankstelle Felta , wo unserer Tour begonnen hatte.
Gegen 18.30 Uhr wollten sich der Oldtimerstammtisch wieder zum obligaten Stammtischinternen Grillabend treffen. Jürgen Fietz hatte dies bei sich , mit Unterstützung der Frauen super vorbereitet. Der 1.Mai 2018 klang so mit lustigen Gesprächen , Bier, leckerem vom Grill und der Hui Hui Maschine aus.

 

Thomas Nagel SR-Tour 2019

Ein Jahr ist vergangen und es ist wieder MAI . Der Zähler am Kalender zeigt das Jahr 2019 , die Uhrzeit 9.14 Uhr.

Der Blick aus dem Fenster macht keine gute Laune, denn graue Wolken hängen tief und Regenschwer am Himmel.Sporadisch fällt, mal in dicken Tropfen , mal als Niesel , Regen auf die schon feuchte Erde. In den Pfützen spiegelt sich im trüben Licht nur das triste graue Wolkengebirge.

Laut Wetterbericht sollte es nur bis 9Uhr regnen und dann aufklären. Als Andreas bei mir vorfährt ist es schon 19.15 Uhr und es nässt noch immer. Andy kauert in seinem Transporter, unschlüssig ob er das Moped ausladen soll, während ich mir einen Friesennerz überwerfe. Um 9.30 Uhr wollen wir uns bei Manne Haase im Blumenhag treffen. Mein Mitgefühl Allen , die von weiter her auf eigener Achse anreisen.

Wir laden das Moped aus weil der Niesel gerade nachlässt und machen uns startklar. Taxi Peter ist auch schon da. Er will uns folgen ,da er , als fast Neuer, den Treffpunkt im Blumenhag noch nicht kennt.

Auf regennassen Strassen geht es quer durch Bernau in den Blumenhag. Die dreckigen Pfützen auf der patschnassen Fahrbahn umschiffen wir gekonnt und erreichen so trocken den Treffpunkt. Wir sind fast die Letzten, bis auf Frank Zander , Lothar und die beiden Jürgen sind alle schon da. Ringsum kräftiges Händeschütteln und Schulter Klopfen. Info von Frank Zander, er kommt etwas später, da sein Einser Probleme macht und er unterwegs baut. Thomas Wolf kommt mit der Nachricht , dass sein Sohn ,den er vor einigen Tagen noch "nachgenannt" hatte, nun doch nicht mitkommt, weil er sich nicht traut in solch grosser Gruppe zu fahren. Kann man verstehen ,aber dass hätte ihm auch vorher einfallen können ,denn ich habe extra noch einen Platz für ihn im Restaurant nachbestellt.

Es knattert , Frank und "Anhang" sind da ! Entschuldigend , auf seinen SR1 deutend , meint er " Der läuft einfach nicht!" Na hoffendlich macht das Moped auf der Tour keine Mucken. Nun sind aber alle da ! Dieses mal auch keine unangemeldeten Fahrer ! Ob das an meiner Info auf unserer HP liegt oder einfach am Wetter ? Wer weis ?

Gegenüber den vergangenen Jahren habe ich ein paar Änderungen für notwendig gehalten :

1. es gibt keine Pannenpausen die länger dauern als ein Kerzenwechsel oder das Säubern der Hauptdüse. Bei längeren Ausfällen muss der Fahrer mit Hilfe des Begleitfahrers versuchen das Problem zu lösen oder das Fahrzeug aufzuladen. Die Gruppe fährt weiter !

2. bei wiederholten Ausfällen des selben Fahrzeugs wird dieses verladen ! Wird das abgelehnt kümmert sich der Fahrer selbst um den Transport !

3. Erscheinen zur Tour spontan Personen mit ihren Fahrzeugen ,die sich nicht vorher angemeldet haben und daher organisatorisch nicht erfasst sind, fahren diese auf eigene Gefahr mit. Das heist, keine Reservierung zum Mittag und keine technische Unterwegshilfe . Bei Ausfällen müssen diese Personen sich selbst um den Rücktransport kümmern !

 

Diese Änderungen sind leider durch Ereignisse , vor allem im letzten Jahr, notwendig geworden . Ständige Zwangspausen , vor allem bedingt durch schlechte bzw. fehlende Vorbereitung der Fahrzeuge, hat dem gut vorbereitetem Rest der Tourteilnehmer den Spass an der Tour deutlich verdorben und die zeitliche Planung wurde extrem gestört !

 

Einige Anmerkungen dazu machte ich auch in meiner folgenden kleinen Ansprache. Organisatorisch zwingend einige Hinweise zur Strecke wegen Passagen mit schlechtem Fahrbahnbelag und Vorstellung der Lotsen MARKO und FRANK SCHULZ. Mit diesen Beiden und Thomas Seifert , welcher sich bereit erklärt hatte den "Lumpensammler" zu spielen, hatte ich am Wochennende zuvor die Strecke abgefahren . Mit leuchtenden Warnwesten ausgestattet sind wir nun für den Rest der Truppe gut als Streckenkundige zu erkennen !

Der Schluss der Ansprache war traurig , denn am Freitag zuvor war Thomas Nagel , ein Stammtischmitglied , im Alter von 53 Jahren an Krebs verstorben .

Wir widmen unsere diesjährige SR-Tour seinem Andenken !

 

Die Streckenführung für 2019 :

Bernau-Eichwerder-Zepernick-Birkholz-Blumberg-Seefeld-Krummensee-Trappenfelde-Höhnow-Seeberg-Altlandsberg ( Mittag ) - Krummensee-Seefeld-Werneuchen-Weesow-Schönfeld-Tempelfelde-Albertshof-Bernau.

Etwa 70km !

Es konnte losgehen. Die Motoren erwachten zum Leben und das schon bekannte Rengtenteng der Triebwerke erfüllte die Gegend. Aufgeregt und planlos fuhr alles kreuz und quer. Einige schon 100 m voraus Richtung Berlin ohne darauf zu achten ob der Rest schon fahrbereit war. Ein Gewusel von 22 Mopeds, kaum zu durchblicken.

Irgendwie schaffte ich es auf die Straße und setzte mich an die Spitze. Marko führte die 2. Gruppe und Frank Schulz sowie Thomas Seifert mit dem Bergefahrzeug bildeten den Schluss. Wer in welcher Gruppe fährt , sollten sich die Teilnehmer selbst aussuchen , die Ordnung aber über die Tour beibehalten. Nachfolgend betrachtet, klappte das aber nur unbefriedigend.

Das über 100 m verteilte Mopedgewirr sah so aus als ob es startfähig wäre und so setzte ich mich langsam in Bewegung. Nach 200 m musste ich einem Scherbenhaufen ausweichen. Irgend ein Idiot hatte eine Flasche auf der Straße zerdeppert . Die Scherben lagen messerscharf und breit vertreut auf der Fahrbahn. Mit deutlichen Zeichen machte ich die Nachfolgenden darauf aufmerksam. Hoffendlich fuhr niemand in den Glashaufen !

Weiter ging es Richtung Zepernick. Im Zerrbild des kleinen , emsig vor sich hin vibrierenden Mopedspiegels sah ich schemenhaft, dass die Truppe kleiner geworden war. Also fehlte schon Jemand ! Noch keine 2 km gefahren und schon eine Panne, das konnte ja was werden. An der nächst möglichen Stelle machte ich Halt um auf den Rest zu warten. Nach 5 min schlossen sie auf. Der Lumpensammler folgte unbeladen , aber Lothar und Frank Zander fehlten ! Was war los ? Die beiden hatten aufgegeben. Lothar war gar nicht erst gestartet, denn sein Moped war wegen einer defekten Zündspule nicht mehr angesprungen und Franks SR1 hatte nach 1km Fahrt wieder den Dienst versagt. Er quälte sich allein nach Hause, den letzten km ohne Motorkraft pedalierend.

Die Truppe, nun auf 20 Mopeds geschrumpft, machte sich wieder auf den Weg. In Birkholz fehlte wieder ein Teil der Mannschaft. Gut zu erkennen ,denn Frank Schulz mit seiner hell reflektierender Warnweste und Thomas roter Mercedes fehlte. Nur ein kurzer Halt , denn schon schlossen sie auf.

3 km weiter , Blumberg schon in Sicht, fehlten sie schon wieder. Es hatte Taxi Peter erwischt, der den Glashaufen am Anfang wohl übersehen hatte , mittig hindurchgefahren war und sich nun mit einem Plattfuß am Hinterrad geschlagen geben musste. Wieder einmal musste Peter im Lumpensammler mitfahren. Dies war auch schon die letzte Panne bei der diesjährigen Ausfahrt ! Warscheinlich hat Thomas Nagel , der auch ein erfahrener Schrauber war, von Oben her auf uns aufgepasst !

Die Fahrbahnmäßig schlechte Teilstrecke bei Krummensee war passiert und wir lagen so gut in der Zeit , dass wir vor Trappenfelde eine Pause machen konnten. Hier konnten die Raucher ihrem Laster fröhnen und wir bei Peters SR den Schlauch wechseln. Jürgen Fietz hatte zufällig Ersatz dabei . Mit leerem "Lumpensammler" ,wieder vollzählig mit allen Mopeds ging es weiter zur Altlandsberger Mühle, unser Ziel für die Mittagsrast.

Seit langem einmal pünktlich , gut gelaunt und mit gesundem Appetit erreichten wir die Mühle. Das Essen war reichhaltig und schmackhaft, so dass wir uns 1,5 h später , mit prall gefüllten Mägen zur 2. Etappe aufmachen konnten. Hier kann ich es kurz machen denn der Rest der Tour verlief ohne jedwede Zwischenfälle. In Seefeld bogen wir von der B158 auf eine Nebenstraße ein , die auf den ersten 500 m mit grausamen Fahrbahnverhältnissen aufwartete. Ich habe entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten , dies in Kauf genommen um mal eine Strecke zu nehmen ,die den Anderen unbekannt ist.

Es wird zunehmend schwerer interessante Wege zu finden. Zudem führte uns der Rest des Weges nach Werneuchen mitten durch Felder , die mit frischem Grün lockten oder das knallige Gelb der Rapsblüten sonnig strahlte. Nicht nur was fürs Auge sondern auch für die Nase. Der Raps hat einen süßlichen Duft wenn die Sonne , so wie jetzt, für milde Temperaturen sorgt. Auch dass man eine Pferdekoppel ganz in der Nähe passierte, war sowohl mit Auge , Ohr und Nase zu erkennen . Werneuchen querten wir in Richtung Weesow und Schönfeld. Dort bogen wir von der Hauptstraße auf einen Wirtschaftsweg ab , der nicht nur gut befestigt sondern inmitten von Rapsfeldern auch wieder was für die Sinne bot. Tempelfelde und Alberthof hinter uns lassend erreichten wir bei bestem Wetter unser Ziel, das Treffen der IFA und SIMSON FREUNDE im Gewerbegebiet Albertshof, welches jährlich dort am 1.Mai stattfindet. Dort warteten schon Frank Zander und Lothar auf uns, mit S51 angereist. Hier endete unsere "Thomas Nagel - SR- Tour 2019"

Am Abend trafen wir uns zum Grillabend bei Thomas Wolf wieder. Ein schöner Ausklang für einen schönen Tag !